Ein Garten voller Orchideen, Kunst und Kitsch im Bonnet House in Fort Lauderdale, Florida

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Das Bonnet House in Fort Lauderdale, Florida © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Das Bonnet House in Fort Lauderdale, Florida
© Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Wie Ihr vielleicht schon aus anderen Artikeln in unserem Blog wisst, mögen wir außergewöhnliche Menschen und interessieren uns für deren Art zu Leben. In Fort Lauderdale in Florida sind wir da wieder einmal fündig geworden, wenn auch nicht ganz. Denn die Menschen, um die es sich hier handelt, leben nicht mehr. Sie haben ein Haus voller Erinnerungen hinterlassen, das einem das Gefühl vermittelt, als ob die Bewohner jede Sekunde aus der Tür treten. Es handelt sich um das Bonnet House Museum and Gardens.

Angelockt hatten uns die Gärten, die zusammen mit dem Museum angekündigt werden. Und da waren wir zunächst enttäuscht, denn außer einem ziemlich sandigen Garten, in dem ein paar Palmen und andere in Florida heimische Bäume herumstehen, sahen wir erst einmal nichts außer einer ziemlich unscheinbaren gelben Mauer, hinter der sich das Haus verbirgt. Von diesem ersten Eindruck solltet Ihr Euch nicht täuschen lassen, denn hinter dieser Mauer wartet Erstaunliches.

 

Im Innenhof des Bonnet House © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Im Innenhof des Bonnet House © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Den Innenhof und die Räume des Hauses kann man nur mit einer Führung betreten, und die entführt einen in eine Welt der Künstler und Bonvivants. Bonnet House wurde erbaut von einem der ersten Siedler in der Region von Fort Lauderdale, von Hugh Taylor Birch. Dieser verbrachte in diesem Haus die Wintermonate, häufig zusammen mit seiner Tochter Helen. Zu jener Zeit befand sich das Haus noch inmitten dichten Buschwerks, das sich bis zum Meer erstreckte. Heute sind die Gärten von Bonnet House die einzige Grünfläche in Fort Lauderdale, die noch in ihrer ursprünglichen Form erhalten ist.

 

Frederic Clay Bartlett bemalte Decken und Böden © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Frederic Clay Bartlett bemalte Decken und Böden
© Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Die eigentliche Geschichte von Bonnet House, so wie wir es heute sehen, begann mit Helens Heirat mit dem Chicagoer Künstler und Maler Frederic Clay Bartlett im Jahr 1919. Helen war Bartletts zweite Ehefrau. Seine erste war einige Jahre vorher gestorben. Hugh Taylor Birch schenkte den beiden das Haus an der Küste Floridas zur Hochzeit. Bartlett hatte sich schon damals einen guten Namen als Maler der High Society gemacht und porträtierte mit seinen Bildern ihre Vertreter und deren Lebensart. Gleichzeitig war Bartlett ein überaus kreativer Mensch, der sein Haus nach eigenem Gusto gestaltete. Dabei unterstützte ihn Helen, deren früher Tod nach einer Brustkrebserkrankung ihn für mehrere Jahre von Bonnet House fernhielt. Erst als er sechs Jahre später erneut heiratete – Evelyn Fortune Lilly – seine dritte Ehefrau, kehrte er zusammen mit ihr nach Fort Lauderdale zurück.

 

Exotische Souvenirs aus aller Welt © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Exotische Souvenirs aus aller Welt
© Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Auch Bartletts dritte Ehefrau stammte aus reichem Hause. Die Beziehung festigte seine Kontakte in der Gemeinschaft der Reichen und Schönen Amerikas, und brachte ihm zahlreiche Aufträge in aller Welt ein. Frederic und Evelyn reisten viel in den Jahren ihrer Ehe und brachten von überall Kunst – und auch Krempel – mit. Ausschlaggebend bei der Wahl ihrer Souvenirs war ausschließlich, dass es in ihre Vorstellung eines „Plantagenhauses“ passte, wie sie den Stil nannten, nach dem Bartlett das Wohnhaus seiner Familie gestaltete.

 

Ein "Visitenkarten-Butler" aus dem Plaza Hotel in New York © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Ein „Visitenkarten-Butler“ aus dem Plaza Hotel in New York
© Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Darunter waren einfache Holzschnitzereien aus dem südlichen Afrika genauso wie zwei „Butler“ aus dem Plaza Hotel in New York – zwei Statuen, die den Gästen einen kleinen Teller entgegen halten, auf dem diese ihre Visitenkarten hinterlassen können. Kein Mitbringsel war ihnen zu groß oder zu klein: gefiel Evelyn ein Porzellanservice, weil es mit Muscheln verziert war – ein Motiv, das im Bonnet House immer wieder auftaucht – dann ließ sie es einfach nach Hause verschiffen. Auf einer anderen Reise sagten Bartlett mehrere Säulen mit dekorativen Kapitellen zu. Diese ließ er halbieren, und sie säumen nun den Eingang in den Salon des Bonnet House. Dazu kamen im Laufe der Zeit zahlreiche kostbare Geschenke von Bewunderern aus aller Welt.

 

Die Orchideen von Bonnet House stammen aus Evelyn Bartletts Zucht © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Die Orchideen von Bonnet House stammen aus Evelyn Bartletts Zucht
© Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Aus diesem Sammelsurium von attraktiven Einzelstücken, selbst gemalten Decken und Zimmerböden und einem liebevoll gepflegten Innenhof, in dem Evelyn die verschiedensten Orchideen züchtete, entstand ein wirklich sehenswertes Gemisch aus üppigem Pflanzenbewuchs, Kunst und Krempel, das Seinesgleichen sucht. Das einzig Ausschlaggebende bei der Einrichtung des Hauses der Bartletts war, dass die Dekorationsobjekte zu ihrer ganz persönlichen Vorstellung eines „Plantation House“ passen. Architektonische Puristen werden wahrscheinlich die Hand über dem Kopf zusammen schlagen beim Anblick dessen, was daraus entstanden ist, aber unbestreitbar ist, dass man sich in diesem Haus und seinem Innenhof wohlfühlen kann.

 

 

Quelle: eigene Recherchen vor Ort mit freundlicher Unterstützung durch das Greater Fort Lauderdale Convention & Visitors Bureau

Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Foto:  © Copyright von Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Video:  © Copyright von Petar Fuchs, TravelWorldOnline

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