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Armagh, Ulster, NordirlandFacts
LageArmagh liegt südwestlich von Lough Neagh in einem Obstanbaugebiet, dessen Ursprung auf das
17. Jahrhundert zurückgeht. Vorwiegendes Anbauprodukt sind Äpfel. Vor allem im Frühjahr zur
Zeit der Apfelblüte ist die "Apfelblütenstraße" sehenswert, eine Rundfahrt, die in Armagh
beginnt und dort endet. Geschichte
Wie schon der Name sagt, ist Armagh bereits in prähistorischer Zeit besiedelt
gewesen. "Ard Macha" ist benannt nach einer Königin, die hier wahrscheinlich
um 500 v. Chr. gelebt hat und eine Festung auf dem Hügel errichtet hat, auf
dem die heutige Kathedrale der Church of Ireland steht.
Zum ersten Mal historisch erwähnt wird Armagh im Zusammenhang mit dem Wirken des Hl. Patrick, des Schutzpatrons Irlands, der hier 444 n. Chr. die ersten Iren bekehrt und getauft haben soll. Auch wenn er es nicht selbst gewesen sein sollte, sicher ist, dass eine frühchristliche Kirche in dieser Zeit in Armagh errichtet wurde. Vielleicht wurde diese bewusst an dieser Stelle gebaut, denn nur wenige Kilometer weiter im Süden liegt eine Festung, die heute als der Sitz der prächristlichen Könige von Ulster anerkannt wird - Emain Macha (oder Navan Fort). Um diese Kirche herum entstanden bald Ausbildungsstätten und weitere Kirchen, und
Armagh entwickelte sich zu einem frühen Zentrum der Gelehrsamkeit. Im 8. Jahrhundert
n. Chr. kamen Schüler aus ganz Europa, um hier unterwiesen zu werden. Die Kirchen der Zeit mussten nach den Vorschriften Roms Messgeräte aus wertvollen
Metallen und Edelsteinen nutzen. Dies lockte ab dem 9. Jahrhundert immer wieder
die Wikinger an, die zwischen 831 und 1013 Armagh mindestens zehn Mal überfielen.
Dabei wurden viele Geistliche, Lehrer und Gelehrte getötet oder in die Sklaverei
verschleppt. Erst in der Schlacht von Clontarf im Jahr 1014 besiegte der erste
gesamtirische Hochkönig Brian Boru die Wikinger, deren Macht dadurch endgültig
zerstört wurde. Brian Boru selbst fiel bei dieser Schlacht und wurde später in
Armagh begraben. Die Invasion der Anglonormannen Ab dem 12. Jahrhundert befand sich Armagh im Zentrum neuer Auseinandersetzungen.
Die Anglonormannen von County Down bekämpften zwischen 1184 und 1217 die
Herrscherdynastie der O'Neills von Dungannon. In diesen Jahren wurde Armagh
zwölf Mal Ziel von Überfällen. Trotz dieser Wirren blieb die Stadt ein Zentrum
der Ausbildung und der Religion. Dies war vor allem Männern wie dem Hl. Malachy und
dem Erzbischof Patrick O'Scannail zu verdanken, der die Kathedrale wieder aufbauen
ließ und 1263 die Franziskaner nach Armagh holte. Die Säkularisation der Klöster Zwei Jahrhunderte später werden die irischen Klöster aufgelöst und wieder ist Armagh
Ziel von Auseinandersetzungen zwischen irischen und englischen Truppen. Erst nach dem
Ende des Kriegs zwischen Wilhelm von Oranien und James II. findet Armagh wieder Frieden. Aufbau der Stadt im 18. und 19. Jahrhundert Das heutige Stadtbild Armaghs wird geprägt durch die Architektur der georgianischen Zeit.
In relativ friedlichen Zeiten wurde die Landwirtschaft wieder aufgenommen und andere
Gewerbe eingeführt. Erzbischof Richard Robinson setzte sich dafür ein, Armagh zu einem
erneuten Zentrum der irischen Christenheit zu machen. Die neue Industrie der Leinenherstellung half Armagh über die
dramatischen Zeiten der großen irischen Hungersnot hinweg. Wenn auch die Umstände
in der Stadt nicht so schlimm waren wie anderswo, mussten Projekte wie der
Aufbau der neuen katholischen Kathedrale auf später verschoben werden. Belfast übernimmt die Führungsrolle in Ulster Seit Beginn des 20. Jahrhunderts konzentrierte sich die wirtschaftliche und soziale
Entwicklung Ulsters immer mehr nach Belfast. Eisenbahnlinien, Straßen und industrieller
Fortschritt konzentrierten sich auf diese Stadt, und Armagh geriet zunehmend ins Abseits.
Heute ist die Stadt ein wichtiges Schul- und Verwaltungszentrum, hat aber nicht mehr
die Bedeutung, die es in der Geschichte Ulsters einnahm. Attraktionen
Der Park im Zentrum der Stadt wird als Mall bezeichnet. Heute werden darauf Cricketspiele ausgetragen. In der Geschichte der Stadt diente der Platz als Common, als Gemeindeplatz, auf dem Pferderennen und Hahnenkämpfe stattfanden, bis diese Art von Glücksspiel von der Kirche Ende des 18. Jahrhunderts verboten wurde. Das Gerichtsgebäude an einem Ende des Parks wurde 1809 von Francis Johnston, einem lokalen
Architekten, entworfen. An der anderen Seite des Parks liegt das frühere Gefängnis der
Stadt aus dem Jahr 1780. St. Patrick's Cathedral (Anglikanisch) Die heutige anglikanische Kathedrale wurde 1765 von Erzbischof Robinson restauriert und noch einmal zwischen 1834 und 1837. An seiner Fassade befinden sich groteske Steinköpfe und eine Sonnenuhr aus dem Jahr 1706. An der Westseite der Kathedrale erinnert eine Gedenktafel daran, das der Hochkönig Brian Ború nach der Schlacht von Clontarf (1014) in Armagh begraben wurde. Im Kircheninneren befinden sich Statuen aus dem 18. Jahrhundert und Stücke eines Marktkreuzes
aus dem 11. Jahrhundert. St. Patrick's Cathedral (Katholisch) Über eine Treppe mit 44 Stufen erreicht man die katholische St. Patrick's Kathedrale. An deren Ende stehen Statuen der Erzbischöfe Crolly und McGettigan, in deren Amtszeit die Kirche errichtet wurde. 1840 wurde mit dem Bau im Neugotischen Stil begonnen. Erst nach der großen Hungersnot konnte daran weitergebaut werden. 1873 war die Kirche fertiggestellt worden. An der Westfassade stehen Apostelstatuen in den Nischen. Das Innere der Kirche ist mit einer üppig bemalten Decke verziert. Buntglasfenster aus
München und Mosaiken verzieren die Wände. Die Köpfe irischer Heiliger befinden sich über
den Pfeilern im Hauptkirchenschiff. Der Altarraum wurde von 1981 - 1982 renoviert. Das Armagh Observatorium und Planetarium Das 1968 eröffnete Planetarium befindet sich unter einer Kuppel, in die Filme über den Nachthimmel
projiziert werden. Auf dem Gelände steht auch das 1789 von Erzbischof Robinson gegründete
Observatorium, die älteste Wetterstation auf den britischen Inseln. Die politische und soziale Geschichte der Gegend wird seit prähistorischer Zeit anhand
von Fundstücken aus der Region dargestellt. Das Museum der Royal Irish Fusiliers In diesem Museum wird die Geschichte des Regiments von 1793 bis 1968 erzählt. Dessen
Kampf gegen die Franzosen im Jahr 1813 und seine weitere Geschichte wird dokumentiert
anhand von Flaggen, Uniformen, Medaillen, Waffen, Silber, Porträts und Gemälden. Vom 17. bis zum 20. Jahrhundert war dies der Sitz des Erzbischofs. Im Innenhof ist das Palace Stable Heritage Centre untergebracht, in dem ein Tag im Palast und dessen Ställen dargestellt wird. Die Kapelle wurde von Erzbischof Robinson in Auftrag gegeben und 1786 von Francis Johnston aus einheimischem Kalkstein fertiggestellt. In der Nähe stehen das Konservatorium, ein Eishaus und ein Tunnel, durch den die Dienstboten das Haus betreten konnten. Im Gebäude sind heute die Büros des Armagh District Councils untergebracht. Neben dem
Eingang befinden sich die Ruinen des Mönchsklosters von Armagh.
Der Aufstieg Armaghs und das Christentum in
Irland im 9. Jahrhundert http://www.travelworldonline.de/cityguidearmagh.html
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