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Die sephardischen Juden
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Nach jüdischer Tradition sollen die ersten Juden bereits zur Zeit König Salomons auf der iberischen Halbinsel angekommen sein. Angeblich haben sie sich dabei die Handelswege der Phönizier zunutze gemacht. Andere berichten davon, dass jüdische Flüchtlinge nach der Zerstörung Jerusalems unter Nebukadnezar im Jahr 587 v. Chr. auf spanischem Territorium ankamen. Für beide Behauptungen gibt es jedoch keine Beweise.
Gesichtert ist, dass nach der Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 n. Chr. durch Tito jüdische
Siedlungen in Spanien existierten. Der Krieg gegen Rom und die Zerstörung des Tempels von Jerusalem
ließ die Juden in anderen Mittelmeerländern Zuflucht suchen. In Spanien weisen Münzfunde darauf hin,
dass sie um diese Zeit dort anwesend waren.
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Die griechischen und karthagischen Kolonien auf der iberischen Halbinsel werden im dritten Jahrhundert vor Christus durch römische Städte ersetzt. Tarragona entstand 218, Cordoba 152 und Merida 25 v. Chr. Über die Karawanenstraßen zogen die Menschen ständig von Syrien nach Hispanien. Hebräische Schriften berichten von jüdischen Untertanen in diesen Städten in der Zeit zwischen 100 und 50 v. Chr.
Nach Christi Tod verbreitet sich das Christentum schnell. Im 4. Jahrhundert ist es offizielle Religion des römischen Reichs. Das Judentum wird nicht bekämpft. Aber das Christentum wird als Vollendung des jüdischen Glaubens angesehen. Der Gott Israels ist derselbe, der im christlichen Glauben angebetet wird. Aber die Juden gelten als blind gegenüber der Botschaft des Neuen Testaments. Der heilige Augustinus behauptete sogar, nur Christen verdienten es, "Juden" genannt zu werden.
Die ersten Juden kamen vielleicht als Arbeiter oder sogar als Sklaven ins Land, gelangten aber im Laufe der Zeit zu ansehnlichem Wohlstand. Im 4. Jahrhundert n. Chr. waren sie bereits einflussreich genug, um im Konzil von Illiberis oder Elvira nahe Sevilla vom Umgang mit Christen ausgeschlossen zu werden.
Es ist möglich, dass Einwohner der iberischen Halbinsel in dieser Zeit auch zum Judentum bekehrt wurden. Vielleicht ist dies einer der Gründe, warum den Juden in den Konzilen zunehmend der Umgang mit Christen untersagt wird. Sie waren in den meisten Städten vertreten, wo sie als Händler Purpur, Pfeffer, Gold und Sklaven ins Land brachten.
In den letzten Jahren römischer Herrschaft in Spanien tauchen immer neue Volksgruppen aus dem Norden
auf und breiten sich aus. Vandalen und Sueben ziehen bis nach Portugal. Die Westgoten tauchen
Anfang des 5. Jahrhunderts auf und werden noch unter den Römern zu den wahren Herren der Halbinsel. 476
ziehen sich die Römer aus Spanien zurück. Die Sueben bleiben in Portugal und Galizien, die Vandalen
wandern weiter nach Nordafrika, und die Westgoten beherrschen den größten Teil Spaniens.
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In den ersten Jahrzehnten gotischer Herrschaft blieben sowohl Juden als auch Christen unbehelligt. Beide konnten ihre Religion ungehindert ausüben, zumindest solange die gotischen Könige sich zum Arianismus bekannten. Das änderte sich, als Rekkared sich 586 zum Katholizismus bekannte.
Die Konzile von Toledo, die in den folgenden Jahren stattfanden, verschärften die Lebensbedingungen der Juden. Sisebut (612 - 621) genehmigte als erster König die Judenverfolgung auf Anraten des hl. Isidor von Sevilla, der damals Berater der Königs war.
In seinen Schriften wandte er sich gegen jüdische Werke, die in der Diaspora geschrieben worden waren. Er schaffte die jüdischen Feiertage und den Sabbat ab. Das Weihnachts- und Osterfest und die Sonntagsmesse bestimmten von da an den Zeitablauf der Menschen.
Die Gesetze der gotischen Herrscher wandten sich immer mehr gegen die Juden. Sie mussten die Städte verlassen, König Egica ordnete an, dass sie sich nur noch als Knechte verdingen durften. An Sonntagen durften sie in Gegenwart von Christen nicht mehr arbeiten. Jüdische Kinder wurden ihren Eltern weggenommen und im christlichen Glauben erzogen.
Die Juden treten in dieser Zeit nicht mehr als solche auf. Sie beginnen offiziell als Christen zu agieren, während sie insgeheim ihre Religion weiter praktizieren. Eine Generation lang üben sie die jüdischen Zeremonien unter großer Gefahr hinter verschlossenen Türen aus. Werden sie dabei ertappt, bedeutet das den sicheren Tod.
Das Schicksal ist diesmal auf ihrer Seite. Das Judentum überdauert diese harten Jahre ohne große
Veränderungen, bis 710 Tarik die Meerenge von Gibraltar überquert und die Gotenherrschaft auf der
iberischen Halbinsel beendet.
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The Sephardim or Spanish Jews
Who are the Sephardim?
http://www.travelworldonline.de/sephardim.html