Wie der Viktualienmarkt Münchens Seele widerspiegelt

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Viktualienmarkt in München Braeburn
Braeburn

 

Nirgendwo kann man besser erleben, was München ausmacht als am Viktualienmarkt. Dieser Lebensmittelmarkt in der Altstadt spiegelt die Seele der bayrischen Hauptstadt wider mit ihren typischen Seiten, den herzlichen, aber auch den rauen. Bei einem Bummel über den Viktualienmarkt läuft mir beim Anblick der saftigen Äpfel, der süßen Weintrauben, der dicken Birnen das Wasser im Munde zusammen. Genauso steht’s beim Gemüse: lange Porreestangen, große Blumenkohlköpfe, knackiges Weißkraut oder erdige Kartoffeln verleiten dazu, meinen Geldbeutel zu zücken. Nur: billig sind die Waren nicht, die auf dem Viktualienmarkt angeboten werden. Daher kommen wir gewöhnlich nur hierher, wenn wir besondere Obst- oder Gemüsesorten benötigen, die wir anderswo nicht bekommen. Die sind sowieso teurer, und frischer als auf dem Viktualienmarkt in München gibt es die gewöhnlich nirgendwo.

 

Viktualienmarkt in München Pixelteufel
Viktualienmarkt in München Pixelteufel

 

Der Viktualienmarkt in München ist ein Bild der Seele dieser Stadt

Der Viktualienmarkt in München ist aber nicht nur ein Obst- und Gemüsemarkt. Nirgends kann man die Seele dieser Stadt so geballt erleben wie auf dem Viktualienmarkt. Hier trifft man auf das internationale Flair Münchens ebenso wie auf die manchmal grantlerische Art der Münchner. An einem Stand, der Weißwürste verkauft, stehen ein paar japanische Touristen, die sich erklären lassen, wie man diese Münchner Spezialität richtig isst. An den Biertischen im Biergarten machen es sich Besucher aus Übersee bei einer Maß Bier gemütlich, die dem Treiben auf dem Markt zuschauen. Lieferanten aus dem Münchner Umland bringen frische Produkte aus der Region, und dabei kann schon mal ein rauerer Ton im Umgang angeschlagen werden, wenn neugierige Marktbesucher beim Herantransportieren der frischen Kartoffeln, Kohlköpfe, Salate oder Äpfel von den bayerischen Bauernhöfen in der Umgebung im Wege stehen. „Geht’s waider“, hört man nicht selten. Ein „Bitte“ oder „Danke“ hört man da weniger oft. Man ist im Stress. Und auch von den Ständen hört man öfter etwas rauere Töne als man das in den umliegenden Geschäften gewohnt ist. Münchnerisch halt! Rau, aber herzlich geht’s hier zu.

 

Viktualienmarkt Marktstand auf dem Viktualienmarkt in München
Marktstand

 

Tradition wird am Viktualienmarkt in München groß geschrieben: egal, ob auf dem Adventsmarkt, beim Fasching oder beim Maibaum-Aufstellen. Das ist bayrisches Brauchtum, das hochgehalten wird und jedes Jahr wieder stattfindet. Im Fernsehen wird darüber berichtet. In den Zeitungen liest man jedes Jahr davon. Und natürlich wissen auch die Besucher Münchens darüber Bescheid. Daher sind diese Ereignisse Anziehungspunkte für Münchner, Zugereiste und Besucher gleichermaßen. Hier entstehen auch neue Traditionen: das Brunnenfest am Viktualienmarkt in München ist so eine. Seit einigen Jahren werden jeden Sommer die Statuen der Volkssänger und Volksschauspieler, die die Brunnen am Markt zieren, liebevoll geschmückt, und ihre Nachfolger zeigen ihr Können vor den Konterfeis ihrer Vorbilder.

 

Statue am Viktualienmarkt in München mhofmann2703
Statue am Viktualienmarkt in München mhofmann2703

 

Für uns ist der Viktualienmarkt alljährlich mindestens einmal einen Besuch wert, nur um dieses typisch Müncherische zu erleben, das wir hier in geballtem Maße vorfinden. Ein Ort, an dem sich das sammelt, was in meinen Augen München ausmacht: die raue Herzlichkeit der Münchner, aber auch das internationale Flair der Stadt, das sie durch seine Einwohner aus aller Welt und durch die Besucher erhält, die es Jahr für Jahr zu Zehntausenden in die weißblaue Hauptstadt zieht. Gerade dieses Gemisch aus bayrischer Originalität mit einer Prise Internationalität ist das, was München für uns ausmacht, und was man am Viktualienmarkt am besten findet.


Tipps zur Reiseplanung:

Welche Standl auf dem Viktualienmarkt sind, erfahrt Ihr hier:

viktualienmarkt-muenchen.de

Die Marktstände sind von Montag bis Samstag zwischen 7.00 und 20.00 Uhr geöffnet. Ausnahmen für Blumenhändler, Gastronomen und Bäcker sind möglich.

Übernachtungen in der Nähe des Viktualienmarkts könnt Ihr hier buchen:

Unterkünfte nahe dem Viktualienmarkt*


Wer seine ganz persönlichen Münchner Momente erleben will, kommt am Viktualienmarkt nicht vorbei. Weitere Orte, wo Ihr solche Erlebnisse haben könnt, findet Ihr in dieser Blogparade.

Quelle: eigene Erlebnisse vor Ort

Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline außer der anders gekennzeichneten Fotos

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7 Antworten

  1. […] Kaufhof am Marienplatz 19.Kulturessen Verliebt in die Schweinbacke vom Markt 20.Travel World Online Wie der Viktualienmarkt Münchens Seele widerspiegelt 21.Kathy’s Song Meine Top3 #MünchnerMomente 22.Maxvorstadtblog Mit König Ludwig I. durch die […]

  2. Robert
    | Antworten

    Münchner Witz: Japanische Touristen begrabbeln die Auslagen an einem Obststand am Viktualienmarkt. Marktfrau: „Gehst weg mit Deine Wurschtfinga, Du Saupreiss“. Dann schaut sie hoch und sieht das Gesicht des Übeltäters und ergänzt: „Du japanischer“. So sans, die Münchner.

    Pflichtprogramm für alle Schüler/innen der nahen Deutschen Journalistenschule: Eine Reportage über den Viktualienmarkt (habe ich damals auch gemacht, aber leider nicht aufgehoben). Schade, dass diese Reportagen keiner gesammelt hat. Das wäre ein lesenswertes Buch 😉

  3. Claudia Braunstein
    | Antworten

    Heuer war ich zwei Mal in München und habe jeweils in einem Hotel am Viktualienmarkt übernachtet. Der Markt ist zu jeder Jahreszeit einfach einzigartig. Liebe Grüße aus Salzburg, Claudia

  4. Milena
    | Antworten

    Ein sehr schöner Beitrag! Mein Lieblingsstand auf dem Viktualienmarkt ist der Mercado Latino: http://muctogo.de/viktualienmarkt-mercado-latino/

    Ist zwar nicht bayerisch, sondern argentinisch – aber muuuuuy bueno 😉

    Viele Grüße
    Milena
    Milena kürzlich veröffentlicht…Sich durch das Winter-Tollwood schlemmenMy Profile

    • Monika & Petar Fuchs
      | Antworten

      Ein toller Tipp, Milena. Den merken wir uns für unseren nächsten Besuch auf dem Viktualienmarkt.

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