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City Guide Derry

Facts

  • Einwohnerzahl: 70 000
  • Zweitgrößte Stadt Nordirlands
  • Den Namen "Londonderry" trägt die Stadt seit dem 17. Jahrhundert. Vorher hieß sie Derry, was soviel bedeutet wie "Eichenhain". Den Zusatz "London" erhielt sie, als Derry Mitgliedern der Londoner Zünfte zum Wiederaufbau übergeben wurde.
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Lage

Londonderry liegt am Fluss Foyle nahe der Grenze zur Republik Irland. Lange Zeit war Londonderry von seinem Hinterland abgeschnitten. Seit die Grenzen wieder geöffnet wurden, nutzen viele Bewohner im Norden der Republik Irland die günstigen Einkaufsmöglichkeiten der Stadt.
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Geschichte

Prähistorische Besiedlung

Die Region von Londonderry gilt als einer der ältesten besiedelten Orte Irlands. Zahlreiche archäologische Fundstätten in der Umgebung beweisen, dass das Gebiet bereits in prähistorischer Zeit bewohnt war.
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Die Kelten

Die Anspielung auf einen Eichenwald, die im Namen der Stadt steckt, weist auf einen keltischen Kultplatz hin. Derry war mit ziemlicher Sicherheit Schauplatz keltischer Zeremonien. Bis ins 16. Jahrhundert bestimmten Tabus und Aberglaube den Zugang zu Sumpfgebieten nahe Derry und bestätigen deren prächristliche Bedeutung.
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Klostergründung

Die ersten historischen Hinweise auf die Existenz der Stadt stammen aus dem sechsten Jahrhundert. Damals wurde ein christliches Kloster auf dem Hügel von Derry errichtet, dessen Gründer der Hl. Columba (521 - 597) gewesen sein soll. Dieser gilt als Erbauer einer ganzen Reihe irischer Klosteranlagen. Ob er jedoch das von Derry errichten ließ, ist nicht bewiesen. Vielleicht war dieses Kloster auch nur eines von denen, die seine Lehre verbreiteten. Obwohl die Wikinger auch dieses Gebiet heimsuchten, entging das Kloster von Derry den schlimmsten Zerstörungen. Aus dem Kloster ging in späterer Zeit ein Augustinerkloster hervor, das bis ins 17. Jahrhundert bestand, und dann von den Londoner Kolonisten als erste Kirche genutzt wurde.
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Derry im Mittelalter

Seine erste Blütezeit erlebte Derry im 12. und 13. Jahrhundert, als der Klan der Mac Lochlainns die Geschicke des Ortes bestimmten. Derry wurde wohlhabend. Seine Bevölkerung nahm zu, Kloster und Schulen spielten eine große Rolle und die Stadt wurde ausgebaut.

Ihre Nachfolger im 14. Jahrhundert, die Norman de Burgos, waren nicht mehr so erfolgreich. Die Stadt verlor an Bedeutung. Auch die O'Dohertys, die um 1500 eine Burg für ihre Grundherren, die O'Donnells, in Derry errichteten, konnten dem Ort nicht mehr die Bedeutung verschaffen, die er im 12. Jahrhundert hatte.
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Englische Eroberungsversuche

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts versuchten die Truppen Königin Elizabeths I. die Provinz Ulster unter ihre Kontrolle zu bekommen, die damals noch als einziger Teil Irlands nicht unterworfen war. 1566 wurde eine englische Garnison in Derry errichtet, die nur wenige Jahre bestand. Erfolgreicher war die zweite Garnison, die 1600 hierher kam, um gegen die Klans der O'Neills und O'Donnells zu kämpfen. Als die beiden Lords 1603 flohen, entwickelte sich Derry zu einem kleinen Handelszentrum unter englischer Kontrolle, das Stadtrechte verliehen bekam. Schon wenige Jahre danach, im Jahr 1608, wurde die Stadt von Sir Cahir O'Doherty, einem ehemaligen Anhänger der Engländer, angegriffen und praktisch dem Erdboden gleichgemacht.
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Die englischen Plantations

Die wiederholten Misserfolge bei der Unterwerfung des irischen Nordens veranlassten den englischen König James I. dazu, Ulster dadurch zu unterwerfen, dass er loyale englische und schottische Siedler dorthin schickte, die treue Protestanten waren. Dies sollten in den "Plantations von Ulster" angesiedelt werden. Eine Gruppe, die für die Organisation dieser Massnahmen ausgewählt wurde, waren die Londoner Zünfte, die die zerstörte Stadt Derry wieder aufbauen sollten. Ihnen zu Ehren wurde die Stadt umbenannt in Londonderry.

Die neue Stadt wurde nach den neuesten Prinzipien der Stadtplanung angelegt, die vom Kontinent übernommen wurde. Und es wurde eine Stadtbefestigung errichtet, deren Mauern bis heute erhalten sind. Im Inneren der Befestigung durften nur noch protestantische Kirchen erbaut werden. Die St. Columb's Cathedral entstand 1633. Sie ist die erste protestantische Kirche, die in Irland nach der Reformation gebaut wurde.
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Die Rebellion von 1641 und ihre Folgen für Londonderry

Die Plantationpolitik Englands führte bald zu Aufständen gegen die neuen Siedler aus Schottland und England, die mehr an der Ausbeutung des Landes interessiert waren als daran, es zu besiedeln. Irische Rebellen griffen diese an und versuchten, sie aus Ulster zu vertreiben. Die Stadt und ihre Garnison unterstützten während dieser Wirren das "republikanische" Parliament in London gegen den König. Dieser ließ presbyterianische Truppen aufmarschieren und die Stadt belagern.
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Die große Belagerung von 1689

1689 verschloss Londonderry seine Stadttore für James II., der darum kämpfte, den Thron von England zurück zu gewinnen, den er während der unblutigen Glorreichen Revolution an seinen Schwiegersohn Wilhelm von Oranien verloren hatte.

James II. war vor Londonderry aufmarschiert, um die Stadt zur Kapitulation aufzufordern. Dreizehn Lehrjungen verschlossen jedoch die Tore vor seiner Armee. Daraufhin begann die längste Belagerung in der Geschichte der Stadt. Unter dem Kanonenbeschuss durch die Armee von James II. dauerte sie 105 Tage lang. Viele Bewohner der Stadt starben an Hunger und Krankheiten. Auch in der Belagerungsarmee gab es viele Tote. Die Kanonen, mit denen die Stadt verteidigt wurde, sind heute noch auf der Stadtmauer und an anderen Stellen der Stadt zu sehen. Nach mehr als drei Monaten durchbrach schließlich ein Versorgungsschiff die errichtete Sperre im Fluss.

Noch heute ist dieser Widerstand für die protestantische Vereinigung der "Apprentice Boys" Londonderrys von großer Symbolkraft. Sie sehen darin die Stärkung der parlamentarischen Demokratie in England, die von William und Mary gefördert wurde und von den Lehrjungen Londonderrys, den "Apprentice Boys", unterstützt wurde. Viele Protestanten Nordirlands sahen sich während der "Troubles", der Unruhen der vergangenen Jahrzehnte, als koloniale Freiheitskämpfer und nicht als Kolonisten, die die einheimische Bevölkerung unterdrücken. Mitglieder von Oranierorden sehen dies manchmal noch heute so, und das ist es, wofür sie in den Jahren des nordirischen Konflikts gekämpft haben.

Ganz anders wird der alljährliche Aufmarsch der Oranier von den katholischen Nationalisten verstanden. Sie sehen darin ein Zeichen des "Triumphs" der Unionisten.
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Das 18. und 19. Jahrhundert

Im 18. Jahrhundert wurde die Stadt wieder aufgebaut. Der Hafen von Londonderry wurde ausgebaut und war Mitte des 19. Jahrhunderts Schauplatz dramatischer Schicksale, denn von dort brachen viele Iren auf, um vor dem Großen Hunger in ihrer Heimat in andere Teile der Welt, vor allem nach Amerika, zu fliehen. Einige von ihnen gründeten die irischen Niederlassungen Derry und Londonderry im US-Bundesstaat New Hampshire.

Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich eine erfolgreiche Textilndustrie in der Stadt. Vier Bahnlinien machten Londonderry zum Verkehrsknotenpunkt.
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Londonderry im 20. Jahrhundert

Mit der Gründung der Republik Irland im Jahr 1921 wurde Londonderry zur Grenzstadt und verlor an Bedeutung. Erwähnenswert ist die Landung von Amelia Earhart, die 1932 als erste Frau im Alleinflug den Atlantik überquert hatte und in Londonderry landete.

Zur Zeit der Unruhen in Ulster war Londonderry oft Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen nordirischen Katholiken und den Ulster Unionisten. Der Streit um den Stadtnamen ist dafür kennzeichnend. 1984 änderte der Stadtrat den Namen wieder in Derry, aber bis heute wird von der britischen Verwaltung der Name Londonderry verwendet. Bei Berichten der BBC achtet man genau darauf, immer beide Namen zu nennen.

Eines der schlimmsten Ereignisse in Derry während der "Troubles" ist der Blutsonntag vom 30. Januar 1972 gewesen. Bis heute ist nicht geklärt, ob britische Fallschirmjäger damals 13 nordirische Katholiken in Notwehr erschossen haben, wie es von offizieller Stelle heißt. Im Jahr 2000 wurde eine Kommission britischer, neuseeländischer und kanadischer Richter eingesetzt, die die damaligen Ereignisse untersuchen soll. 2000 Zeugen müssen dafür befragt werden. Darunter ist auch der derzeitige nordirische Erziehungsminister Martin McGuinness, der sich inzwischen öffentlich dazu bekennt, damals die "Nummer 2" der Untergrundorganisation IRA in Londonderry gewesen zu sein. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sollen 2002 feststehen.
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Attraktionen

Die Stadtmauer

Die Irish Society, der die Aufgabe zufiel, Ulster mit Schotten und Engländern zu besiedeln, errichtete zwischen 1613 und 1618 die Stadtmauer um die Plantationstadt. Ursprünglich gab es vier Stadttore. Das Ferryquaytor wurde von den Lehrjungen verschlossen, als die Armee James II. anrückte. über dem Shipquay Gate gegenüber der Guildhall stehen fünf der Kanonen, mit denen die Stadt während der Großen Belagerung verteidigt wurde. Südwestlich des Butcher's Gate befindet sich die Royal Bastion, von der aus die Bewohner der Stadt signalisierten, dass sie nicht kapitulieren wollten. Und das Bishop's Gate wurde 1789 in Erinnerung an Wilhelm von Oranien wieder errichtet. Die anderen drei Einfahrten in die Stadt sind später entstanden.
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St. Columb's Cathedral

Die Kirche wurde nach einem Beschluss der Irish Society 1628 errichtet und 1634 eingeweiht. Sie ist die erste Kathedrale, die nach der Reformation auf den britischen Inseln gebaut wurde. Sie ist ein Beispiel der englischen Spätgotik und ihre Fassade ist stark befestigt.

Das Fenster in der Chorsakristei zeigt das Schließen des Tors im Jahr 1688 (links), die Stadt im Jahr 1689 (Mitte) und die Jahrhundertfeier von 1789 (rechts). Nachfahren der Stadtverteidiger schenkten sie 1913 der Kirche. Das Kirchendach wird von Balkenträgern gestützt, die die Bischöfe von Derry zwischen 1634 und 1867 und Reverend George Walker darstellen. Die Mahagoniorgel stammt aus dem Jahr 1747.

Im Kapitelhaus werden die Schlüssel und Schlösser der vier Stadttore aufbewahrt. Außerdem finden sich dort Kanonenkugeln, das Schwert George Walkers, Überreste der Flagge, mit der die Verweigerung der Kapitulation angezeigt wurde und andere Erinnerungsstücke aus der Geschichte Londonderrys.
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Tower Museum

Öffnungszeiten: Di. - Sa. 10.00 - 17.00, im Sommer länger

In einem der Stadttürme gegenüber der Guildhall befindet sich ein Museum über die Geschichte der Stadt von der Frühzeit bis in die Gegenwart.
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Fifth Province

Am Butcher's Gate.

In diesem modernen Konferenzzentrum wird eine Ausstellung über die Geschichte und Kultur der Kelten gezeigt.

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Craft Village

Ein Beispiel gelungener Stadtverschönerung ist das Craft Village. Am unteren Ende der Shipquay Street wurden vernachlässigte Hinterhöfe zu einem Ladenzentrum umgebaut, in denen verschiedene kunsthandwerkliche Produkte verkauft werden und Cafés zum Aufenthalt einladen.
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Die Shipquay Street

Die Hauptstraße durch die Innenstadt führt über den Zentralplatz der Stadt, den Diamond. Hier stand früher das Rathaus. Es wurde während einer der zahlreichen Belagerungen der Stadt zerstört und befindet sich heute in der Guildhall außerhalb der Stadtmauern.
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Bishop's Street

Innerhalb der Stadtmauern befinden sich an der Bishop's Street einige sehenswerte Gebäude. Die Irish Society hat ihren Sitz in einem georgianischen Gebäude aus dem 18. Jahrhundert. Das Gerichtsgebäude ist im Greek Revival Stil aus weißem Sandstein erbaut. Gegenüber steht der frühere Bischofspalast, in dem heute die Freimaurerhalle untergebracht ist. Während der Großen Belagerung wohnte hier der Kommandant der Verteidiger, Oberst Henry Baker.
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Die Guildhall

In der Guildhall wird heute als Rathaus genutzt. Sie wurde zweimal schwer beschädigt: durch ein Feuer im Jahr 1908 und durch Bomben im Jahr 1972. Sie wurde 1890 im neugotischen Stil errichtet mit Geldern der Irish Society. Sehenswert ist die Schatzkammer, die Gegenstände aus der irischen Geschichte enthält. (Führung nach Voranmeldung: Tel. 01504/36 51 51).
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Foyle Valley Railway Centre

An der Foyle Road. Öffnungszeiten: Juni - August: Di. - Sa. 10.00 - 17.00, September bis Mai: So. 14.00 - 18.00.

Nahe der Brücke über den Foyle River liegt das Eisenbahnmuseum, das an die Zeit erinnert, als vier Eisenbahnlinien hier ihren Ausgang nahmen. Ausflugszüge mit Dieselloks fahren entlang des Flusses auf einer Schmalspurstrecke.
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Workhouse Museum

23 Glendermott Rd., Waterside. Di. - Sa. 10.00 - 17.00. Tel. 01504/342 963

Das Arbeitshaus wurde 1840 für 800 Insassen gebaut. Heute befindet sich darin eine Bibliothek und ein Museum, das sich mit der Rolle Londonderrys während des Zweiten Weltkriegs befasst und die schlimmen Bedingungen in den Arbeitshäusern des 19. Jahrhunderts zeigt.
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Achtung

In Nordirland kann das Parken in Stadtzentren auf Autos beschränkt sein, in denen jemand sitzt.

Weiterführende Links:

Die Revolte von Sir Cahir O'Doherty
City of Derry (engl.)
History of Derry (engl.)
Bloody Sunday - Ein Justizirrtum



http://www.travelworldonline.de/cityguidelondonderry.html

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