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Die Megalithgräber Irlands

Theorien über die Herkunft der Grabanlagen

Die Steinzeitmenschen Europas begannen vor über 6000 Jahren Gräber und Zeremonialplätze über ihren Toten zu errichten. Damit begann die Zeit vorgeschichtlicher Grabbauten, das Megalithikum. Ursprünglich dachten die Archäologen, dieser Kulturwandel sei durch Zuwanderung aus solchen Gegenden wie Ägypten zustande gekommen, wo es bereits große Steingräber wie die Pyramiden gab. Man dachte, dass die ersten Ackerbauern diese Art der Bestattung mit sich gebracht hatten. Später zeigte sich aber, dass Ackerbau bereits vor der Errichtung dieser Gräber in den betreffenden Regionen bekannt war, und man ging dazu über, religiöse Gründe für die Errichtung dieser Megalithgräber zu suchen.

Die Erbauer können mit den Ägyptern nichts zu tun haben. Denn man hat herausgefunden, dass die ältesten dieser Gräber mehr als 2000 Jahre älter sind als die Pyramiden. Dazu gehören die Gräber von Carrowmore in Irland und in der Bretagne. Heute wird allgemein akzeptiert, dass diese Grabanlagen etwa 5000 v. Chr. von den Steinzeitkulturen selbst entwickelt wurden. Warum und wozu ist jedoch noch immer nicht bekannt. Vor 5000 Jahren verschwand diese Form der Bestattung völlig. Es gibt keine ähnlichen Riten, die die Zeit überdauert haben und von denen man Rückschlüsse ziehen könnte. Genausowenig weiß man über soziale, psychologische und religiöse Hintergründe für ihr Entstehen.
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Irische Grabformen

Die Blütezeit des Megalithikums war kurz vor 3000 v. Chr. Alle großen Stätten entstanden in dieser Zeit: Stonehenge, Newgrange, Knowth, Dowth und Carnac. In Irland kennt man vier Haupttypen unter den Grabanlagen dieser Zeit: Hofgräber, Portalgräber, Ganggräber und Keilgräber.

Hofgräber gelten als die älteste Form. Es sind trapezförmige Hügelgräber, an deren breiteren Ende sich ein U-förmiger Hof befindet, der von Steinplatten flankiert wird. Portalgräber enthalten eine rechteckige Kammer, deren Eingang durch zwei Platten gesäumt wird, die größer sind als die in der Kammer. Diese wird durch einen großen Deckstein abgedeckt.

Keilgräber bestehen aus einer langen, hohen und breiten Kammer am Eingang, die nach hinten hin immer schmäler wird. Dies wird durch Reihen von aufrecht stehenden Steinen vor der Kammer betont. Der gesamte Bau wird von einem D-förmigen Hügelgrab umgeben, wobei die Kammer selbst vom Zentrum der geraden Seite aus zugänglich ist. Diese Grabart wird dem Ende des Megalithikums zugeordnet.

Ganggräber bestehen aus einem Gang aus zwei parallelen Reihen von Steinplatten, die in die Kammer führen. Diese kann verschiedene Formen haben und Gang und Kammer sind oft von einem runden Hügel überwölbt. Diese Grabformen kommen oft in Gruppen vor, die häufig an auffallenden Stellen positioniert sind. Die meisten dieser Grabarten scheinen aus dem 4. Jahrtausend v. Chr. zu stammen.
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Kollektivgräber

Alle diese Grabanlagen sind Kollektivgräber, in denen die Toten über Jahrhunderte hinweg begraben wurden. Im Gegensatz zu den Begräbnisstätten im Orient, wo ein Grabmal für einen Herrscher errichtet wurde, sind diese Gräber immer neuen Bedingungen angepasst worden und ständig verändert, ergänzt und umgebaut worden. Riten änderten sich, Bestattungsformen variierten.

In länglichen Gräbern, die als älter gelten, sind die Toten direkt in den Kammern bestattet worden. In den Ganggräber scheinen sie erst verbrannt und ihre Asche dann in die Kammer hineingebracht worden zu sein. Oder sie wurden vor den Gräbern vergraben, und erst ihre Knochen wurden in die Kammern im Innern der Anlagen gebracht.

Im Laufe der Zeit verschwinden die Langgräber immer mehr und runde Formen herrschen vor. Die Bestattungsriten der Verbrennung und Bestattung scheinen ab dem 3. Jahrtausend v. Chr. nebeneinander zu existieren.
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Literatur:

Frank Teichmann, Megalithkultur in Irland, England und der Bretagne, Stuttgart 1999
Göran Burenhult, The Megalithic Cemetery of Carrowmore, Co. Sligo, Tjörnarp, 1995

http://www.travelworldonline.de/megalithgraeber.html

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