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Die Steinforts der Aran-Inseln

Die Steinforts der Aran-Inseln und ihre Schöpfer

Auf den Aran Inseln befindet sich ein halbes Dutzend Steinforts, von denen man im Westen Irlands zahlreiche von Donegal bis Kerry findet. Zwei davon sind besonders auffällig: Dun Duchathair und Dun Aenghus. Sie liegen beide an den Steilklippen am Atlantik und wirken dadurch besonders beeindruckend.

Wer diese Forts baute, ist bis heute strittig. Der Legende nach wurden sie von einer Gruppe besiegter Fir Bolg errichtet. In vorchristlicher Zeit sind diese angeblich nach Westen vertrieben worden. Einige Wissenschaftler sehen in dieser Gruppe die Belgae der Römer, die aus Gallien und dem Süden Britanniens vertrieben worden waren.

Zahlreiche Legenden um Flüchtlinge, die in diesen Forts ihre letzte Zuflucht im Westen Europas gefunden haben, ranken sich um diese mysteriösen Bauten. Die auffallenden Verteidigungsanlagen der Spanischen Reiter, die sich bei Dun Aenghus und Dun Duchathair befinden, deuten auf Bauherren hin, die ursprünglich aus Zentral- oder Westeuropa stammen. Dieselbe Art von Verteidigungsanlagen kennt man aus dem nördlichen Spanien und Portugal. Darauf beziehen sich auch die Schätzungen der Bauzeit, die zwischen dem 4. und 6. Jahrhundert vor Christus liegen sollen. Zumindest in Dun Aenghus hat man Hinweise auf eine spätere Nutzung dieses Forts in frühchristlicher Zeit gefunden.

Als ziemlich sicher gilt es, dass Häuptlinge oder wohlhabende Gemeinwesen diese Bauten errichten ließen. Jedenfalls waren es einflussreiche Leute, die die Kraftanstrengung befehlen konnten, die für den Bau dieser Komplexe notwendig waren. Die auffälligen Verteidigungsanlagen deuten eher darauf hin, dass es sich um Zufluchtsstätten von Flüchtlingen oder Piratenstützpunkte handelte. Für zeremonielle Riten waren sie wahrscheinlich nicht gebaut worden.

Ihre Größe deutet darauf hin, dass die Bauherren damit auch ihre gesellschaftliche Größe und ihren Einfluss zeigen wollten. Diese schien weniger auf Reichtum zu basieren, der auf landwirtschaftlichem Einkommen beruhte, zieht man die Natur der Aran Inseln in Betracht. Vielmehr könnte ihre strategische Lage für den Küstenverkehr eine Rolle bei ihrer wirtschaftlichen und politischen Bedeutung gespielt haben. Der Gedanke der Piratennester ist vielleicht gar nicht so abwegig.
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Dun Aenghus

Das berühmteste der Steinforts ist sicherlich Dun Aenghus, das sich am Rand einer nahezu 100 m hohen Steilklippe befindet.

Heute fällt der Blick des Besuchers nach dem Durchgang durch die äußere Mauer sofort auf die innere Festung. Diese hat die Form eines unregelmäßigen Ovals, dessen eine Seite abrupt am Klippenrand endet. Wahrscheinlich befand sich auch dort einmal eine Mauer, die aber im Laufe der Zeit der Erosion der Klippen zum Opfer gefallen ist und ins Meer gestürzt ist. Im Inneren umgeben terrassenartige Stufen das Gebäude. Allerdings ist es heute sehr schwierig festzustellen, was davon original ist und was der Renovierung Ende des 19. Jahrhunderts zuzuschreiben ist. Im Inneren dieser Festung gibt es außer einer Steinplattform am Klippenrand keine sonstigen auffallenden Merkmale. Der Zweck dieser Platte ist unbekannt. An der Außenwand dieser inneren Festung befinden sich mehrere vertikale Fugen, die wahrscheinlich die Arbeitsbereiche verschiedener Bauarbeitergruppen kennzeichnen.

Die innere Festung umgeben zwei vollständige unregelmäßig oval geformte Mauern. Es scheint noch eine dritte Mauer gegeben zu haben, von der jedoch nur noch ein Teil vorhanden ist. Hier haben die Restaurateure des 19. Jahrhunderts vielleicht des Guten zu viel getan, indem sie weitere Steintreppen angebaut haben, die in den bis dahin bekannten Beschreibungen nicht erwähnt werden. Wahrscheinlich ist, dass es zur Zeit der Nutzung dieser Festung Holztreppen und Holzterrassen gegeben hat, von denen aus die Mauern verteidigt werden konnten.

Das auffallendste Merkmal von Dun Aenghus sind die "Spanischen Reiter", eine wirre Ansammlung von Steinblöcken außerhalb des Fragments der dritten Verteidigungsmauer. Diese Verteidigungsanlage erstreckt sich zwischen 15 und 38 m breit um die Befestigungen von Klippenwand zu Klippenwand. Die chaotische Anordung der Steinblöcke sollte verhindern, dass Angreifer die Festung erreichen konnten.

Die vierte äußere Wand ist heute nur ein überrest der ursprünglichen Festungsmauer, die eine Dicke von mindestens 2 m hatte.
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Nutzung von Dun Aenghus

Ausgrabungen deuten darauf hin, dass Dun Aenghus um etwa 800 v. Chr. zum ersten Mal bezogen wurde. Fundamente von Rundhütten und Tonfundstücke sowie Lehmmodel für die Herstellung von Schwertern, Speeren und Äxten wurden in der Nähe entdeckt. Vielleicht hat es sich um ein Dorf von Spezialisten gehandelt, die sich auf die Herstellung von Waffen besonders gut verstanden.

Weitere Fundstücke stammen aus der Zeit zwischen 500 und 1000 n. Chr. Diese deuten auf Viehzüchter hin, die hier Schafe und Rinder züchteten. Tierknochen und Rundbauten scheinen dies zu beweisen.

Vielleicht war Dun Aenghus auch in der Eisenzeit bewohnt. Eine Brosche aus dieser Zeit wurde ebenfalls gefunden.
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Kleinere Forts und andere Siedlungen

Vor allem auf Inis Mor gibt es noch zahlreiche kleine Siedlungen. Meist bestehen diese aus einigen verfallenen Steinmauern und einer Reihe von Hausruinen. Viele dieser Häuser waren steinerne Rundhütten, die aussahen wie ein Bienenstock. Gebaut wurden sie, indem die Steinlagen leicht nach innen verschoben übereinandergelegt wurden und sich so nach innen zu neigen begannen, bis sie sich an der Spitze trafen und so ein rundes Dach bildeten.

In manchen dieser Steinhäuser gibt es zwei gegenüberliegende rechteckige Türen, für deren Existenz manche Archäologen eine interessante Erklärung gefunden haben. Sie nehmen an, dass dies dazu diente, Rinder ins Haus zu führen, dort zu melken, und dann durch die gegenüber liegende Tür wieder ins Freie zu führen. Andere Erklärungen dafür sind, dass man so immer die dem Wind abgewandte Tür öffnen konnte.

Manche Ansammlungen solcher Rundhütten waren von Steinmauern umgeben, die vielleicht als Schutz für das Vieh dienten. Hinweise auf Viehzucht hat man gefunden.
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Literatur

http://www.travelworldonline.de/araninselnsteinforts.html

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