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Die Bären des amerikanischen Kontinents werden von der Wissenschaft in zwei Arten eingeteilt: den
amerikanischen Schwarzbär (Ursus americanus) und den Braunbär oder Grizzly (Ursus arctos). Heute findet
man sie hauptsächlich in British Columbia, Alberta und den nördlichen Gebieten Kanadas und Alaskas bis an den
Rand der Arktis. Das war nicht immer so: einst waren sie in großer Zahl über das gesamte Territorium
Nordamerikas bis hinunter nach Mexiko verbreitet. Erst als der Mensch immer stärker in ihren Lebensraum
vordrang, wichen sie in ihre heutigen Rückzugsgebiete aus. Außer einigen Exemplaren, die im Südwesten der
USA leben, konzentrieren sie sich in den genannten Regionen.
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Der Name des Schwarzbären ist irreführend. An seiner Fellfarbe ist er nicht vom Grizzly zu unterscheiden. Im Widerspruch zu seinem Namen können Tiere dieser Art genauso wie ihre größeren Vettern hellbraunes, dunkelbraunes, zimtfarbenes, beiges, blondes oder sogar fast weißes Fell haben. Dagegen entwickelt ein Grizzly einen Buckel hinter seinem Schädel, den ein Schwarzbär nicht hat. Die Klauen eines Braunbären sind viel länger und anders als beim Schwarzbären sichtbar und nicht so stark gekrümmt. Daher können erwachsene Grizzlybären nicht mehr auf Bäume klettern. Schwarzbären dagegen sind auch als ausgewachsene Tiere fähig, Bäume zu erklimmen.
Eine Anomalie der Tierwelt sind die sogenannten Geisterbären, die Spirit Bears oder Kermodebären, die nur auf
einigen Inseln vor der Küste British Columbias vorkommen. Bei diesen Tieren handelt es sich um Grizzlys,
deren Entwicklung durch die geographische Trennung ihres Lebensraums vom Festland anders war als die der
Tiere auf dem Festland. Geisterbären sind haben fast immer ein weißes Fell und unterscheiden sich dadurch
von allen anderen Mitgliedern ihrer Art.
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Vergleicht man Grizzlies bestimmter Regionen miteinander, so kommt man zu einem erstaunlichen Ergebnis:
Die Tiere, die an der Küste und auf den Inseln Alaska leben, sind wesentlich größer als die des
Binnenlandes. Früher war man der Ansicht, es handele sich um zwei unterschiedliche Braunbärenarten.
Inzwischen jedoch sind die Wissenschaftler davon überzeugt, dass der Unterschied im Nahrungsangebot
Ursache dieser oft gewaltigen Größenunterschiede ist. Die Kodiakbären, die auf den alaskanischen Inseln
leben, ernähren sich von einem Übermaß an Lachsen, das jedes Jahr die Flüsse hochzieht. Dadurch erreichen
sie ein viel größeres Gewicht als ihre Artgenossen in den gebirgigen Regionen im Landesinnern. Braunbären
aus den Bergen wiegen zwischen 150 und 375 Kilogramm und werden zwischen einem und zwei Metern lang. Kodiakbären
können bis zu mehr als 600 Kilogramm wiegen und mehr als drei Meter Länge erreichen.
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Während die Küstenbären im Lachsangebot schwelgen, ist das Nahrungsangebot für die Schwarz- und Braunbären im Landesinnern bescheidener. Sowohl Grizzlies als auch ihre kleineren Verwandten ernähren sich teils von vegetarischer Nahrung, teils von kleinen Tieren wie Mäusen, Vögeln und Huftieren. Im Frühjahr suchen sie sich Aas von Tieren, die den Winter nicht überlebt haben.
Beide Arten fressen ähnliche Dinge. Daher kommt es öfter vor, dass sie an Futterstellen aufeinander treffen.
Dann ziehen sich die kleineren Schwarzbären meist zurück und warten ab, bis ihre an Kraft und Stärke
überlegenen Cousins den Weg für sie freimachen. Eine Stelle, an der dieses Verhalten gut beobachtet werden
kann, ist der Anan Creek im Bradfield Canal an der Westküste Kanadas. Schwarzbären suchen das Weite, sobald
ein großer Futterkonkurrent sich nähert.
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Bei der Anpassung der beiden Arten an das Vordringen der Menschen in ihren Lebensraum dagegen ist es genau
anders herum. Während sich der Grizzly immer weiter vor den Eindringlingen in die entlegenen Regionen
des Nordens und der Berge zurückzieht, arrangiert sich der Schwarzbär zusehends mit den geänderten
Bedingungen. Hat er einmal erkannt, dass menschliche Nahrung schmeckt und noch dazu leicht zu erbeuten ist,
tendiert er dazu, die Nähe von Ortschaften zu suchen und sich von den Nahrungsüberresten der Menschen
zu ernähren. Dies kann schnell zu ihrem Untergang führen. Häufig verlieren diese Tiere ihre Scheu vor
den Menschen und können auch schon mal in Autos eindringen, in denen sie Leckereien vermuten, oder
sich über die Nahrungsvorräte unachtsamer Camper hermachen. So werden sie zur Bedrohung für nichts ahnende
Wanderer. Park Ranger versuchen sie zu retten, indem sie auffällig gewordene Tiere in Wildnisregionen
ausfliegen. Aber häufig nützt dies nicht viel, da diese Tiere sich oft schon so an menschliche Nähe und
die damit verbundenen Vorteile gewöhnt haben, dass sie sogar aus großer Entfernung wieder in die
Nachbarschaft des Menschen zurückkehren. Dann hilft oft nichts anderes, als die Tiere zu töten.
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Bis in die siebziger Jahre tolerierten die Nationalparkbehörden Kanadas und der USA das Verhalten
von Touristen, die oft einfach am Straßenrand mit ihren Autos stehen blieben, um bettelnde Bären
durchs Fenster zu füttern. Inzwischen wird versucht, solches Verhalten zu unterbinden. Schon bei
der Einfahrt in Nationalparks werden Aufklärungsbögen verteilt, in denen Tipps gegeben werden, was
man im Umgang mit Bären beachten soll. Bärensichere Lebensmittelbehälter auf Campingplätzen sorgen
dafür, dass Nahrungsmittel sicher vor hungrigen Eindringlingen untergebracht werden können. In den
kanadischen Nationalparks der Rocky Mountains stehen auf jedem Parkplatz bärensichere Abfalleimer,
deren ausgeklügelten Öffnungsmechanismus die Tiere nicht öffnen können. Fotos sollen am besten nur aus
dem sicheren Auto gemacht werden oder zumindest aus großer Entfernung.
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Im Falle der Bären Nordamerikas kann jeder Besucher seinen Anteil am Schutz der Tiere dadurch
leisten, dass er sich an die Richtlinien der Nationalparkbehörden hält. Lernen die Bären erst
die Vorteile menschlicher Nahrung kennen, bedeutet das meist ihren sicheren Tod. Wer sich daher
an die Vorschriften der Parkverwaltungen hält, rettet vielleicht sich selbst, aber sicherlich einem
Bären das Leben!
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Links zu Bären-Pages
abenteuer & reisen: Bärentipps: Was tun? Was lassen?
Grizzly, Brown Bear (engl.)
Kodiak National Wildlife Refuge (engl.)
Katmai National Park and Preserve (engl.)
Reisen und Ausflüge zur Bärenbeobachtung
http://www.travelworldonline.de/baeren.html