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Geschichte der Ile d'Orleans

© MTOQ / Hurteau, Paul; Parent, Claude
© MTOQ / Hurteau, Paul; Parent, Claude;

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Die Insel im St. Lorenzstrom ist schon seit Urzeiten bewohnt. Erst lebten Indianer des Huronenstammes auf der Insel und gaben ihr den Namen Minigo, was aus dem Algonquin übersetzt soviel bedeutet wie verhext. Die Indianer betrachteten die Insel als Sitz der Geister.

1535 erreichte sie Jacques Cartier und berichtete von dem Überfluss an Weinreben, die er auf der Insel vorfand. Daher nannte er sie auch zunächst Insel des Bacchus. Ein Jahr später jedoch kam er zurück und taufte sie um zu Ehren des Sohns des französischen Königs, dem Herzog von Orleans.

Wegen ihrer günstigen Lage gehörte die Ile d'Orleans zu den ersten Regionen Neufrankreichs, die ab 1636 von Bauern vor allem aus der Normandie und dem Poitou besiedelt wurde. Bei einem Überfall der Irokesen im Jahr 1656 kamen die ersten Kolonisten ums Leben. Aber nur vier Jahr später wurde die Insel erneut von Franzosen besiedelt.

Unter der französischen Herrschaft wurde die Seigneurie, der Großgrundbesitz, in Landstreifen unterteilt, die senkrecht zum Fluß verliefen und so besten Zugang zum Ufer boten. Noch heute werden auf dem Farmland der Insel Erdbeeren, Himbeeren, Äpfel, Spargel und Kartoffeln angebaut. Im Frühjahr wird außerdem der Ahornsirup geerntet und zu verschiedenen Produkten weiter verarbeitet.

1759 wurde die Insel von britischen Truppen besetzt und geplündert, und von den damals 350 Bauernhöfen blieben nur drei unangetastet. Während der Schlacht auf den Plaines d'Abraham vor den Toren Quebec Citys dienten sie als Ausgangsbasis für die Eroberung der Stadt durch den britischen General James Wolfe.

Viele der heutigen Einwohner können ihre Herkunft noch bis zu den ersten Kolonisten zurück verfolgen, die hier ankamen, als die Insel mehr Einwohner als die Hauptstadt der Kolonie besaß.

Seit 1935 erst ist die Insel zugänglich über die Taschereau Brücke. Sie hat aber kaum etwas von ihrer ländlichen Idylle verloren, die im 19. Jahrhundert den Maler Horatio Walker in ihren Bann zog, und später den Liedermacher Felix Leclerc.

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