Auf kulinarischen Wegen durch Miami Beach, Florida

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Lateinamerikanische Vorspeisen im Café Books & Books © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Lateinamerikanische Vorspeisen im Café Books & Books © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Wir waren vorgewarnt worden: Lasst Euch nicht von den Abzockern am Ocean Drive mit billigen Versprechungen ins Restaurant locken! Frühstück für fünf Dollar bedeutet meist ein Essen ohne Kaffee, und wenn Ihr den dazu bestellt, müsst Ihr jede Tasse teuer bezahlen und zahlt schließlich mehr als in einem guten Restaurant abseits der Flaniermeile von South Beach. Wir hatten solche Erfahrungen schon bei unserem letzten Besuch in Miami Beach gemacht und waren gewarnt. Aus diesem Grund – und weil wir die „gute Küche“ von South Beach kennenlernen wollten – ließen wir uns diesmal von Kelly Woodward von Miami Food Tours in die Geheimnisse der Küche von Miami Beach einführen.

Wir hatten uns mit Kelly vor dem Café at Books & Books in der Lincoln Road in Miami Beach verabredet, und dort wartete bereits die erste Kostprobe floridianischer Kochkunst auf uns: ein Vorspeisenteller mit Guacamole und knusprigen Nachos, einem Maissalat mit Kräutern, einer Creme aus schwarzen Bohnen und Ceviche. Letzteres sollte uns noch öfter auf unserer Reise durch Florida begegnen: Ceviche (oben rechts im Bild) ist eine Spezialität, die aus rohem frischen Fisch besteht, der in Zitrus- oder Limonensaft mariniert ist und mit verschiedenen Gewürzen und Kräutern abgeschmeckt ist. Dafür verwendet man die verschiedensten Fischsorten: wir haben Ceviche aus Grouper, aus Tilapia und aus Red Snapper probiert. Ein sehr erfrischendes Gericht.

 

Ein Café Cubano darf in Miami Beach nicht fehlen © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Ein Café Cubano darf in Miami Beach nicht fehlen © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

 

Wir bummeln durch die Straßen von South Beach mit ihren Art Deco Häusern und machen nur wenige Schritte später einen kurzen Stopp an einem Straßenkiosk, der mit großen Lettern „Café Cubano“ anpreist. Kelly fragt uns, ob wir diesen schon probiert hätten, und als wir verneinen, lacht sie. „Das ist gut so“, meint sie. „Denn sonst hättet Ihr bestimmt eine Überraschung erlebt.“ Neugierig geworden, frage ich sie warum. Und sie antwortet: „Mögt Ihr Espresso?“ Natürlich, entgegne ich. „Na, dann stell Dir einen zehnmal so starken Espresso vor. Das ist Café Cubano!“ Und sie zeigt uns, wie man diesen wie ein echter Kenner trinkt. Wir bekommen einen kleinen Plastikbecher voll Kaffee, der einen äußerst intensiven Duft verströmt. Dazu nimmt sie sich drei winzige Becher, in die sie den Kaffee verteilt. „Und nun rührt Zucker hinein“, rät sie uns. „Sonst ist der Kaffee zu bitter.“ Wir folgen ihrem Rat und sind froh, dass wir nur eine so winzige Portion bekommen. Dieser Kaffee ist ein echter Wachmacher. Ich kann mir gut vorstellen, dass man nach einem ganzen Becher davon mit Kreislaufproblemen zu kämpfen hat.

 

Französische Spezialitäten in einem französischen Bistro © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Französische Spezialitäten in einem französischen Bistro © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Dermaßen gestärkt und wachgerüttelt, führt uns Kelly in den Espanola Way, eine schmale Straße mit spanischem Flair. Gleich im ersten Bistro macht sie Halt und meint, „hier bekommt Ihr die besten Crèpes von South Beach“. Gemütlich ist es hier, und die Gäste sitzen an ihren Bistrotischen und verbringen einen gemütlichen Vormittag – anders als das sonst in amerikanischen Restaurants üblich ist, wo man normalerweise nach dem Essen bezahlt und geht. Hier gönnt man sich einen Café Crema nach dem anderen und unterhält sich mit Freunden über das Leben an sich. Wir probieren die Buchweizen Crèpes mit Birnen, französischem Brie und Walnüssen und hören Kelly zu, die uns die Geschichte des Espanola Way erzählt.

 

Buchweizen Crèpes mit Brie, Birnen und Walnüssen © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Buchweizen Crèpes mit Brie, Birnen und Walnüssen © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Diese Straße spielte in der Geschichte von South Beach eine wichtige Rolle. Mit ihren gepflegten Häusern im spanischen Stil, den mit Kacheln verzierten Häusern und den einladenden Straßencafés war sie früh ein Magnet für Touristen. Allerdings waren die nicht immer von der Art, wie die Stadtväter sie gerne hatten. Im „The Clay Hotel“ – einem attraktiven Hostel an einer Straßenecke des Espanola Way – stiegen einst Al Capone und seine Kumpane ab, eher ungern gesehene Gäste, wenn sie sich auch verpflichteten, „im Urlaub“ ihre kriminellen Machenschaften sein zu lassen.

 

The Clay Hotel am Espanola Way © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
The Clay Hotel am Espanola Way © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Willkommener waren da schon Don Johnson und die Filmcrew von Miami Vice, die Aufnahmen von diesem Hotel im Vorspann ihrer Fernsehserie zeigten. Heute befindet sich darin ein einfaches Hostel, dessen Gäste die Nachbarschaft der zahlreichen Restaurants und Straßencafés am Espanola Way zu schätzen wissen.

 

Coxinha, eine brasilianische Spezialität © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Coxinha, eine brasilianische Spezialität © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Wir gehen ein paar Schritte weiter, und Kelly führt uns in ein brasilianisches Restaurant, wo sie uns Coxinha servieren lässt. Dabei handelt es sich um mit Hühnerfleisch gefüllte Kroketten, die mit Catupiry Käse gefüllt sind, einem Frischkäse aus Brasilien. Sie zeigt uns, dass wir sogar an der Einrichtung des Restaurants die brasilianische Herkunft der Besitzer erkennen können: die Art, wie der Fußboden und die Wände des Restaurants gefliest sind, seien typisch für die Region, aus der die Familie stammt.

 

Kelly Woodward von Miami Food Tours © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Kelly Woodward von Miami Food Tours © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Bei einem Glas Ananassaft frage ich Kelly, woher sie diese ganzen Gerichte so gut kennt und was sie auf die Idee gebracht hat, ihre kulinarischen Führungen durch Miami Beach anzubieten. Sie erzählt uns von ihrer letzten Reise nach Brasilien, und dass sie während der heißesten Monate des Jahres Florida verlässt und selbst auf Entdeckungsreise durch die Welt geht. Die Idee für ihre Food Touren kam ihr, als sie selbst vor ein paar Jahren nach Miami Beach kam. Damals arbeitete sie in einem Architekturbüro und träumte von ihren Reisen durch mehr als zwanzig Länder der Welt und den schönen Momenten, die sie erlebte, als sie sich auf die Suche nach den lokalen Spezialitäten ihrer Reiseländer machte. 2010 gründete sie Miami Food Tours und bietet genau diese Erlebnisse heute ihren Kunden an. Wer sich mit ihr auf kulinarische Entdeckungstour durch South Beach begibt, kann sich auf eine erlebnisreiche, genussvolle und sehr informative Tour durch Miami Beach freuen, auf der man die Restaurants, Cafés und Kneipen kennenlernt, die auch die Einheimischen gerne aufsuchen. Eine Entdeckungstour mit Freunden, quasi.

 

Ceviche auf peruanische Art mit verschiedenen Sorten Mais © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Ceviche auf peruanische Art mit verschiedenen Sorten Mais © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Unser letzter kulinarischer Stopp liegt auf dem Weg zurück zur Lincoln Road. Diesmal entführt uns Kelly in die peruanische Küche. Auch unsere Kostproben schließen den Kreis, denn hier erhalten wir Ceviche auf peruanische Art. Woher dieses lateinamerikanische Gericht ursprünglich stammt, darüber streiten sich die Kenner. Die einen sagen, es sei eine Spezialität der peruanischen Moche-Indianer, die anderen sagen, die spanischen Eroberer hätten das Gericht aus rohem Fisch mitgebracht von marokkanischen Köchen. Inzwischen gilt es als lateinamerikanische Spezialität, die mit Mais, Avocados und anderen Gemüsesorten serviert wird.

 

Lomo saltado, eine peruanische Spezialität © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Lomo saltado, eine peruanische Spezialität © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Nach dem vielen Fisch und Geflügel tischt uns der Chef von El Chalan dazu ein typisch peruanisches Fleischgericht auf: Lomo Saltado, das beliebteste Essen seiner Gäste, wie er uns versichert. Und wir können das verstehen: das magere Rindfleisch, das serviert wird mit Zwiebeln, Tomaten und Pommes Frites zerschmilzt förmlich auf der Zunge. Einfach nur lecker!

Nach fast dreieinhalb Stunden, die wir uns durch die verschiedenen Küchen von South Beach gegessen haben und interessante Einblicke in die Geschichte, die Architektur und die Anekdoten des Art Deco District erhalten haben, kommen wir zurück zu unserem Ausgangsort in der Lincoln Road – zufrieden und mit dem Gefühl, South Beach nicht nur oberflächlich kennengelernt zu haben, sondern mit einer Freundin entdeckt zu haben.

Reisebloggerin Antje Gerstenecker mag Art Déco, Strand und Cruisen am Ocean Drive in Miami Beach.

Quelle: eigene Recherchen vor Ort mit freundlicher Unterstützung durch das Greater Miami Convention and Visitor Bureau

Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Foto:  © Copyright von Monika Fuchs, TravelWorldOnline

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