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Montreal - Gärten und verborgene Parks

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Gärten und verborgene Parks

Jedes Jahr im Frühjahr erwacht Montreal von neuem aus eisigem Winterschlaf - und am schönsten ist dies in den zahllosen Parks und Gärten der Stadt zu sehen. Am spektakulärsten ist dieses alljährliche Schauspiel sicherlich in den verschiedenen Themengärten des Botanischen Gartens. Aber Montreal besitzt auch kleine, intime Gärten, in denen die Frühjahrsblüte vielleicht noch faszinierender ist.
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Der Garten des Sulpizianerseminars

Einer der ältesten Gärten der Stadt befindet sich beim Sulpizianerkloster an der Place d'Armes. Dieser ist seit 1686 ständig in Gebrauch und war von Anfang an ein Nutzgarten. Wie in den Anfangsjahren der Kolonie üblich, schützten die Siedler alles, was möglich war, vor den Angriffen der feindlich gesinnten Irokesen - und der Garten des Sulpizianerordens war von großer Bedeutung für das Überleben der 1.500 Bewohner. Je höher die Steinmauern waren, desto besser.

Der Garten des Vieux Seminaire der Sulpizianer setzt die Tradition mittelalterlicher Klostergärten fort und kombiniert sie mit Neuerungen französisch-barocker Landschaftsarchitektur. Der Garten wurde um 1715 angelegt. Der Raum wird unterteilt in zwei Flächen. Am Seminargebäude liegt der "Ziergarten" mit schattenspendenden Bäumen und formellen Blumenbeeten. Vier Wege führen zur zentralen Pergola. Weiter entfernt befindet sich der "Nutzgarten" mit Gemüsebeeten, einem kleinen Ruhepavillon und mehreren anderen alten Gebäuden.

Obwohl er kein Klostergarten im eigentlichen Sinne ist, wurde der Sulpizianergarten immer nach der Ordensregel des Hl. Benedikt gepflegt, die den Ablauf klösterlichen Lebens im Detail festlegt. Ein Garten diente dazu, Lebensmittel und Heilkräuter anzubauen und Blumenschmuck für die Kirche zu züchten. Und natürlich diente er der persönlichen Erbauung. Die Sulpizianer importierten Pflanzen aus Frankreich und testeten, wie diese im rauheren kanadischen Klima gediehen. Vor allem Obstbäume interessierten sie und ihre Experimente lieferten aufregende Ergebnisse, die der jungen Kolonie zunutze waren.
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Der Garten des Chateau Ramezay

© Chateau Ramezay Museum

Nur wenige Häuserblocks weiter die Notre Dame Straße entlang befindet sich das Chateau Ramezay gegenüber dem Rathaus, mit einem "Stadtgarten" im Stil der französischen Kolonialzeit auf der Rückseite des Hauses. Er wurde 1999 wieder angelegt.

Ursprünglich befand sich das Chateau Ramezay auf einem 4.200 qm großen Grundstück und besaß einen Obstgarten, einen Küchengarten und einen Ziergarten, von dem aus die Bewohner einen herrlichen Blick auf den St. Lorenz Strom genießen konnten. Gemäß der Gartenbautradition im 18. Jahrhundert dienten Stadtgärten einem Zweck - der Ernährung. Sogar Ludwig XIV., der Sonnenkönig, hatte einen "Potager", einen Küchengarten in Versailles, der in ganz Europa wegen seiner Schönheit und Fruchtbarkeit berühmt war.

Dieser Garten des Königs wurde zum Vorbild für viele Stadtgärten. 1690 beschrieb ihn Jean-Baptiste de la Quintlinie in seinem Buch "Instruction pour les jardins fruitiers et potagers", das zu einer Do-it-yourself Anleitung zur Anlage von Stadtgärten wurde. Nach dieser wurde auch der Garten des Chateau Ramezay neu geplant. Nach Quintlinie ist das Quadrat die perfekte Form für einen Garten. In Versailles bestand der Garten des Königs aus mehr als zwanzig eingesäumten Flächen, die symmetrisch entlang einer Zentralachse angeordnet waren und durch ein Netz gerader Wege getrennt wurden.

Die Gartenanlage des Chateau Ramezay folgt diesem Beispiel: drei Flächen, von denen eine den Obstgarten, die zweite den Ziergarten und die dritte den Küchengarten beinhaltet, sind in kleinere Areale unterteilt, in denen die verschiedenen Pflanzen angeordnet sind. Der gesamte Garten wird von Steinmauern umgeben, die die Anlage schützen und so im Frühjahr ein früheres Wachstum fördern. Die meisten Gartenpflanzen sind Pflanzenarten, die auch im 18. Jahrhundert verwendet wurden.

Dem Gartenplan liegen Erkenntnisse zugrunde, die aus alten Karten aus dem Jahr 1752 gewonnen wurden. Diese wurden von Louis Franquet gezeichnet. Damals existierten bereits 186 Privatgärten in der Stadt, unter denen der des Chateau Ramezay einer der herausragendsten gewesen sein muß, das damals der Sitz des Gouverneurs war.
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Weiterführende Links

Chateau Ramezay Museum
Botanischer Garten in Montreal
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Weiterführende Literatur

http://www.travelworldonline.de/montreal/gaerten.html

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