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Route 66 Reiseführer Rezension von TravelWorldOnline zu Favoriten hinzufügen
Kreativer Reiseführer der Route 66
Von Osten nach Westen - Chicago bis LA auf der Route 66
Route 66 Karten und Information
Realistische Darstellung der Route 66
Interessante Details der Route 66
Fazit: Die Wahrheit über die Route 66
Weitere Reiseführer
Bereits auf den ersten Blick bemerkt man, dass der Route 66 Reiseführer des Conbook Verlags kein typischer Reiseführer für eine Reise quer durch die USA ist. Nicht nur, weil auf dem Titelbild keines der gängigen Route 66 Schilder abgebildet ist. Der Autor, Jens Wiegand, teilt dem Leser bereits in der Einleitung mit, dass dies kein gewöhnlicher Reiseführer mit einer Auflistung an Fakten, Daten und Sehenswürdigkeiten ist, sondern eher eine Analyse der Vergangenheit und der Gegenwart der Route 66. Die Themen seien subjektiv von ihm ausgewählt, frei nach dem Motto: "Was ich schon immer über Amerika wissen wollte, aber dummerweise noch nie gefragt habe." Und so stürzt sich der Leser in das Abenteuer Route 66, auch wenn er oder sie noch gar nicht vor Ort ist.
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Der Aufbau des Reiseführers ist einfach zu verstehen. Zu Beginn werden die Highlights der Route 66 präsentiert. Dies bietet bereits einen guten Überblick und Orientierung für den Leser. Das folgende Kapitel "On the Road" bietet einen realistischen Einblick in die Straßenqualität der Route 66, die ja eigentlich als offizielle Straße nicht mehr existiert, da sie durch neue Autobahnen ersetzt wurde. Von Chicago bis nach Los Angeles schlängelt sich die alte Straße quer durch die USA, durch verschiedene Staaten, Klima- und Zeitzonen und passiert Städte, Farmgebiet, Wüste und Berge. Nach einer kurzen Einführung druckt Autor Jens Wiegand ein Interview mit dem deutschen Filmemacher Stefan Kluge, der einen Film über die Road 66 gedreht hat. Hier wird die Subjektivität des Reiseführers zum ersten Mal so richtig offensichtlich, denn nicht jeder wird mit Wiegand und Kluge hier einer Meinung sein.
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Die Geschichte der Route 66 ist turbulent und kontrovers. Einst hoch gefeiert, und nun ihrem Schicksal überlassen liefert die Route 66 nicht nur viele Geschichten und Legenden, sondern auch namhafte Persönlichkeiten die damit in Verbindung gebracht werden. Und diese Geschichten bietet Jens Wiegand auf eine besondere Art und Weise. Keine Spur von Nullachtfünfzehn Stories, sondern tiefe Einblicke in das Leben der einzelnen Persönlichkeiten wie John Steinbeck, der der Route 66 mit seinem Roman "Früchte des Zorns" zu ihrem heutigen Ruhm verholfen hat.
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Staat für Staat wird die Route 66 erklärt, natürlich nicht nur die offensichtliche Route, sondern auch was sich links und rechts davon befindet. Sehenswürdigkeiten, die sich sonst nicht so leicht finden lassen, kleine Randbemerkungen des Autors, Filmreferenzen und Filmkulissen, Musik wie Jazz und Blues, Harley Davidson, Sport, Adressen von Autokinos und Museen, welche zusätzlich immer mit einer nützlichen Website angegeben werden, sind hier in praktischem Format enthalten. Allerdings sind die Karten, die jeweils vorne und hinten in der Klappe farbig abgedruckt wurden, und Detailkarten in schwarz-weiß wenig hilfreich. Hier werden lediglich die Straßen und größere Städte angezeigt. Bei Verwendung für eine Reise ist eine zusätzliche Karte notwendig, um auch das im Guide gute beschriebene Sehenswerte abseits der gängigen Routen beinhalten.
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Der Autor stellt jedoch nicht nur die Highlights der Route 66 in den Vordergrund, sondern liefert dem Leser eine realistische Darstellung der Straßenzustände, der Orte, der Sehenswürdigkeiten und geht kritisch mit der Geschichte um. So kritisiert er die Art der Nachlässigkeit, die die Route 66 spüren muss, wie beispielsweise am Startpunkt in Chicago, denn hier befindet sich keine Parkgelegenheit um ein nettes Souvenir-Foto schießen zu können, bevor das Abenteuer Richtung Westen los geht. Jens Wiegand inkludiert auch Geschichten, die den Zusammenhang mit der Route 66 nicht offensichtlich darlegen. Erst bei genauerem Lesen wird klar, dass dies interessante Texte sind, die ein umfangreiches Hintergrund wissen zur Route 66, ihrer Geografie und Geschichte liefern.
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Interessant sind die Faktenaufstellungen der einzelnen Städte und Staaten. Hier wird ein Vergleich mit anderen Städten oder Ländern geboten, um es dem Leser zu erleichtern eine Relation zwischen bestimmten Städten oder Ländern herzustellen. Die Zahlen von Missouri werden hier mit jenen von Rumänien verglichen und schaffen beim Leser einen nützlichen Vergleichswert.
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Obwohl der Autor in bestimmten Abschnitten betont subjektiv schreibt, bleibt es dem Leser überlassen, welches Bild er von der Reise mit nach Hause nimmt. Die Stimmung von der Fahrt in den Westen, Anekdoten im Stil von Bonnie und Clyde und Aspekte, die sonst kaum beachtet werden, finden in diesem Reiseführer Platz. Verniedlichungen und Beschönigungen sucht man hier vergeblich, und dennoch bekommt man richtig Lust auf einen Roadtrip entlang der Route 66. Wer die Wahrheit über Amerika und seine Route 66 sucht, gute Tipps für die klassischen Sehenswürdigkeiten, gewürzt mit realistischen Eindrücken und unbekannten Kleinoden, für den ist dies ein toller Reiseführer, der einen gut durch 4.000 Kilometer Amerika führt.
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