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Hugh O'Neill (1550 -1616)

Herkunft und Jugend

Hugh O'Neills Leben zeigt, wie sich die Wirren Ende des 16. Jahrhunderts in irischen Familien auswirkten.

Er wurde 1550 geboren als Sohn des illegitimen Sohns von Conn O'Neill, dem ersten Earl of Tyrone. Dieser hatte eine Reihe von Söhnen, deren ältester Sean war. Hugh's Vater Matthew ging aus einer Affäre Conn's mit der Witwe eines Schmied hervor. Conn erkannte ihn offiziell als seinen Sohn an. Da Matthew jedoch älter als Sean war, hätte dies für jenen den Verlust seines Erbes bedeutet. Es kam zum Streit zwischen den beiden Halbbrüdern, im Laufe dessen Sean Matthew und dessen ältesten Sohn Brian töten ließ. Hugh O'Neill war der zweitälteste Sohn Matthews.

Nach Conns Tod wurde Sean als Anführer der O'Neills anerkannt. Die Engländer, die unter Königin Elizabeth I. versuchten, ihren Einfluss über das Kerngebiet von Pale auf ganz Irland auszuweiten, trachteten danach, einen Anführer ihrer Wahl einzusetzen. Hugh wurde wahrscheinlich aus diesem Grund englisch erzogen. Er wurde der Vormundschaft von Giles Hovenden unterstellt, einem englischen Siedler, der ihm die englische Lebensweise beibrachte. Während dieser Zeit erfuhr er auch, dass Seans Männer seinen älteren Bruder Brian und seinen Vater getötet hatten, und dass er der neue Baron von Dungannon war, der Anspruch auf den Titel des "O'Neills" erheben musste.
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Im Dienste der Engländer

1567 lernte er auf einer Reise nach England das London Drakes und der englischen Piraten der Krone kennen. Vielleicht hat er dort von anderen irischen Adligen gehört, die sich geweigert hatten, englische Vorschriften zu befolgen und dafür im Tower gelandet waren.

Jedenfalls unterwarf er sich englischen Gesetzen und kämpfte in den 1570er Jahren sogar auf Seiten der Engländer während der Rebellion von Munster. Dabei war er ein Verbündeter des Earl of Essex, des Günstlings Elizabeth I., der 1573 Hughs Schwiegervater und dessen Gefolge in einen Hinterhalt lockte und nach einem gemeinsamen Mahl töten ließ. Ein Jahr später erfuhr er sicherlich davon, dass die Familie von Sorley Boy MacDonnell und 600 weitere Frauen, Kinder, Verwundete und Alte, die dieser zu deren Schutz nach Rathlin Island geschickt hatte, von Essex getötet worden waren. Trotzdem hielt Hugh O'Neill noch an seiner Loyalität gegenüber den Engländern fest und erhoffte sich die Unterstützung seiner Ziele.

Aber es gab Streitpunkte zwischen Hugh und den Engländern - seine Religion, die Widerspenstigkeit seiner Leute und deren Hass auf alles Englische, seine Sympathie und Toleranz dafür, auch wenn er selbst die Vorzüge eine Stellung in Wohlstand genoss. Er wurde müde, ständig seine Loyalität gegenüber den Engländern erklären zu müssen und sich trotzdem immer wieder neuen Spionen und Verdächtigungen ausgesetzt zu sehen.
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Widerstand im Neunjährigen Krieg

1595 brach der Widerstand aus. Hugh O'Donnell griff Monaghan Castle an der Südgrenze von Ulster am 28. Mai an. Dabei kursierten bereits Gerüchte, dass die Truppen Ulsters insgeheim von dem irischen Lord angeführt wurden, auf den die Engländer ihre Hoffnung gesetzt hatten - Hugh O'Neill. Er soll bereits seinen Halbbruder Art MacBaron bei dessen Erstürmung der englischen Festung am Blackwater River unterstützt haben.

O'Neill, der bis dahin den Titel des Earl of Tyrone getragen hatte, legte diesen englischen Titel ab und wurde zum Anführer der O'Neill bestimmt. Er hatte erkannt, dass sein keltisches Erbe, die traditionellen Brehongesetze und sein katholischer Glaube bedroht waren und hatte beschlossen, sich gegen die immer stärker werdenden Engländer zur Wehr zu setzen. Diese waren darauf völlig unvorbereitet und wurden aus Ulster vertrieben, an dessen Südrand sie Befestigungsanlagen errichteten.

Damit zwangen sie die Iren dazu, diese anzugreifen. Diese konnten ihre Überlegenheit in den Guerillataktiken, die sie bis dahin angewandt hatten, nicht mehr nutzen, und damit wendete sich das Blatt langsam zugunsten der Engländer.

Allerdings wurde O'Neills Armee erst am 24. Dezember 1601 in der Schlacht von Kinsale geschlagen. Er zog sich zurück auf seine Ländereien, weigerte sich aber zu kapitulieren. Die Engländer versuchten, ihn und seine Anhänger in der Folge auszuhungern, indem sie von ihren Festungen aus die Ernten in Ulster niederbrannten. Hugh O'Neill und Hugh O'Donnell versuchten, die Hilfe der katholischen Spanier zu mobilisieren, die nach langem Zögern 3800 Infanteriesoldaten unter dem Kommando von Don Juan del Aguila nach Kinsale sandten. O'Neill griff die Engländer erneut an. Dabei marschierte er nach spanischer Angriffstaktik auf und wurde 1602 von Lord Mountjoy in der Nähe von Omagh besiegt. Am 30. März 1603, sechs Tage nach dem Tod Königin Elizabeths I., kapitulierte O'Neill vor den Engländern. Im selben Jahr wurde der Vertrag von Mellifont unterzeichnet, in dem O'Neill und die Engländer sich einigten. O'Neill behielt seine Ländereien, musste aber das englische Gesetz anerkennen und seinen irischen Titel ablegen.
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Die Flucht der beiden Earls

Dem Namen nach behielten O'Neill und die anderen irischen Anführer ihre Stellungen in Ulster. Weil sie nach einiger Zeit einen Hinterhalt der Engländer befürchteten, verließen sie Irland im Jahr 1607 und flohen auf den Kontinent. O'Donnell starb bald darauf. Hugh O'Neill lebte noch mehrere Jahre in Rom, wo er 1616 starb. Seine Ländereien und die Besitzungen der anderen Flüchtlinge wurden unter schottischen und englischen Protestanten aufgeteilt, die Irland für die Engländer befrieden sollten. Die Flucht der Earls steht am Beginn des nordirischen Widerstands gegen die protestantischen Kolonisten in Nordirland. Erst heute, nach fast 400 Jahren, besteht berechtigte Hoffnung auf eine friedliche Lösung.
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Weiterführende Links:

Hugh (The Great) O'Neill 1550 - 1616, Earl of Tyrone

Weiterführende Literatur:

http://www.travelworldonline.de/hughoneill.html

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