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Leben mit Erdbeben in Kalifornien zu Favoriten hinzufügen
Entwicklung von Erdbebenvorhersagen
Reaktion auf solche Vorhersagen
Erdbebensichere Hochhauskonstruktionen
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Literatur
Geologie Kalifornien
Brauchbare und zuverlässige Erdbebenvoraussagen gibt es noch immer nicht. Alles, was man bisher machen kann, ist die Wahrscheinlichkeit eines Bebens zu vermuten. Man zieht jedoch rückblickend Erkenntnisse aus Erdbeben, die für die Zukunft wappnen sollen. Geologen haben ein Erdbeben im Kaukasus von 1988 untersucht und festgestellt, dass in den seismologischen Messungen erkennbar war, wann die Erdplatten sich in die Quere kamen und sich eine zunehmende Spannung aufbaute. Die Reibung der Erdmassen konnte einige Zeit lang verfolgt werden, bevor es wieder ruhig wurde. Erst kurz vor dem eigentlichen Beben stellte man wieder Bewegung fest - in der Region, in der später das Epizentrum lag.
Japan liegt, ebenso wie Kalifornien, auf sehr erdbebenanfälligem Gebiet. Dort versucht man seit Jahren, sichere Erdbebenvorhersagen zu erhalten. Man hat dort Präzisionsseismometer in bis zu 2 000 m Tiefe verlegt, um jedes noch so geringe Schaukeln der Erde zu registrieren. Die Messungen werden auf dem Grund des Pazifischen Ozeans gemacht und über Koaxialkabel zum Erdbebenmessungszentrum weitergeleitet. Die Japaner glauben heute Beben etwa zwei bis drei Stunden voraussagen zu können, das berüchtigte "Große Beben" vielleicht sogar zwei bis drei Tage vorher. Andere Systeme überwachen die Erdkrustenbewegung mit Messgeräten, die mit dem Anpeilen von Objekten im Weltraum genaue Zahlen erhalten.
Es gibt auch ziemlich skurrile Voraussageversuche. So hat in San Francisco ein Geologe sogar einmal untersucht, ob die Wahrscheinlichkeit für ein Erdbeben in der Großstadt zunimmt, wenn auffällig viele Haustiere als vermisst oder gefunden in den Zeitungen auftauchen. Diese Art der Erdbebenvorhersage hat sich aber nicht bestätigt.
So weit hergeholt, wie es sich anhört, ist dieser Ansatz trotzdem nicht. In China
hörten eines Tages Hühner, Pferde und Schafe zu fressen auf, Schlangen kamen trotz
eisiger Kälte aus ihren Löchern und erfroren. Auf diese Anzeichen hin evakuierte man
die Stadt Haicheng, und nur einige Tage danach fand ein Erdbeben mit der Stärke 7,3
auf der Richterskala statt. Es ist nur so, dass solche Warnzeichen nicht immer auftreten.
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Nach einer solchen Vorhersage schalten Computer ein Notsystem ein, das Züge stoppt,
die Gasversorgung unterbricht und Ölraffinerien abschaltet. Automatische Adapter
setzen Radio- und Fernseher in Gang, um die Bevölkerung zu warnen. Die betroffenen
Einwohner trainieren jedes Jahr den Ernstfall für das "Große Beben". In Kalifornien
haben viele Familien Lebensmittelrationen für den Notfall gelagert. Jedes Kind weiß,
wie man sich im Ernstfall verhalten muss. Das wird bereits in den Schulen eingeübt.
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Um Panik in Hochhäusern zu vermeiden, die durch extreme Schwingungen ausgelöst werden
könnte, hat man Mechanismen entwickelt, die diese Schwankungen um die Hälfte reduzieren.
Andere Häuser werden noch raffinierter auf Erdbeben vorbereitet: Dort analysieren Computer,
wo das Haus "weich" auf Erdbebenwellen reagieren soll, öffnen Ventile in hydraulischen
Zylindern und Stützen und Streben können sich unabhängig voneinander bewegen und Schwingungen
auffangen. Nach dem Beben in San Francisco im Jahr 1989, als die Oakland Bay Bridge
zusammenbrach, wurden in viele ältere Häuser Stahlstangen eingebaut, die verhindern sollen,
dass diese beim "Großen Beben" auseinanderbrechen.
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P.M. 11/93, Erdbeben, SS. 30-36
Erdbeben!, in: P.M. Perspektive, Naturgewalten, München 1998, SS. 36-43
http://www.travelworldonline.de/lebenmiterdbeben.html