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Wasser in Kalifornien

Wasserversorgung in Kalifornien

Central Valley Project und State Water Project

Sowohl das Central Valley Project der Bundesregierung, das in den 1930er Jahren begonnen wurde, als auch das State Water Project aus den 1960er Jahren stoßen auf dasselbe Problem: Das meiste Wasser Kaliforniens kommt aus den Bergen nördlich von Sacramento im Winter und Frühjahr. Aber die größten Mengen werden in den Städten und auf den Farmen des trockenen Südens im Sommer und Herbst benötigt. Dieses Missverhältnis hat traditionellerweise den dünn besiedelten Norden gegen den Süden aufgebracht.

Ingenieurgeist und Milliarden von Steuerdollars haben dieses Missverhältnis zurechtgerückt - und sie taten das mit einer Geschwindigkeit und einem Glauben an die Technologie, der jetzt fast fremd erscheint. Ehrgeizige Dämme verwandelten Flussschluchten in Stauseen, Millionenliterventile öffneten sich, und Wasser floss im Zickzack durch Betonkanäle - sogar Kanäle hinauf und über Berge - in den Süden. Die kombinierten Projekte stellen das größte Wasserkontroll- und Transportsystem der Welt dar. Ihr Potential, die natürlichen Wassersysteme völlig durcheinander zu bringen, die sie ersetzten, stellte sich erst im Laufe der Zeit heraus.

Die beiden Wasserprojekte befinden sich im Zentraltal, einem großen Becken, das durch mehr als die Hälfte des Staates verläuft. Sie verlaufen parallel zueinander und decken sich häufig. Grüne Obstgärten und Getreidefelder erstrecken sich von Seitenkanälen aus im ganzen Tal so regelmäßig wie Tapeten.
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Das Sacramentodelta

Das Sacramentodelta bildet das Herz des Wasserversorgungssystems und auch den Schwachpunkt. Es ist ein riesiges Binnenmündungsgebiet, wo der Sacramento River aus dem Norden und der San Joaquin River aus dem Süden zusammenfließen und sich dann in die San Francisco Bay ergießen. Pumpen am Südende des Deltas saugen viel von diesem Wasser auf und schicken es weiter nach Süden. Es dauert bis zu zwei Wochen, bis das Wasser aus den nördlichen Stauseen in den Sacramento River gelangt, dann weiter durch das Delta fließt und bis zum Kunden Hunderte von Kilometern im Süden gepumpt wird. Die Reservoirs müssen auch Wasser ablassen, um die Qualitäts- und Fließstandards zu erfüllen - mindestens soviel, dass genügend Strömung zum Meer hin erhalten bleibt, um das Salzwasser zurückzuhalten, das sonst bis zu den Pumpen im Binnenland hereinströmen könnte.

Aber es ist noch komplizierter. So verfärben beispielsweise giftige Abwässer aus einer alten Mine einen Teil des oberen Sacramento River milchig grün. Den Fluss zu verdünnen, um das Wasser wieder sicher für Fische und Benutzer am unteren Ende des Flusses zu machen, kostete 1 300 000 l Stauwasser im letzten Jahr. Die Stauseen mussten auch kaltes Wasser ablassen, um den Fluss auf der günstigsten Temperatur für Lachse zu halten. Bereits am Stausee beginnt der Wettkampf ums Wasser.
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Grundwasserentzug

Dazu kommt, dass Farmer und einige Städte Wasser schneller aus dem Grund pumpen, als die Wasserströme sich wieder auffüllen können. Grundwasserentzug ist noch immer größtenteils ungemessen und unreguliert in Kalifornien. Im allgemeinen denken die Farmer, dass jeder seinen Strohhalm in einer großen Dose hat - und wenn man nicht daran zieht, dann tut es ein anderer. Aber dadurch, dass sie ziehen, wird die Dose flacher: mit weniger Wasser brechen die Strukturen der Wasserader zusammen, und die beschädigte Ader wird nie wieder so viel Flüssigkeit halten wie früher. Das Zentraltal hat dadurch bereits die Hälfte der natürlichen unterirdischen Wasserlagern verloren, die durch Staudammbau und Steuerdollars hinzugefügt wurden.
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Weiterführende Literatur:

National Geographic Special Edition, Water, The Power, Promise and Turmoil of North America's fresh water, Washington 1993, SS. 38-52

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