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Schnellere Verbindung nach Osten
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Geschichte Kalifornien
Die neuen amerikanischen Siedler in Kalifornien, die in immer größerer Zahl ins Land strömten, wollten eine schnellere und bessere Verbindung nach Osten als die Schiffsrouten, die um das Kap Hoorn herum oft sehr lange Zeit in Anspruch nahmen, oder die mühseligen Trecks durch das Landesinnere. In den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts gelang Francis Xavier Aubrey ein Gewaltritt von Santa Fe nach Independence: er legte die 1300 Kilometer lange Strecke innerhalb von fünf Tagen und 13 Stunden zurück. Eine Sensation! Schnell verbreitete sich die Neuigkeit, und auch Senator W.M.Gwin hörte davon. Er setzte sich mit der Transportgesellschaft Russell, Majors und Waddell in Verbindung. So entstand die Idee des Pony Express.
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Am 3. April 1860 verließ der erste Reiter St. Joseph in Missouri. Ihm ritt ein anderer Bote entgegen, der von San Francisco aus aufgebrochen war. Geplant war, dass diese Ponypost jeden Dienstag am jeweiligen Endpunkt der Route ankommen sollte. Bald wurde der Service noch einmal verbessert, und es gab zweimal pro Woche Postlieferungen.
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Ein solches Unternehmen verlangte große Investitionen und umfassende Vorbereitung. Der alte California Trail wurde zu einer Straße ausgebaut. Vor allem die Überquerung der Sierra Nevada erforderte einen Ausbau der Verkehrswege. Dort wurden Holzstraßen geschaffen, die das Vorwärtskommen erleichtern sollten.
Russell, Majors und Waddell hatten bereits vor der Einrichtung des Pony Express Postkutschenstationen zwischen Sacramento und Independence betrieben. Für den neuen Postdienst mussten sie nur weitere eröffnen. 80 Reiter, 400 bis 500 Pferde und 200 Stationsvorsteher wurden eingestellt, die Pferde und Reiter versorgten, sobald sie an einem Zwischenposten ankamen. 190 solcher Stationen entstanden, die alle mit Heu und Getreide versorgt werden mussten.
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Als Reiter wurden erfahrene Grenzsiedler eingestellt, die sich mit den Schwierigkeiten der Strecken auskannten und sich im Notfall selbst helfen konnten. Es wurde Wert darauf gelegt, dass sie wenig Gewicht auf die Waage brachten, um die Pferde zu schonen. Ausdauer, Mut, Besonnenheit und Erfindungsgabe waren Auswahlkriterien, die besonders gesucht wurden.
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Je nach Gelände lagen die Stationen zwischen 10 und 20 Meilen voneinander entfernt. An jedem dieser Streckenposten wartete ein frisches Pferd auf den Reiter. Wenn ein Mann eine Reihe von Stationen passiert hatte, übergab er seinen Postsack einem weiteren Reiter, der bereits ungeduldig darauf wartete. Nach einem 65 bis 200 Kilometer langen Ritt konnte sich ein Pony Express Bote dann solange erholen, bis der nächste aus der Gegenrichtung ankam, dessen Post er übernahm und zu seinem Ausgangsposten weiter transportierte.
Ab und zu geschah es, dass ein Reiter ausfiel. Dann musste der ankommende Kollege dessen Streckenabschnitt mit übernehmen. Gründe dafür gab es genug. Es musste nicht unbedingt so etwas Dramatisches wie ein Indianerüberfall sein, bei dem einige Postboten getötet oder verletzt wurden. Die Strecke war gefährlich genug, so dass es immer wieder zu Unfällen kam, bei denen Pferd und Reiter zu Schaden kamen. In der Regel legte ein Mann die Strecke einmal pro Woche zurück. Zur Verteidigung standen ihm ein paar Revolver und ein Messer zur Verfügung. Mehr war aus Gewichtsgründen nicht erlaubt.
Sogar die Zeit für den Pferdewechsel war genau vorgeschrieben. Ein Pony Expressbote durfte dafür nicht länger als 2 Minuten benötigen. Die meisten schafften es nach einiger Übung sogar in 15 Sekunden. Während der warmen Jahreszeit legten die Reiter die Strecke zwischen San Francisco und St. Joseph in 10 Tagen zurück, im Winter verlängerte sich die Zeit auf 12 Tage.
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Als Reittiere wurden große, kräftige Pferde ausgewählt, die schneller waren als Indianerponys und diese leicht überholen konnten, wenn sie frisch und ausgeruht waren. Bevorzugt wurden kalifornische Mustangs, die von spanischen Araberpferden abstammten und deren Ausdauer, Lebhaftigkeit und Zähigkeit geerbt hatten.
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Kalifornien profitierte sehr von diesem Postdienst, der nicht länger als 18 Monate betrieben wurde. Er wurde abgelöst von der täglichen Überlandkutsche und Telegrafenlinien, die Nachrichten und Neuigkeiten noch schneller transportierten.
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Everett Dick, Vanguards of the Frontier, Lincoln 1965, SS. 288-300
http://www.travelworldonline.de/ponyexpress.html