Gut essen in Salzburg – vier außergewöhnliche Restaurants in der Mozartstadt

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Backhendl mit Zitrone im Restaurant Eulenspiegel in Salzburg © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Backhendl mit Zitrone im Restaurant Eulenspiegel in Salzburg © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

In zwei Tagen Salzburg haben wir vier außergewöhnliche Restaurants kennen gelernt, die einen Besuch lohnen: sie bieten gute, österreichische Küche in historischer Umgebung ebenso wie zünftiges Essen in rustikaler Umgebung; feines Essen in ungewöhnlicher Umgebung ebenso wie kulinarische Erlebnisse, wie man sie vor zweihundert Jahren in Salzburg genießen konnte. Bis auf ein Restaurant liegen sie alle außerhalb der Bannmeile zwischen Getreidegasse und Domplatz. Aber alle sind die etwas weitere Anfahrt wert und versprechen eine ganz besonderes Vergnügen für den Gaumen. Lasst Euch entführen in gastronomische Erlebnisse, die das besondere Etwas in Salzburg bieten.

 

Gemütlich: die Trinkstube im Restaurant Eulenspiegel in Salzburg © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Gemütlich: die Trinkstube im Restaurant Eulenspiegel in Salzburg © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

Das Restaurant „zum Eulenspiegel“

Dies ist das einzige der vier Restaurants, die wir Euch vorstellen, das sich in der Nähe der Getreidegasse befindet und damit im touristischen Zentrum der Stadt. Wir waren am Nachmittag zu einem späten Mittagessen im „Eulenspiegel“ und waren fast die letzten Mittagsgäste, so dass wir die Bedienung praktisch für uns alleine hatten. Daher wurden wir freundlich und rasch bedient. Zur Mittagszeit ist dort sicher mehr los, liegt das Restaurant doch direkt gegenüber von Mozarts Geburtshaus und somit mitten im touristischen Zentrum von Salzburg. Das Essen – Backhendl für Petar und Tafelspitz für mich – war gut und schmackhaft, wenn auch nicht besonders fantasievoll. Hier bekommt man traditionelle österreichische Küche, die zubereitet ist aus Produkten vom eigenen Bauernhof. Fische, Kräuter, Gemüse, Salat und Eier stammen aus eigener Produktion.

 

Das "Frauenzimmer" im Restaurant Eulenspiegel in Salzburg © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Das „Frauenzimmer“ im Restaurant Eulenspiegel in Salzburg © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Das Besondere an diesem Restaurant ist die Lokalität. Es befindet sich in einem historischen Gebäude, das schon 1414 urkundlich erwähnt wird. Die Gasträume sind über drei Stockwerke verteilt, und wir essen in einer der kleinen und gemütlichen Gaststuben im zweiten Stock, den wir über unebene und gewundene Treppen erreichen. Ein gemauerter und offener Kamin ist von einer holzvertäfelten Wand umgeben. Am Fenster steht eine hölzerne Weinpresse, und an der anderen Wand hängt ein Tierfell unter historischen Glasmalereien. Zur Weihnachtszeit ist alles üppig mit Tannenzweigen und weißem Dekor geschmückt. Wir fühlen uns in dieser Umgebung sofort wohl.

 

Weihnachtliche Tischdeko im Restaurant Eulenspiegel in Salzburg © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Weihnachtliche Tischdeko im Restaurant Eulenspiegel in Salzburg © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Der eulenspiegelsche Humor schimmert ebenfalls durch in diesem Restaurant, gibt es doch im zweiten Stock ein „Frauenzimmer“, in dem nur zwei kleine Tische stehen, die jeweils Platz für zwei Personen bieten. Hier kann man in gemütlicher Zweisamkeit wunderbar speisen. Überhaupt ist das Ambiente dieses alten Hauses hervorragend erhalten, und wer gerne mal in außergewöhnlicher Umgebung speisen will, ist hier gut aufgehoben. Zu den Hauptspeisezeiten empfehlen wir jedoch unbedingt einen Tisch zu reservieren und etwas mehr Zeit mitzubringen, denn dann geht es sicher hektischer zu als zu dem Zeitpunkt, an dem wir dort gegessen haben.

 

Weihnachtliche Deko im "Fidelen Affen" in Salzburg © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Weihnachtliche Deko im „Fidelen Affen“ in Salzburg © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

Rustikal essen im „Fidelen Affen“

Auf der anderen Seite der Salzach in der Priesterhausgasse 8 unweit der Linzer Gasse und damit mitten in der Fußgängerzone liegt dieses Bierrestaurant, das uns von einer unserer treuen Leserinnen empfohlen wurde. Ein guter Tipp, wie sich heraus stellt! Urig und gemütlich ist die Atmosphäre in diesem rustikalen Gasthof aus dem 17. Jahrhundert. Wir haben reserviert, da wir erst nach dem Besuch des Winterfests zu Abend essen können. Und das ist gut so, denn der „Fidele Affe“ ist sehr beliebt. Das Restaurant ist voll besetzt, als wir um halb neun ankommen, und es folgen regelmäßig neue Gäste nach uns. Leert sich ein Tisch, ist er rasch wieder besetzt. Einen Tisch zu reservieren, ist also eine gute Idee.

 

Gemütlich: im "Fidelen Affen" in Salzburg © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Gemütlich: im „Fidelen Affen“ in Salzburg © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Das Publikum ist gemischt im „Fidelen Affen“. In einer Ecke des Restaurants sitzen viele junge Leute (Studenten?), die sich bei einem Glas Bier gut unterhalten. Im Zentrum des Restaurants befindet sich die Bar und der Bierausschank, vor dem auf einer größeren Fläche mehrere Stehtische an Säulen angebracht sind, die die Gewölbe tragen. Hier lassen sich einzelne Gäste ihr Bier schmecken, bevor sie nach Hause gehen. Wir sitzen in einer von mehreren Nischen und genießen unsere warme Suppe, die gut tut nach dem Spaziergang durchs winterlich-kalte Salzburg, ebenso wie das Salzburger Bratl mit Semmelknödel, Salzkartoffeln und Gemüse, deftige Hausmacherküche aus österreichischen Zutaten.

 

Salzburger Bratl mit Semmelknödel und Erdäpfel und Gemüse © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Salzburger Bratl mit Semmelknödel und Erdäpfel und Gemüse © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Stefan, unser Kellner, kümmert sich aufmerksam um uns. Wir müssen auf keinen Gang lange warten, er fragt immer wieder nach, ob alles schmeckt. Wir fühlen uns wohl in dieser gemütlichen Atmosphäre und genießen unser Essen und das Bier nach einem Spaziergang durchs winterliche Salzburg. Hier können wir diesen Tag angenehm ausklingen lassen.

 

Brunnauers Hauscocktail © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Brunnauers Hauscocktail © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

Essen im Mönchsberg im Restaurant Brunnauer im Magazin

Ganz anders ist unser kulinarisches Erlebnis im Restaurant Brunnauer im Magazin in der Augustinergasse 13a. Das Restaurant liegt abseits des touristischen Trubels von Salzburg auf der dem Fluss abgewandten Seite des Mönchsbergs im Berg. Ja, genau! Ihr habt richtig gelesen. Im Berg! Das Gourmet-Restaurant Brunnauer bietet mehrere Räumlichkeiten für seine Gäste: wir essen in der Kaverne zu Mittag, einem Stollen im Mönchsberg. Dort ist Platz für 40 Gäste, die hier in einzigartiger Umgebung a la Carte speisen und die gehobene österreichische Küche des Haubenkochs Richard Brunnauer genießen können.

 

Außergewöhnliche Location: Essen im Mönchsberg in Salzburg © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Außergewöhnliche Location: Essen im Mönchsberg in Salzburg © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

In ruhiger und gepflegter Atmosphäre speisen wir in außergewöhnlicher Umgebung. Frau Brunnauer erzählt uns, dass es sich bei dem in den Felsen des Mönchsberg gehauenen Gastraum um einen ehemaligen Bunker handelt. Elegant gedeckte weiße Tische reihen sich aneinander unter dem Gewölbe im Berg. Die Gäste sind Geschäftsleute und elegante Damen, die – nicht zu verkennen an ihren großen Einkaufstüten – gerade von ihrem weihnachtlichen Shoppingbummel durch die Stadt kommen und hier gepflegt zu Mittag essen.

 

Weihnachtliches Dekor bei Brunnauers im Magazin in Salzburg © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Weihnachtliches Dekor bei Brunnauers im Magazin in Salzburg © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Zwiebelrostbraten mit Bratkartoffeln und Zucchinigemüse © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Zwiebelrostbraten mit Bratkartoffeln und Zucchinigemüse © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Zuvorkommend und sehr aufmerksam werden wir bedient von jungen Damen und Herren, die uns jeden Wunsch mit großer Freundlichkeit erfüllen. Wir wählen beide das Tagesmenü: zur Vorspeise gibt es Felchenfilet mit Fenchel, Orangenfilets und Granatapfel und als Hauptspeise einen exzellenten Zwiebelrostbraten mit Bratkartoffeln und Zucchinigemüse. Das Essen ist genauso ausgezeichnet wie der Service in diesem Restaurant, das wir jedem Genießer uneingeschränkt empfehlen können. Als besonders angenehm empfinden wir die Preise für dieses sehr gute Menü: ein Mittagessen mit zwei Gängen kostet hier (Stand: Dezember 2013) nur überraschende 16,- Euro pro Person. Das Restaurant Brunnauer im Magazin lohnt auf jeden Fall einen Abstecher aus dem touristischen Trubel der Innenstadt von Salzburg. Wir waren hier sicher nicht zum letzten Mal.

 

Roland Essl vom Weiserhof zeigt uns 200 Jahre alte Kochbücher © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Roland Essl vom Weiserhof zeigt uns 200 Jahre alte Kochbücher © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

Das Restaurant Weiserhof – wo man isst wie vor 200 Jahren

Unser eindrucksvollstes kulinarisches Erlebnis in Salzburg haben wir im Restaurant Weiserhof, einem Gasthof in der Weiserhofgasse 4, der außerhalb der Touristenmeile in einem normalen Wohnviertel der Stadt liegt. Pächter und begeisterter Koch Roland Essl hat aus diesem Restaurant innerhalb von acht Jahren einen echten Geheimtipp gemacht und tritt immer wieder im österreichischen Fernsehen auf mit seinem Konzept „Essen mit Geschichte“. Die Gerichte, die im Weiserhof auf den Tisch kommen, sind traditionelle österreichische und Salzburger Küche, allerdings nicht das, was man in den üblichen Wirtshäusern serviert bekommt. Nein, Roland Essl geht noch viel weiter. Seine Gerichte stammen aus Kochbüchern, die über 200 Jahre alt sind und die aus langer Familientradition niedergeschrieben wurden, zum Beispiel von einer „Baierischen Köchin in Böhmen“. Dieses Kochbuch erhielt er von einem seiner begeisterten Kunden, als dieser, fast neunzigjährig, seinen Hausstand auflöste, um ins Altersheim zu gehen. Als Dank für viele schmackhafte Restaurantbesuche schenkte er ihm dieses Buch, das aus dem frühen 19. Jahrhundert stammt.

 

Lecker: Kuttelgulasch mit Polenta © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Lecker: Kuttelgulasch mit Polenta © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Stinker- und Hascheeknödel mit hausgemachtem Weißkraut © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Stinker- und Hascheeknödel mit hausgemachtem Weißkraut © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Aus diesem und anderen historischen Kochbüchern bezieht Essl seine Rezepte und Anregungen für neue Gerichte. Und was dabei herauskommt, ist ein bunter Bilderbogen an Speisen aller Art aus den Produkten der Region. Die Speisekarte liest sich zunächst, als ob sie in einer fremden Sprache geschrieben ist, oder wisst Ihr, was Kuttelgulasch mit Polenta ist, oder Henakrapfen mit Kürbis-Krautsalat. Wir kosten uns durch die gesamte Menükarte und probieren Stinker- und Hascheeknödel, geröstete Erdäpfel-Schottnocken, einen Metzgerteller und zum Dessert einen Gebackenen Ochsenschoas mit hausgemachtem Hollerröster. Es würde hier zu weit führen, jedes dieser Gerichte im Einzelnen vorzustellen, aber eines können wir nicht verschweigen: das waren tolle Geschmackserlebnisse, wie wir sie in einem Wirtshaus nicht erwartet hatten.

 

Henakrapfen mit Kürbiskraut - einfach köstlich © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Henakrapfen mit Kürbiskraut – einfach köstlich © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Geröstete Erdäpfel-Schottnocken in Kräuterrahmsoße © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Geröstete Erdäpfel-Schottnocken in Kräuterrahmsoße © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Metzgerteller mit Blut-, Brein- und Schweinsbratwürstl © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Metzgerteller mit Blut-, Brein- und Schweinsbratwürstl © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Die Zutaten für seine Speisen stammen aus der Umgebung, aus der eigenen Metzgerei, und zum Teil sammelt Roland Essl sie sogar selbst wie zum Beispiel die Vogelbeeren, aus denen er ein köstliches Vogelbeerenmuss herstellt. „Das passt hervorragend zu Käse oder Fleischgerichten“, sagt er. Auf meine Frage, ob Vogelbeeren denn überhaupt gegessen werden können – ich war als Kind immer strengstens davor gewarnt worden, diese zu essen – sagt er: „Diese schon“, und lacht. „Wir haben lange probiert, bis wir ein Rezept gefunden haben.“ Und tatsächlich, das Muss  schmeckt köstlich.

 

Klingt komisch, schmeckt gut! Gebackener Ochsenschoas mit hausgemachtem Hollerröster © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Klingt komisch, schmeckt gut! Gebackener Ochsenschoas mit hausgemachtem Hollerröster © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Wir sind während der Woche zu Gast im Weiserhof, und die Gaststube ist bis auf den letzten Platz besetzt. Ein sicheres Zeichen, dass Roland Essls Gerichte nicht nur uns schmecken. Auch hier sind Reservierungen angeraten. Dieses Geschmackserlebnis sollte sich niemand entgehen lassen, der Salzburg besucht. Und übrigens: der Weiserhof ist im Slow Food Gasthausführer mit einer Schnecke ausgezeichnet worden – wohlverdient, wie wir meinen.

 

 

Mit diesen Tipps seid Ihr gut gerüstet für eine erlebnisreiche kulinarische Entdeckungsreise durch Salzburg. Es würde mich freuen, wenn es Euch ebenso schmeckt wie uns.


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Quelle: eigene Recherchen vor Ort auf freundliche Einladung von Salzburg Tourismus. Unsere Meinung bleibt unsere eigene.

Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos:  © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Video:  © Copyright Petar Fuchs, TravelWorldOnline


Eine Antwort

  1. […] Besuche sind wir bei unserer Adventsreise nach Salzburg im vergangenen Jahr unter anderem auf das Restaurant Brunnauer im magazin in Salzburg gestoßen, dessen Küche uns schon damals sehr beeindruckt hat. Dabei erfuhren wir, dass Richard […]

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