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Goldrausch im Cariboo, Verbrecher und Richter zu Favoriten hinzufügen


Goldrausch im Cariboo
Verbrecher und Richter

Boone Helm, Mörder und Kannibale

Dass der Goldrausch im Cariboo nicht nur gesetzestreue Bürger und arbeitswütige Goldsucher anzog, wird deutlich am Beispiel zweier Männer, deren Taten noch heute das Blut in den Adern gefrieren lassen. Der Schlimmere von beiden war wahrscheinlich Boone Helm. Geboren in Kentucky im Jahr 1828 zog er schon als Kind mit seinen Eltern nach Missouri, wo das raue Leben an der Siedlungsgrenze dem als gewalttätig bekannten jungen Mann zusagte. Dem Alkohol nicht abgeneigt, fiel er bald der Justiz auf, die mehrfach vergeblich versuchte, ihn festzusetzen.

Boone entschloss sich schließlich zusammen mit einem Freund und Nachbarn, nach Kalifornien auszuwandern. Dieser Freund hatte seine Begleitung zugesagt, als er stark unter Alkoholeinfluss stand und zeigte danach kaum noch Interesse daran. Als dieser ihn zur Rede stellte, und er sich weigerte mit nach Kalifornien zu ziehen, erstach ihn Helm kurzerhand. Eine Gruppe von Freunden des Opfers verfolgte und stellte ihn. Nach seiner Verurteilung wurde er in ein Heim für Geisteskranke eingewiesen, aus dem er fliehen konnte und sich sofort nach Kalifornien aufmachte.

Einige Jahre später taucht er plötzlich im Cariboo in der Region von Quesnelle Forks auf, und schon bald heißt es, dass er auch dort mehrere Menschen getötet haben soll. Sogar Kannibalismus sagt man ihm nach. Gefasst wurde er schließlich in Fort Yale im Fraser Canyon. Aber auch von dort gelang ihm die Flucht, indem er sich seinen Weg aus dem Gefängnis grub und entweder nach Idaho oder Montana floh. In Bannock, Montana, wurde Helm schließlich am 15. Februar 1864 gehängt, nachdem er zusammen mit dem berüchtigten Sheriff des Ortes, Henry Plummer, der das Gesetz nicht so ernst nahm und sich nebenher als Dieb und Mörder einen Namen machte, von den aufgebrachten Einwohnern des Ortes gefangengenommen wurde und in einem geheimen Gerichtsverfahren zum Tode verurteilt wurde.
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James Barry, Mörder

Wenige Jahre später, am 4. Juli 1867, wurde James Barry dem Richter Matthew Baillie Begbie vorgeführt unter der Anklage, Charles Morgan Blessing, seinen Reisebegleiter, ermordet zu haben. Barry leugnete die Tat zwar bis zum Ende, jedoch wiesen alle Indizien auf ihn als Mörder.

Blessing und er waren von Quesnelmouth gemeinsam aufgebrochen und unterwegs trafen sie auf andere Reisende, denen Blessing von seinen zunehmenden Bedenken gegenüber seinem Reisebegleiter erzählte. Kurze Zeit später wurde er erschossen entlang des Weges nach Barkerville aufgefunden. Bally, der vorher fast pleite gewesen war, warf plötzlich mit Geld um sich und vertanzte sein Geld mit den Hurdy Gurdy Girls der Tanzsalons von Barkerville. Einem dieser Mädchen schenkte er goldene Anstecker, die ihm zum Verhängnis werden sollten.

George Gartley, der mit Blessing von San Francisco ins Cariboo gereist war, identifizierte eine der beiden Broschen als Besitz des Toten. Dies und die Tatsache, dass Barrys Revolver dasselbe Kaliber wie die Mordwaffe hatte, brachten schließlich das Urteil hervor - Tod durch den Strang.
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Richter Matthew Baillie Begbie

Der Mann, der dafür sorgte, dass der Goldrausch im Cariboo nicht dieselben Dimensionen der Gesetzlosigkeit annahm wie dies einige Jahre vorher in Kalifornien der Fall gewesen war, war Richter Matthew Baillie Begbie. Als Sohn englischer Eltern war er nach einigen Jahren Auslandsaufenthalt auf der Insel Guernsey erzogen worden und studierte ab 1836 Jura in Cambridge.

Seine Tätigkeit als Rechtsanwalt in London brachte ihm zwar ein kleines Vermögen ein, aber sein beruflicher Aufstieg war offensichtlich beschränkt. Daher nahm er bereitwillig den Posten in der britischen Kolonie British Columbia an, der ihm angetragen wurde. James Douglas, der Haupthändler der Hudson's Bay Company, hatte die Gefahr drohender Gesetzlosigkeit durch die zunehmende Zahl an Goldsuchern und Abenteurern erkannt und nach London geschrieben, um Hilfe anzufordern.

Die Antwort war Richter Matthew Begbie - und was für eine Antwort das war! Er zeigte schnell, dass in British Columbia auch während des Goldrausches die britischen Gesetze regierten und verschaffte sich Respekt. Wie damals üblich, bereiste er die Kolonie, die ihm unterstellt war immer wieder und hielt unterwegs Gerichtsverfahren ab.

Er fällte seine Urteile, ohne sich von Vorurteilen gegen Minderheiten beeinflussen zu lassen - in einer seiner ersten Gerichtsverhandlungen wurde ein Kalifornier bestraft auf der Basis von Zeugenaussagen von Indianern. In einem anderen Fall entschied er gegen einen Antrag, chinesische Wäschereien schließen zu lassen, weil diese ein öffentliches Ärgernis seien.

Andererseits war er ein strenger Richter, wie der Fall James Barry zeigte. Dies brachte ihm nach seinem Tod den Beinamen "Der hängende Richter" ein, ein Name, der seinen Charakter jedoch stark verzerrt. Begbie war streng und erließ Strafen, die er für die Verbrechen als angemessen erachtete - und dazu gehörte damals auch die Todesstrafe. Allerdings tat er dies nie leichten Herzens und ohne ausreichenden Beweis.

Gleichzeitig war Begbie an vielen Dingen interessiert. Auf seinen Reisen durch die Kolonie führte er akribisch Buch über das, was er unterwegs sah - er war Kartograph und Mathematiker, Lehrer und Leitfigur, Diplomat und Umweltfreund.
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Weiterführende Links

Highway 97 Cariboo Highway - North to Alaska
Highway 26 - Auf den Spuren der Goldsucher
Goldrausch im Cariboo
Murderer will hang (engl.)
Kentucky Cannibal in Cariboo (engl.)
Judge Matthew Baillie Begbie, First Among Men (engl.)

Buchempfehlungen

http://www.travelworldonline.de/cariboogoldlawandorder.html

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