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Kanadische ErdbebentätigkeitSchwerpunktDer Schwerpunkt der kanadischen Erdbebentätigkeit liegt im Westen des Landes. Der Großteil Kanadas - vor allem im Norden - besteht aus sehr altem Gestein, das schon sehr lange keinen plattentektonischen Bewegungen mehr unterworfen ist. Der Kanadische Schild gehört mit zu den ältesten Gesteinen der Erde. Dort sind in der bekannten Geschichte Kanadas bisher keine Erdbeben oder vulkanischen Aktivitäten verzeichnet worden. Anders sieht es im Westen des Landes aus. British Columbia grenzt an den Feuerring, der den gesamten Pazifischen Ozean umspannt. Vulkanausbrüche entlang der Westküste Amerikas, wie der des Mt. St. Helens im US-Bundesstaat Washington im Jahr 1982 oder von anderen Vulkanen in Alaska belegen eindrucksvoll Vorgänge unter diesem Gebiet, die als Beleg für die Plattenverschiebung in dieser Region angesehen werden. Erdbeben, die hier zwar nicht so häufig sind, wie in anderen Gebieten der Westküste,
die aber trotzdem immer wieder auftreten, weisen ebenso darauf hin. Jüngst geschah
dies beim Erdbeben von Seattle am 28. Februar 2001, als in einer Tiefe von 50 km die
Erde mit einer Stärke von 6,8 auf der Richterskala bebte. HäufigkeitDie seismische Tätigkeit in dieser Region ist bekannt, seit die ersten europäischen Entdecker hierher kamen. Bereits im Jahr 1700 wurde ein Erdbeben mit einer wahrscheinlichen Stärke von 9,0 in den Cascade Mountains südlich von Vancouver erwähnt. Immer wieder bebt die Erde hier. Größere Erdbeben registriert man etwa alle 20 Jahre. Kleinere kommen fast jeden Tag vor. Diese sind aber so schwach, dass sie kaum wahrgenommen werden. Vor allem im 19. und 20. Jahrhundert sind einige größere Beben verzeichnet worden. 1872
bebte die Erde im nördlichen US-Bundesstaat Washington mit einer Stärke von 7,4 auf
der Richterskala. Zweimal erbebte Vancouver Island: 1918 durch ein Beben von der
Stärke 7,0 und 1946 von 7,3 auf der Richterskala. 1949 wurden die Queen Charlotte Inseln
von einem Erdstoß der Stärke 8,1 erschüttert. OpferBisher sind bei diesen Beben keine größeren Schäden zu verzeichnen gewesen. 1946 traf es die Mitte Vancouver Islands. Das Epizentrum lag unter dem Forbidden Plateau westlich von Courtenay und Campbell River. Einige Häuser wurden schwer beschädigt. Eine Flutwelle tötete das einzige Todesopfer dieses Bebens - einen Mann, dessen Boot kenterte. Der Grund für die niedrigen Schäden ist wohl darin zu suchen, dass der Westen
British Columbias nur sehr dünn besiedelt ist. Die Orte nördlich von Victoria und
Vancouver werden immer kleiner und weniger. Verlässt man die Insel oder gelangt man
in die Region nördlich von Powell River auf dem Festland, so kommt man in Gebiete,
in denen nur noch wenige Menschen leben. Einige Indianersiedlungen und Holzfällercamps -
das ist alles, was in den nördlichen Gebieten bis hinauf nach Prince Rupert auf
menschliches Leben hindeutet. Daher richten dort auftretende Erdbeben bisher auch
relativ wenig Schaden an. TsunamisGefährlicher sind da schon die Tsunamis. Das sind Flutwellen, die durch Erdbeben oder Seebeben ausgelöst werden und oft über Tausende von Meilen durch den Ozean wandern. Sie treten oft ohne Vorwarnung auf und zerstören Fischerboote und oft ganze Küstenabschnitte. Eine der bekanntesten Tsunamis wurde durch das Karfreitagserdbeben in Alaska im Jahr 1964 in Bewegung gesetzt. Sie zerstörte zunächst einige Orte entlang der alaskanischen Küste und wanderte dann an der nordamerikanischen Küste weiter nach Süden bis hinunter nach Kalifornien. Viele der Holzstämme, die heute an diesen Küstenabschnitten gefunden werden, stammen noch von dieser Naturkatastrophe. Auch auf Vancouver Island verursachte diese
Flutwelle überschwemmungen und setzte Häuser unter Wasser. Fische wurden aus dem Bachbett
geschwemmt und verendeten nach dem Rückzug des Wassers, weil sie nicht mehr den Weg
zurück in den Fluss fanden. UrsachenGeologen haben diese seismisch aktive Zone inzwischen genau untersucht und haben
festgestellt, dass sich in dieser Region mehrere Erdplatten treffen.
Das Verhalten dieser Erdplatten zueinander bestimmt, wo und wann Erdbeben
auftreten. Der Mikrokontinent Vancouver IslandErst 1980 haben Geologen festgestellt, dass Vancouver Island ein eigener kleiner Erdteil, ein sogenanntes Terran, ist, das im Südpazifik entstand. Vorher gaben ihnen tropische Fossilien auf der Insel Rätsel auf. Vancouver Island ist nicht, wie man bis dahin glaubte, vom Festland British Columbias abgebrochen. Vielmehr entstand es über einen Zeitraum von etwa 250 Millionen Jahren im südpazifischen Raum und bewegt sich seither nach Norden, wo es sich vor circa 100 Millionen Jahren British Columbia näherte. Heute ist die Ansicht verbreitet, dass die Insel etwa beim heutigen Oregon
oder Kalifornien auf den amerikanischen Kontinent traf und sich seitdem
entlang der Bruchstellen nach Norden vorarbeitet. Jüngere Plattenstücke
schlossen sich vor etwa 40 Millionen Jahren dem Süden der Insel an. Andere ErdplattenWeitere Erdplatten wirken mit im komplexen Zusammenspiel der unterirdischen Kräfte, die die Erdbebentätigkeit im Westen Kanadas bestimmen. Die nach Osten driftende Juan de Fuca Platte trifft auf die nach Westen wandernde Nordamerikanische Platte. Die beiden treffen vor der Westküste Kanadas und der nordwestlichen USA aufeinander. Gelegentlich verhaken sich die Platten ineinander. Spannung baut sich auf, bis diese sich in einem Erdbeben löst. In der bekannten Geschichte British Columbias traten mehrfach Erdbeben auf, die
jedoch keine größeren Schäden verursacht haben. Die Geologen glauben, dass der
zeitliche Anstand zwischen Megaerdstößen in dieser Region durchschnittlich 500
Jahre beträgt. In der Zwischenzeit versucht die Juan de Fuca Platte erfolglos
unter die Nordamerikanische Platte zu driften. Dabei werden Felsen am Rand
dieser Zone angehoben und Berge bilden sich. Prognose für die ZukunftFanden die meisten und schwersten Erdbeben der amerikanischen Westküste in der bisherigen Geschichte auch nördlich oder südlich von Westkanada statt, so ist das Potential eines Großen Bebens dennoch vorhanden. Noch immer ist es so, dass ein großer Teil der Küstenregionen British Columbias nur sehr dünn besiedelt ist. Tritt das Große Beben in diesen Stellen auf, sind die Schäden gering. Trifft es jedoch die immer dichter besiedelten Großräume von Vancouver und Victoria, dann sind durch eine Katastrophe Millionen von Menschen bedroht. Die kanadischen Behörden bemühen sich darum, sich und die Bewohner dieser Städte
auf eine mögliche Erdbebenkatastrophe vorzubereiten.
Kanada Geologie http://www.travelworldonline.de/erdbeben.html
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