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Ahornsirup

Ein Produkt kanadischer und neuenglischer Wälder

Die riesigen Wälder Kanadas liefern wie in den vergangenen Jahrhunderten zahlreiche Produkte, die in der Wirtschaft des Landes eines Rolle spielen. Wild wird gejagt wegen seines Fleisches und seines Felles, Holz wird geschlagen und zu Papier weiter verarbeitet und jedes Jahr im Frühjahr, wenn der Saft in den Bäumen zu steigen beginnt, wird der Süßstoff der Indianer hergestellt, der heute auf jedem kanadischen und amerikanischen Frühstückstisch steht - Ahornsirup.
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Moderne Herstellungsmethoden

Im März und April sieht es im Osten Kanadas und der USA so aus, als ob riesige Spinnen ihre Netze in den Wäldern Ontarios, Quebecs oder Vermonts ausgelegt hätten, um große Beute zu fangen. In Wahrheit handelt es sich bei diesen Gespinsten, die die Waldgebiete Ostkanadas und Neuenglands durchziehen, um Rohrgeflechte aus Plastik, die bestimmte Baumarten mit Sammelstellen verbinden. Die Farmer zapfen vor allem den Zuckerahorn an, um dessen steigenden Saft über Zapfventile in Eimern aufzufangen. Von dort wird die Flüssigkeit durch Rohrleitungen zu Auffangbehältern geleitet, die die Farmer regelmäßig entleeren. In den Zuckerhäusern wird diese eingekocht und es entsteht der je nach Konzentration unterschiedlich braun gefärbte Sirup, der zum amerikanischen Frühstück gehört wie der Schweinebraten zu Bayern.
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Traditionelle Methoden der Sirupproduktion

Die Indianer und frühen Siedler Neufrankreichs, Oberkanadas, Vermonts oder New Hampshires hatten es nicht so einfach. Sie mussten jedes Frühjahr zu Zeit der Schneeschmelze mit ihren Ochsen- und Pferdekarren und Schlitten in die oft schlammigen oder eisigen Wälder hinausfahren, um die Zapfhähne an den Bäumen zu setzen und später den aufgefangenen Saft aus den Eimern zu sammeln. Das war keine einfache Arbeit. War der Boden noch gefroren, konnten sie über festen Untergrund fahren. Begannen jedoch die ersten Sonnenstrahlen die Erde aufzutauen, konnte diese Arbeit zu einer regelrechten Schinderei werden.

Da aber der Ahornsirup der preiswerteste und oft allein verfügbare Süßstoff der Kolonialzeit war, - Melasse und Zucker aus anderen europäischen Kolonien in der Karibik war entweder zu teuer oder Kriege zwischen den Mutterländern und daraus resultierende Wirtschaftsblockaden verhinderten den Handel - übernahmen die Bauern der ostkanadischen Gebiete die Herstellungsmethoden der Indianer, die den Sirup schon in voreuropäischer Zeit produziert hatten.

Die Indianer kochten den Saft in Holzbehältern ein, indem sie solange im offenen Feuer erhitzte Steine hineingaben, bis die Flüssigkeit sich verdickte. Die weißen Siedler verwendeten dafür Eisenkessel, aber im Grunde unterschied sich ihre Herstellungsmethode nur wenig von der herkömmlichen der Indianer.

Für die Kinder der Sirupproduzenten bedeutete diese Zeit im Frühjahr etwas Besonderes. In vielen Geschichten, die noch heute in den Familien erzählt werden, wird davon berichtet, dass es dann die ersten Süßigkeiten des Jahres gab. War der Sirup eingekocht, wurde ein Schneefleck gesucht, in den man den frischen Süßstoff hineintropfen ließ. Dieser wurde schnell hart und es bildeten sich süße Leckereien, die sofort in den Mündern der Kinder verschwanden.
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Gesund und nahrhaft

Der Zucker der Indianer ist einer der gesündesten Süßstoffe. Er besteht vor allem aus Sucrose. Andere Bestandteile sind Apfelsäure, Mineralien, Phenolverbindungen, Aminverbindungen und Vitamine.

50 ml Ahornsirup enthalten 43 g Kohlehydrate, 7 mg Natrium, 117 mg Kalium, sowie Calcium, Eisen und Thiamin. Der Kaloriengehalt von Ahornsirup ist etwas höher als der von Zucker: während 15 ml Zucker 46 Kalorien beinhalten, sind es bei derselben Menge Ahornsirup 50 Kalorien.
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Kanada - wichtigster Ahornsirupproduzent der Welt

Während in den USA 20% der Weltproduktion an Ahornsirup hergestellt werden, kommt der Löwenanteil aus Kanada - 80%. Davon werden allein in Quebec 93% produziert, der Rest verteilt sich auf Ontario (4%), New Brunswick (2%) und Nova Scotia (1%).

Insgesamt gibt es circa 9500 kanadische Farmer, die den Sirup kommerziell vermarkten. Dabei ist die Entwicklung der letzten 15 Jahre so, dass weniger Farmer mehr Sirup produzieren. Die Anzahl der angezapften Bäume hat sich von 1981 bis 1996 fast verdoppelt, während die Zahl der Produzenten im selben Zeitraum um 21% gefallen ist.
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Rezepte mit Ahornsiruprezepte

Der Siegeszug des Ahornsirup beschränkt sich heute nicht mehr nur auf den amerikanischen Kontinent, obwohl er dort schon seit langem zur Standardzutat zu Frühstückspfannkuchen oder French Toast gehört(Toast, der in eine Mischung aus Eiern und Milch getaucht wird und in der Pfanne gebraten wird).

Die Rezepte, in denen Ahornsirup verwendet wird, müssen nicht alle so exotisch sein wie der Brunnenkresse-Salat der Ojibwaindianer. Auch in der deutschen Küche wird der Sirup heute gern verwendet. Obstsalat erhält durch die Beigabe des Süßstoffs einen besonders aromatischen Geschmack. Oder man gießt ihn über Eierpfannkuchen und verwendet ihn in der Weihnachtsbäckerei als gesunde Alternative zu Zucker. Eines ist jedenfalls sicher, Ahornsirup schmeckt auch den Europäern.
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Weiterführende Links

Canada's Forest Products

Weiterführende Literatur

http://www.travelworldonline.de/ahornsirup.html

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