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Russen in Alaska - Der Weg nach Sibirien zu Favoriten hinzufügen
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Russische Vorgeschichte: Die Mongolen Die russischen Prinzen Die Öffnung Sibiriens Weiter nach China und in die Mongolei Die Mandschurei und der Amur Literatur Links |
Russische Vorgeschichte: Die Mongolen
Als 1237 die Mongolen in Russland einfielen, ging eine Epoche zu Ende. Bis dahin hatte es keinen Despotismus gegeben. Unter den verschiedenen Einheiten des Landes waren zwei Republiken mit schriftlich festgelegten Verfassungen, und alle Herrscher unterstanden zumindest teilweise dem Willen von Bürgerversammlungen. Leibeigenschaft war unbekannt. Kulturelles Zentrum war Kiev, Moskau war unbedeutend. Handel auf Binnenwasserwegen spielte eine wichtige Rolle. Novgorod war Europas Hauptmarkt für Zobel und andere wertvolle Pelze. Pelzhandel war daher der treibende Faktor russischer Expansion. Die Jäger waren ständig auf der Suche nach Orten, in denen die Tiere noch nicht ausgerottet worden waren.
In diese Gesellschaft brach 1237 der Mongolensturm unter Batu Khan, dem Enkel Dschingis Khans, ein. Horden berittener Mongolen und
Tataren metzelten alles nieder, das sich ihnen in den Weg stellte. Riazan war die erste Stadt die fiel, Kiev folgte bald darauf. Novgorod
überlebte, wurde allerdings mit hohen Abgaben belegt. Die Mongolen pressten aus den unterworfenen Völkern soviel Profit heraus wie
möglich. Chinesische Verwalter hatten die Aufgabe, den Zehnt von jedem Einzelnen zu sammeln, der in Gold oder Waren zu bezahlen war.
Besonders beliebt waren in der mongolischen Hauptstadt Karakorum die russischen Pelze, die als Tributzahlungen akzeptiert wurden. Solche
Abgaben wurden als Yasak bezeichnet. In den mehr als zweihundert Jahren unter dem Mongolenjoch war Russland zu einem armen
Land verkommen. Es gab kein Handwerk mehr. Pelze waren Zahlungsmittel. Hungrige Räuber durchzogen das Land. Und auch nach dem Ende der
Mongolenherrschaft verbesserte sich die Situation nicht.
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Um 1480 war Moskau zu einer beeindruckenden Macht herangewachsen. Die früher vom Volk abhängigen Prinzen hatten von der Mongolenherrschaft gelernt und ihre Ländereien auf Kosten ihrer Nachbarn ausgedehnt. Moskau zahlte ab dem 15. Jahrhundert keinen Tribut mehr und beendete die Existenz des Händlerstaats Novgorod. Ab jetzt trieb Moskau die Tributzahlungen ein und wie unter den Mongolen, durften auch unter den Prinzen die Menschen nur mit Pass reisen, Leibeigenschaft entstand und die Macht wurde auf blutige Art und Weise durchgesetzt. Nicht alle wollten sich diesem Joch beugen und flohen nach Süden, wo die Bauern, die sich nun Kosaken nannten, Gemeinschaften gründeten, die wie in alten Zeiten durch Mehrheitswahlrecht bestimmt wurden.
Als 1547 Iwan der Schreckliche die Macht in Moskau übernahm, sicherte er sich die Hilfe der Kosaken und verfolgte unaufhaltsam sein
Ziel, Russland aus der Armut zu befreien. Gemeinsam mit den Kosaken brach er die Macht der Tataren im Osten und öffnete Russland den
Weg zu deutschen Märkten. Am Weißen Meer wurde der Hafen von Archangelsk gegründet, wo Handel mit englischen Schiffen betrieben wurde -
Hauptprodukt waren russische Pelze. In dieser Zeit tauchen erstmals die Promyshleniki auf,
russische Pelzhändler, denen Moskau absolute Bewegungsfreiheit zusicherte, wenn sie Pelze und Felle lieferten. Diese Freiheit nutzten
sie so gut, dass im zwanzigsten Jahr von Zar Iwans Herrschaft alle bisherigen Pelzgründe praktisch leergejagt waren. Die einzige
Hoffnung für die Zukunft lag in der Öffnung Sibiriens, das diesen Namen damals noch nicht trug.
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Die Promyshleniki verließen ihre alten Wälder. Ihnen folgten schnell die Händler mit ihren Waren. In nur zwanzig Jahren war Westsibirien unter russischer Kontrolle. Ende des 16. Jahrhunderts erstreckte sich eine Reihe von Forts von der Arktis bis ins Hochland im Süden Sibiriens. Dort wurde der Yasak eingetrieben, eine Aufgabe, die Kosaken des sibirischen Regiments übernahmen. Zu diesen gesellte sich bald eine Gruppe von Kriminellen und Deserteuren aus den Forts. Ihre Zahl nahm zu, vor allem als Moskau dazu überging, seine unerwünschten Bürger nach Sibirien ins Exil zu schicken. Auch die Kirche ließ sich in Sibirien nieder und erzielte Erfolge vor allem deswegen, weil Eingeborene, die zum orthodoxen Glauben übertraten, keinen Yasak mehr zu leisten hatten.
1632 wurde Yakutsk an der Lena gegründet und bald sahen die Frontiersmen Berge am Horizont - die Stanovoi Berge, die etwa 700 km
östlich der Lena liegen und nur über sehr raues Terrain zu erreichen sind. 1639 wurde eine Expedition ausgesandt, um zu erkunden, was
jenseits dieser Bergkette lag. Die Gruppe unter der Führung von Dimitrii Kopylow folgte einem Fluss, dem sie den Namen Ohkota ("Die Jagd")
gaben, und gelangten zu einer nebelverhangenen Bucht, an der einmal ein Ort namens Okhotsk gegründet werden sollte. Sibirien war
innerhalb eines Menschenalters durchquert worden.
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Weiter nach China und in die Mongolei
Im Südwesten grenzten die neuen sibirisch-russischen Gebiete an das mongolische Territorium, wo die früher gefürchteten Reiterhorden wieder zu einem friedlicheren Nomadenleben zurückgekehrt waren. Und dahinter lag China mit seinem legendären Reichtum. Von dort kamen so herrliche Luxuswaren wie Seide, Satin, feinste Baumwolle, Parfums, exotische Kerzen und Heilmittel, die Wunder wirkten. Diese Waren wurden europäischen Händlern in Bukhara verkauft von Zwischenhändlern aus Turkestan, die enorme Profite erzielten, weil sie auf den Karawanenstraßen nach China keine Konkurrenz hatten. Nur sie kannten die Route, und hüteten ihr Geheimnis sorgsamst. Da kamen die Russen auf die Idee, dass vielleicht die Mongolen den Weg kannten und bereit waren ihr Wissen weiter zu geben. 1616 schickte Moskau eine Kosakenexpedition den Jenissej hinauf zu Altyn Khan, der die Information bereitwillig herausrückte. Von der ersten Chinaexpedition jedoch waren die Russen enttäuscht. China war nicht an Handel mit Russland interessiert.
Erst als Altyn Khan, ein direkter Nachfahre Dschingis Khans, sich aus strategischen Überlegungen den Russen als tributzahlender Vassal
andiente und als Mittelsmann bei den Chinesen fungierte, erhielt Russland Zugang zu chinesischen Produkten. Chinesischer Tee wurde zu
einer der wichtigsten Waren im Chinahandel.
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Auf ihrer Expansion nach Osten gelangten russische Expeditionen in den 1640er Jahren zum Amur, einem gewaltigen, 3000 Meilen langen Fluss, der in einem großen Bogen von Westen nach Osten fließt und am Südende der See von Okhotsk in den Pazifik mündet. Ein solcher Wasserweg war für die weitere Entwicklung Ostsibiriens von großer Bedeutung, weil die besiedelte Region von Yakutsk von der See durch die Stanovoi Berge abgeteilt wurde. Das war für Russland damals aber nicht von Bedeutung. Sie interessierte das Amurtal als Kornkammer für die raue Region von Yakutsk. Die Sibirier machten kurzen Prozess, drangen in die Amurregion ein und trieben auf brutale Art und Weise Tribut von den Bewohnern ein. Erst 1658 vertrieb eine Mandschu Armee die auch von Moskau nicht gern gesehenen Promyshleniki vom Amur und versprach China, für Frieden zu sorgen. Nach dem Tod Altyn Khans wurden mehrere Händlerkarawanen nach China erlaubt, allerdings ohne auf Dauer bindende Handelsverträge.
1668 wurde die Amurregion erneut besetzt und erst 1682 von den Chinesen zurück erobert. Die Lösung der Auseinandersetzung brachte
der Vertrag von Nerchinsk im Jahr 1689, der die weitere Entwicklung des Fernen Ostens Sibiriens und auch Alaskas beeinflussen sollte.
Der Amur wurde auf Dauer China zugesprochen. Die Russen verzichteten sogar auf das Recht, den Fluss zu befahren - eine folgenschwere
Entscheidung, die damals noch nicht absehbar war. Dafür erhielten sie ihren lang angestrebten Handelsvertrag mit China, der den
russischen Händlerkarawanen sichere Geschäfte im Land der Mitte zusicherte. Dieser Vertrag sorgte dafür, dass der Pelzhandel
immer größere Bedeutung erlangte und im Laufe der Zeit so abgelegene Gebiete wie die Halbinsel Kamtschatka erschlossen wurde. Nur
wenige Jahre nach der Unterzeichnung des Vertrags von Nerchinsk gab es in Kamtschatka Yasak
eintreibende Kosakengarnisonen.
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