Hohe Tauern mit dem Auto – Glockner Hochalpenstrasse

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Gedenkhstätte am Fuscher Törl
Gedenkhstätte am Fuscher Törl

 

Wenn draußen die Sonne scheint, weckt der tiefblaue Himmel bei uns die Sehnsucht nach schönen Landschaften. Wenn immer möglich, steigen wir ins Auto und fahren hinaus auf der Suche nach neuen, sehenswerten Ecken, die es zu erkunden lohnt. So war es auch Anfang September. Da wir einen Tag später sowieso zu einer längeren Autoreise nach Süden aufbrechen wollen, für den geplanten Reisetag aber weniger gutes Wetter vorhergesagt ist, rufen wir spontan beim Hotel Kärntnerhof in Heiligenblut an. Dort hatten wir bereits einen Zwischenaufenthalt auf unserem Weg nach Süden geplant. Wir haben Glück, und es ist noch ein Zimmer für eine weitere Nacht frei. Wir verlängern unseren Aufenthalt, und so können wir den Nationalpark Hohe Tauern mit dem Auto an einem perfekten Tag auf einer Fahrt über die Glockner Hochalpenstrasse erleben.

 

Fuscher Tal - Nationalpark Hohe Tauern mit dem Auto
Fuscher Tal – Nationalpark Hohe Tauern mit dem Auto

 

Bei strahlendem Sonnenschein fahren wir frühmorgens von München los. Gut drei Stunden dauert die Anreise. Allen Hinweisen unseres Navigationsgeräts, das uns bereits auf deutscher Seite über Nebenstraßen durch die Berge locken will, widerstehen wir hartnäckig und bleiben auf der Autobahn, bis wir die Abzweigung bei Bischofshofen in Richtung St. Johann im Pongau erreichen. Wir wollen rasch nach Fusch, dem nördlichen Ausgangspunkt auf die Glockner Hochalpenstrasse, um möglichst viel Zeit für die nur 48 Kilometer lange Panoramastrasse durch die Hohen Tauern zu haben. Auf 37 Kehren führt diese spektakuläre Panoramastrasse Österreichs durch die Bergwelt des Fuscher und des Möll Tals. Den Nationalpark Hohe Tauern mit dem Auto zu erleben, dafür braucht man Zeit. Zahllose, atemberaubende Ausblicke auf schneebedeckte Alpengipfel, das tief unten liegende Fuscher Tal, das Fuscher Törl, die Skigebiete jenseits davon, die Fuscher Lacke und natürlich den Grossglockner und die Pasterze warten auf uns.

 

Hohe Tauern mit dem Auto auf der Glockner Hochalpenstrasse
Hohe Tauern mit dem Auto auf der Glockner Hochalpenstrasse

 

Den Nationalpark Hohe Tauern mit dem Auto erleben

Das letzte Mal waren wir vor gut zehn Jahren hier. Obwohl wir die Strecke bereits kennen, zieht sie uns erneut so sehr in ihren Bann, dass wir für die relativ kurze Strecke fast sieben Stunden benötigen. Es gibt unterwegs viel zu entdecken – und auch diesmal haben wir nicht alle Attraktionen geschafft. Gleich hinter der Zahlstation, die wir dank unseres vorreservierten mehrtägigen Aufenthalts im Hotel Kärntnerhof in Heiligenblut kostenlos passieren dürfen (nähere Infos dazu gibt’s in unserem Artikel über das Hotel Kärntnerhof. Aktuelle Tagespreise für die Fahrt auf der Glockner Hochalpenstrasse durch den Nationalpark Hohe Tauern mit dem Auto findet Ihr online auf dieser Website), werden die Ausblicke entlang der steil bergauf führenden Serpentinenstrecke immer spektakulärer. Wir bleiben fast an jeder Kehre stehen, fotografieren die tollen Ausblicke und bewundern staunend den einen oder anderen Radfahrer, der sich den steilen Berg aus eigener Kraft hochkämpft. Diesmal sind wir während der Woche unterwegs, und die Radfahrer lassen sich an einer Hand abzählen. Wir können uns jedoch noch gut an unseren letzten Wochenendbesuch erinnern, bei dem sich eine wahre Radfahrer-Karawane den Berg hochquälte. Offenbar gehört die Überquerung der Glockner Hochalpenstrasse zu den Renommierstrecken für Sportradler.

 

Hohe Tauern bei der Auffahrt zum Piffkar
Hohe Tauern bei der Auffahrt zum Piffkar

 

Weil wir an einem der letzten Spätsommertage des Jahres durch den Nationalpark Hohe Tauern mit dem Auto fahren, sind die Gletscher, die wir von der Straße aus sehen, klar zu erkennen. Gletscherspalten können wir auch aus der Ferne gut sehen, und die zahlreichen Wasserfälle, die von ihnen ins Tal hinunter fließen, sind um diese Jahreszeit zum Teil recht dünn – anders als zur Zeit der Schneeschmelze im Frühjahr. Dafür fehlt die winterliche Schneedecke, die im Frühling den Blick auf die Spalten und Risse im Eis verhindert, und wir sehen, wie zerklüftet die Gletschermassen tatsächlich sind. Entlang des Fuscher Tals bei der Fahrt hinauf zum Piffkar liegen die Gletscher hoch oben an den Bergen in Kuhlen, die sie sich über Tausende von Jahren in den Fels gegraben haben. Der einzige Talgletscher, den wir auf unserer Fahrt durch den Nationalpark Hohe Tauern mit dem Auto sehen, ist die Pasterze, die vom Grossglockner hinunter ins Tal fließt.

 

Das Fuscher Tal vom Piffkar
Das Fuscher Tal vom Piffkar
Latschen am Piffkar über dem Fuscher Tal
Latschen am Piffkar über dem Fuscher Tal

 

Unterwegs gibt es immer wieder Ausfahrten, an denen Informationstafeln die Gletscher- und Bergwelt näher erklären. Da gibt es Wissenswertes über die Geologie, die Flora, die Fauna und natürlich die Gletscher selbst zu erfahren. In Schutzhütten, die während des Baus der Glockner Hochalpenstrasse in den 1930er Jahren errichtet wurden, gibt es heute Ausstellungen, die alles Wissenswerte über diese Hochgebirgsregion vermitteln. Bei unserem letzten Besuch in den Hohen Tauern erfuhren wir in einer dieser Schutzhütten, dass die Strasse auf den Trassen von uralten Fußpfaden errichtet wurde, die bereits die Römer, die Kelten und die Säumer (Träger) nutzten, die ihre Waren auf Rückenkraxn von Italien über die Berge zu den Märkten nördlich der Alpen transportierten. Dieses Mal gibt es eine Wanderausstellung über die Population der Steinadler im Hochgebirge. Wegen des schönen Wetters verzichten wir auf den Besuch der meisten Schutzhütten und genießen lieber die herrlichen Aussichten, den Wind, der immer stärker bläst, je höher wir kommen, und die Sonne, die vom tiefblauen Himmel strahlt.

 

Im Haus Alpine Naturschau gibt es Informatives zum Hochgebirge
Im Haus Alpine Naturschau gibt es Informatives zum Hochgebirge
Hohe Tauern mit dem Auto
Hohe Tauern
Grandiose Aussicht am Fuscher Törl
Grandiose Aussicht am Fuscher Törl
Bergbach im Tal unter uns
Bergbach im Tal unter uns

 

Die großartigste Aussicht auf die Nordseite der Bergkette haben wir vom Fuscher Törl (siehe erstes Foto oben). Unter uns windet sich die Straße in steilen Serpentinen am Berghang entlang, über die Besucher aus aller Welt den Nationalpark Hohe Tauern mit dem Auto oder Motorrad entdecken. Wir hören alle möglichen Sprachen, aber aus allen ist die Bewunderung herauszuhören, die diese Strecke ihren Besuchern abnötigt. Wir verbringen einige Zeit am Fuscher Törl und an der Gedenkstätte für die beim Bau der Strasse verunglückten Arbeiter und genießen den Ausblick. Wegen des Trubels der Bustouristen im Wirtshaus am Fuscher Törl entscheiden wir uns, unsere mittägliche Brotzeit auf den Nachmittag zu verschieben.

 

Fuscher Lacke
Fuscher Lacke
Fuscher Lacke und Mankeiwirt
Fuscher Lacke und Mankeiwirt
Brettljause beim Mankeiwirt
Brettljause beim Mankeiwirt

 

Diese genießen wir – in Ruhe und mit wunderbarem Ausblick – beim Mankeiwirt an der Fuscher Lacke, einem kleinen Bergsee. Das Chillen auf der Terrasse einer Berghütte ist schon was Besonderes! Allerdings sollte man das Sonnenschutzmittel nicht – wie ich wieder einmal – vergessen. Erst am Abend ist die intensive Sonneneinstrahlung deutlich auf der Haut spürbar, weht tagsüber doch überall ein kühlendes Lüftchen. Nach einer typischen Brettljause mit verschiedenen Wurst- und Speckspezialitäten, viel geriebenen Kren (Meerrettich), Tomaten und Gurken, schauen wir uns die Ausstellung über den Bau der Straße im original erhaltenen Straßenbauhäuschen am Seeufer an. Die Glockner Hochalpenstraße war eine der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen nach der Großen Depression Anfang des 20. Jahrhunderts. Viele der Arbeiter kamen aus den Dörfern der Umgebung, aus Slowenien und Norditalien. Sie verdienten gut. Die Arbeit war gefährlich und sehr anstrengend. Aus den Schriftstücken und den Aussagen von Zeitzeugen geht hervor, dass die Arbeiter sehr stolz darauf waren, an diesem Bau-Projekt beteiligt zu sein. Der Erfolg sollte ihnen Recht geben. Hatten sich die Erbauer erhofft, im ersten Jahr mindestens 40.000 Besucher in die Region Hohe Tauern mit dem Auto zu locken, wurden sie von einer Besucherzahl überrascht, die schon im ersten Jahr nach der Eröffnung viermal so hoch war. Der Strom begeisterter Besucher ist bis heute nicht weniger geworden.

 

Glückliche Kühe auf den Bergwiesen der Hohen Tauern
Glückliche Kühe auf den Bergwiesen der Hohen Tauern

 

Den Grossglockner im Nationalpark Hohe Tauern mit dem Auto besuchen

Es ist gerade vier Uhr nachmittags, als wir den Kreisverkehr erreichen, an dem eine Straße zum Grossglockner und eine andere nach Heiligenblut abzweigt. „Zeit genug, damit wir noch einen Abstecher zum Glockner machen“, sage ich zu Petar, und wir fahren die Straße bergauf, auch wenn sich langsam Wolken um die Berggipfel sammeln. An einer der Kehren halten wir an und bewundern einen Wasserfall, der in zwei Stufen ins Tal herunter fällt. Darunter führt ein Wanderweg vorbei, auf dem gerade eine Gruppe vorwitziger Wanderer von einem massig aussehenden schwarzen Bullen vertrieben werden, der sich offenbar in der Bergluft recht wohl fühlt. Gut genährt steht er einige Minuten lang auf einem grünen Hügel, gerade so, als ob er für Petars Video posieren wollte. (In seinem Video könnt Ihr die Szene gut sehen.)

 

Wasserfall
Wasserfall

 

Von der Kaiser Franz Josefs Höhe haben wir einen ersten direkten Blick auf den Großglockner, dessen Gipfel noch immer fast wolkenfrei ist, obwohl sich über ihm die ersten Wolken der angekündigten Schlechtwetterfront aufbauen. Wir fahren bis zum Ende der Glockner Straße und haben den besten Ausblick auf den Berg und den Gletscher. Auch wenn der Himmel nicht mehr so intensiv blau ist, wie in den Stunden zuvor, die Sonne kämpft sich doch immer wieder durch, und das sorgt für ein abwechslungsreiches Farbspiel am höchsten Berggipfel Österreichs. Der Glockner überragt mit seinen 3798 Metern alle umliegenden Berggipfel. Von seinen Hängen und vom Pasterzengletscher fließen zahlreiche Wasserläufe den Berg hinab und sammeln sich im Gletschersee unterhalb des Bergmassivs.

 

Grossglockner mit Pasterzengletscher
Grossglockner mit Pasterzengletscher
Glockner, Pasterze und Glocknerhaus
Glockner, Pasterze und Glocknerhaus

 

Tief beeindruckt von der grandiosen Natur, die wir auf unserer Fahrt durch den Nationalpark Hohe Tauern mit dem Auto erleben, kehren wir schließlich um und wählen am Kreisverkehr die Abzweigung nach Heiligenblut, die uns in steilen Kehren schnell hinunter bringt in das Bergdorf, wo wir die nächsten Tage verbringen. Ein unvergesslicher Tag in den Hohen Tauern geht zu Ende.

Schaut Euch unbedingt Petar’s Video an, das die grandiose Tour durch den Nationalpark Hohe Tauern mit dem Auto sehr gut einfängt:

 

 

Quelle: eigene Recherchen vor Ort. Wir bedanken uns bei Genuss Reisen Österreich und dem Hotel Kärntnerhof für die Einladung zu dieser Reise.

Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Video: © Copyright Petar Fuchs, TravelWorldOnline

2 Antworten

  1. Daikoku
    | Antworten

    Schöne Photos. Das Video ist zu hektisch gefilmt, zu kurze Einstellungen, zu viele Zooms, ZU SCHNELLE ZOOMS.

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