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Geologie der Aran-Inseln im Westen Irlands

Die drei Aran-Inseln - Ausläufer des Burren

Die Aran-Inseln sind geologisch eine Fortsetzung des Kalksteinplateaus des Burren, der sich den Inseln gegenüber auf der Festlandseite befindet. Drei größere Inseln erstrecken sich von Nordwesten nach Südosten: Inis Mor, Inis Meain und Inis Oirr. Dazwischen liegen einige kleinere Inseln. Die größte ist Inis Mor mit einer Länge von 14 km und einer Breite zwischen 0,75 km und 3,25 km. Die zweitgrößte Insel ist Inis Meain. Sie ist 5 km lang. Inis Oirr ist etwa 4 km im Durchmesser. Möglicherweise waren Inis Meain und Inis Oirr einmal miteinander verbunden, da die Entfernung zwischen den beiden kaum mehr als 3 km beträgt und das Wasser der Durchfahrt an manchen Stellen nur 2 m tief ist.

Die Tiefe des Meeres zwischen den Inseln und dem Festland liegt bei durchschnittlich etwa 30 m. Das Gestein der Inseln besteht aus denselben Komponenten wie der Burren: Kalkstein aus dem Karbonzeitalter. Vor etwa 325 bis 350 Millionen Jahren bedeckte die schlammige Kalksteinablagerung den Grund eines seichten, warmen Meeres, das voller Leben war. Überreste von Brachiopoden, Gastropoden und zweischaligen Muscheln sind oft im Inselgestein erhalten. Die Erosionstätigkeit des Meeres legt häufig diese Bestandteile der Felsen frei und trägt sie ebenso beständig auch wieder ab.

Geologisch sind die Inseln sehr einfach aufgebaut. Sie liegen schwach nach Südwesten geneigt, wobei sie auf der dem Atlantik zugewandten Seite in einer steilen Klippe ins Meer abbrechen. Auf der dem Land zugeneigten Seite werden die einzelnen Sedimentschichten durch Erosion in riesige Terrassen geformt, die sanft nach Nordosten hin abfallen.

Die Täler auf Inis Mor entstanden wahrscheinlich in einer Zeit, als der Meeresspiegel höher lag als heute. Das Meerwasser hat diese und auch die Inselterrassen größtenteils freigelegt und die derzeitige Erosion durch Wind und Niederschläge setzt diesen Formungsprozess fort.
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Die Terrassen

Auf den drei Inseln gibt es insgesamt neun Terrassen, von denen fünf gut erkennbar sind und die anderen vier darunter liegen. Diese Terrassen entstehen, weil zwischen den Kalksteinschichten Schieferbetten liegen, die leichter erodieren und abgetragen werden. Diese Schieferlagen befinden sich in den unteren Klippenbereichen.

Schiefer ist wasserundurchlässig. Daher sammelt sich Sickerwasser oberhalb der Schieferschichten und tritt an den unteren Rändern der Klippen in Quellen heraus. Die Quellen liefern gewöhnlich genügend Wasser. Manchmal jedoch sind sie trocken, und Wasser muss vom Festland auf die Inseln gebracht werden.

Die Schieferlagen enthalten ebenfalls zahlreiche Fossilien wie Brachiopoden, Goniatiten und andere.
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Die Klippen

Am dramatischsten wirken die Araninseln an ihrer Atlantikseite, wo die Wellen des Meeres die Kalksteinklippen ständig bearbeiten. Durchschnittlich sind die Klippen über 50 m hoch, aber es gibt Stellen, wo sie 120 m übersteigen. Verwitterungs- und Erosionskräfte tragen die Inseln langsam ab. Selbst wenn dies weniger als ein Millimeter pro Jahr ist und man die Veränderungen, die durch die globale Erwärmung verursacht werden, nicht mit einbezieht, werden die Aran-Inseln in 7 Millionen Jahren verschwunden sein.

Verstärkt wird dieser Prozess der Oberflächenverwitterung durch die Tätigkeit des Meeres, die den Kalkstein an der Westseite in große Blöcke zerteilt. Diese Blöcke entstehen, weil die Kalksteinschichten von vertikalen Sprüngen durchzogen sind. Wo diese eng beieinander liegen, kann ein starker Sturm Felsbrocken herausreissen. So entsteht die senkrechte Wand der Klippen.

Üblicher ist jedoch, dass die ständige Wellenbewegung an Stellen, wo die Sedimente aus weicherem Material sind, die Felsen aushöhlt und das darüber liegende Gestein schwächt. Die Risse in den Kalksteinschichten brechen auf und Felsbrocken fallen ins Meer. Dort werden sie vom Wasser aufgenommen und tragen als Schlagwerkzeuge weiter dazu bei, dass die Felswand ausgehöhlt wird.

Auf diese Weise entstehen im Laufe der Zeit Felsbänke vor den Klippen, die von den Gezeiten bearbeitet werden.
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Blaslöcher

Wo die Wellenbearbeitung in Buchten stattfindet, konzentriert sich die Kraft der Wellen auf den Scheitelpunkt der Bucht. Das Wasser dringt in Schwachstellen im Fels ein, und Luft wird dort zusammen gepresst. Beim Rückzug der Welle dekomprimiert die Luft und übt weiteren Druck auf den umliegenden Fels aus. Durch die ständige Wiederholung dieses Vorgangs werden diese Aushöhlungen immer größer und Höhlen erstrecken sich in den Fels hinein. Manchmal findet die Luft einen Weg nach oben. Dieses Loch wird schnell größer und Wasser kann durch den entstandenen Kamin nach oben gepresst werden. Es entstehen Blaslöcher, aus denen bei Sturm mehrere Meter hohe Wasserfontänen herausschießen können.
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Sturmstrände

Wie gewaltig die Kraft des Meeres sein kann, ist auf den Aran Inseln gut zu sehen. An den Sturmstränden findet man Hinweise auf gewaltige Wellen, die Kalksteinblöcke von enormer Größe sogar über 60 m hohe Klippen bis zu zehn Meter landeinwärts deponieren.
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Baumaterial für die Bewohner

Diese Felsbrocken unterschiedlichster Größen boten den frühen Bewohnern der Inseln Baumaterial für ihre großen Steinforts, Kreuze, Gräber und Wohnhäuser. In Dun Aenghus gibt es Blöcke, die mehr als 2 m lang sind.

Auch die Steinmauern, mit denen sie ihre Felder umgeben haben, um die mühsam gewonnene Erde zu halten, bestehen aus diesen Steinen. Die Felder folgen meist den Felsterrassen, wobei die Höhenunterschiede zwischen diesen 6 m betragen können. Andere Felder werden begrenzt durch die Felsrisse, in die Steinplatten gesteckt wurden.
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Die Eiszeit auf den Inseln

Die Eisschichten des Pleistozän schabten die Inselfelsen ab und hinterließen eine Schicht aus Geschiebelehm, als sie sich vor 10000 Jahren zurückzogen. Auf den Araninseln wurde diese Schicht bald durch Stürme abgetragen, weil die Inseln damals tiefer im Meer lagen. Nur wenige Findlinge sind aus der Eiszeit übrig geblieben.

Wind, Frost, Regen und Sonne bearbeiten die Felsen auch heute noch, und es sind kaum noch Schleifspuren der Gletscher zu finden. Die starke Erosion gräbt die Risse im Kalkstein noch weiter aus und schafft so das charakteristische Felsmuster der Aran Inseln.

Die Findlinge bestehen vor allem aus drei verschiedenen Gesteinsarten: Granit, der nahe Galway vorkommt, Sandstein, wie er aus der Region von Oughterard bekannt ist und wahrscheinlich lokaler Kalkstein.

Im Gegensatz zu den Gebieten der Connemara auf der Nordseite der Bucht, gibt es auf den Aran Inseln kein Torfvorkommen. Dies wird dem Fehlen von Oberflächenwasser zugeschrieben.
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Sandablagerung auf der Nordostseite der Inseln

Während die dramatischsten geologischen Prozesse auf der dem Atlantik zugewandten Seite der Inseln ablaufen, sind die Geschehnisse auf der Nordostseite ebenfalls interessant. Dort werden Gesteinspartikel, die durch die Kraft der Erosion zermahlen wurden, als Dünen wieder aufgehäuft und erweitern so das Inselterritorium auf der den Stürmen abgewandten Seite.

In diesen Inselregionen weisen von Sand überhäufte Felder, Kirchen und Gräber auf die schöpferische Kraft des Meeres hin. Mittelalterliche Kirchen tauchten vor wenigen Jahren wieder aus dem Sand auf, als Stürme die Dünen teilweise abtrugen. Zahlreiche Spuren früher Besiedlung sind unter den Sandschichten der Nordostregionen der Inseln begraben.
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Literatur

http://www.travelworldonline.de/araninselngeologie.html

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