Klostergärten in Niederösterreich

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Kloster Altenburg
Klostergärten in Niederösterreich: Stift Altenburg – Ist der Lavendel nicht wundervoll?

 

Die Klostergärten in Niederösterreich – eine Reise zum Ich

Drei Tage waren wir unterwegs und haben fünf Klostergärten in Niederösterreich besucht. Wir versprachen uns davon einen Genuss für Augen und Sinne, aber die Reise hielt einiges mehr an Überraschungen für uns bereit. Auf unserem Reiseplan standen so berühmte Klöster wie Melk und Klosterneuburg bei Wien, aber auch weniger bekannte Klöster wie Stift Seitenstetten im Mostviertel, Stift Geras und Kloster Altenburg im Waldviertel. Weder Petar noch ich sind besonders religiös. Klöster, Mönchsorden und alles was damit zusammen hängt, interessieren uns vor allem in historischer, kultureller oder kunsthistorischer Hinsicht, und in den Gärten dieser Klöster suchten wir nach den Spuren, die die Mönche dort im Laufe der Jahrhunderte hinterlassen haben. Dies fanden wir im Übermaß – aber wir entdeckten noch mehr. Was machte diese Reise so besonders? Das stelle ich Euch hier vor:

 

Stift Klosterneuburg
Klostergärten in Niederösterreich : Stift Klosterneuburg bei Wien

Die historischen Gärten von Klosterneuburg

Am ehesten entsprachen die Gärten von Klosterneuburg dem, was wir uns von den Gärten entlang unserer Route erwartet hatten. Josef Bauer sen., der langjährige Leiter der Klosterneuburger Stiftsgärten, führt uns durch sein Lebenswerk, das er heute nach seiner Pensionierung zusammen mit seinem Sohn und dessen Team betreut. Er war es, der die verschiedenen Gärten des Klosters in unterschiedlichen Stilrichtungen wieder belebte: da gibt es einen manieristischen Garten, einen Renaissance-Garten, einen Kreuzhof, einen Mittelaltergarten, einen Kräutergarten und einen Konventgarten, in dem sich die Mönche zurückziehen, um Ruhe zu finden und inmitten von intensiv duftenden Rosen zu meditieren und zu beten. Bauer, ein begeisterter Gärtner bis heute, vertiefte sich über Jahrzehnte in historische Zeichnungen und Gemälde, in Aufzeichnungen in den Klosterarchiven und verschaffte sich einen Überblick darüber, wie die Mönche einst die verschiedenen Innenhöfe, Nischen und freien Flächen auf dem Klostergelände nutzten und verschönerten. Er ging auf die Suche nach Pflanzen, von denen es heute nicht mehr viele gibt und integrierte eine Sammlung von historischen Rosen in seinen Konventgarten. Sogar eine Alraune findet sich in seinem Mittelaltergarten, eine jener Pflanzen, um die sich zahlreiche Legenden ranken und der im Mittelalter unglaubliche Heilkräfte zugeschrieben wurden, deren Genuss aber auch tödlich sein konnte, nahm man zu viel davon. An der Pflanze, die im Mittelaltergarten von Klosterneuburg wächst, steht daher wohlweislich auch ein Schild, das davor warnt, die Pflanze zu berühren.

 

Manierismus Garten
Klostergärten in Niederösterreich : Garten im Stil des Manierismus im Leopoldihof im Klosterneuburg
Kreuzgang Klosterneuburg
Klostergärten in Niederösterreich : Kreuzgang im Klosterneuburg
Renaissance Garten
Klostergärten in Niederösterreich : Renaissance Garten am Feuerbrunnen im Klosterneuburg
Mittelaltergarten
Klostergärten in Niederösterreich : Mittelaltergarten im Klosterneuburg
Orchidee
Klostergärten in Niederösterreich : Orchidee in der Orangerie in Klosterneuburg
Konventgarten
Klostergärten in Niederösterreich: Im Konventgarten von Klosterneuburg

 

Die Gärten von Klosterneuburg sind nicht immer zugänglich. Es gibt jedoch verschiedene Veranstaltungen im Jahresverlauf, bei denen Besucher die Klostergärten sehen können. Aktuelle Informationen dazu findet Ihr auf der Website von Stift Klosterneuburg.

 

Hofgarten
Mit Elena Paschinger, Andreas Susana und P. Ferdinand Ilk im Hofgarten von Stift Seitenstetten auf der Reise durch die Klostergärten in Niederösterreich

Ein Garten der Begegnung im Stift Seitenstetten

Etwa eineinhalb Stunden fahren wir von Klosterneuburg zum Stift Seitenstetten im niederösterreichischen Mostviertel. Dort erwartet uns eine ganz andere Garten-Erfahrung. Das Stift beherbergt heute eine Privatschule und ist bekannt für den historischen Hofgarten, der sich unterhalb des mächtigen Meierhofs erstreckt und seinen Besuchern verschiedene Themengärten bietet. Der auffälligste darunter ist der Barockgarten, in dessen Mitte Wasser aus einem Springbrunnen plätschert umgeben von vier schlichten Grasflächen, die die vier Elemente Wasser, Feuer, Erde und Luft symbolisieren. Dahinter befindet sich ein romantischer Rosengarten, dessen Kletterrosen üppig in Rosa, allen möglichen Rottönen und Weiß die Bögen und Tore aus Metall und Holz überwuchern und dem Garten einen verwunschenen Charakter verleihen. Einen Teil der insgesamt 110 historischen Strauch- und Kletterrosen erhielt das Stift von einer dankbaren Mutter, deren Sohn in der Stiftsschule erzogen wurde. Ein Rosenkranz-Labyrinth am Ende des Gartens aus Buchskugeln und Rosen bietet gläubigen Besuchern einen Ort der Stille. Der Hofgarten von Stift Seitenstetten ist aber auch ein Lehrgarten. Das zeigt sich am deutlichsten im Gemüse- und Kräutergarten, aus dem die Stiftsküche wie eh und je ihr frisches Gemüse, Kräuter und Beeren bezieht. Kartoffeln spielen darin eine besondere Rolle, war das Stift doch einer der ersten Orte in Österreich, an dem die nahrhafte Knolle aus Amerika gepflanzt wurde.

 

Gartentage
Die Seitenstettner Gartentage
Rosengarten
Klostergärten in Niederösterreich: Der Rosengarten im Stift Seitenstetten

 

Wir sind zu den Seitenstettner Gartentagen zu Gast, die im Juni stattfinden. Ein gutes Beispiel dafür, dass der Hofgarten vor allem als ein Ort der Begegnung gedacht ist. Während normaler Wochenenden können Besucher sich auf Liegestühlen im Urlaubsgarten erholen oder in Hängematten den Bienen zuschauen, wie sie Nektar von den Blütenpflanzen der umliegenden Beete sammeln. An den Gartentagen sind die freien Grasflächen besetzt von Künstlern, Kunsthandwerkern und Gartenspezialisten, die ihre Werke und Waren interessierten Besuchern anbieten. Unserem Begleiter, P. Ferdinand Ilk, ist das ein wenig zu viel Trubel, denn er weist uns immer wieder darauf hin, was wir uns wegdenken sollten, aber mir gefällt gerade diese Mischung aus Kunst, Kunsthandwerk und üppigem Blumensortiment, das den Garten lebendig macht und eine Verbindung herstellt zwischen klösterlichem Leben und moderner Welt.

 

Paul Troger
Paul Trogers Werk im Stift Seitenstetten
Bibliothek
Die Bibliothek im Stift Seitenstetten
Büste
Dekor in der Bibliothek

Wir nutzen die Zeit für einen kurzen Rundgang durch das Kloster und seine barocken Innenräume: wir sehen die gotische Stiftskirche, den Marmorsaal, die Bibliothek mit den Fresken von Paul Troger, den Maturasaal und die prachtvolle Abteistiege mit dem Fresko von Bartolomeo Altomonte.

Der Hofgarten von Stift Seitenstetten ist öffentlich zugänglich. Weitere Informationen zum Hofgarten und dem Kloster gibt es auf der Website von Stift Seitenstetten.

 

Stift Melk
Der Eingang zum Stift Melk

Die Barockgärten im Stift Melk

Die grandiosesten Gärten auf unserer Reise durch die Klostergärten von Niederösterreich sind die Gartenanlagen im Stift Melk. Sie sind durchaus eines Weltkulturerbes ebenbürtig, zu dem das Kloster und seine Gebäude zählen. Diese lassen wir bei unserem Besuch jedoch links liegen, interessieren uns doch diesmal vor allem die Gärten, die, so wie wir sie sehen, erst seit 2000 nach der Niederösterreichischen Landesausstellung wieder revitalisiert worden sind. Bis dahin lag das Gelände seit dem Zweiten Weltkrieg brach.

 

Barocker Stiftsgarten
Klostergärten in Niederösterreich: Barocker Stiftsgarten in Kloster Melk
Donau
Klostergärten in Niederösterreich: Ausblick auf die Donau von Stift Melk

Wir treffen Michaela Romako, die uns durch die verschiedenen Gärten des Stifts führt, und sie erklärt uns: „Die Gartenarchitekten erkannten rasch, dass die Gartenfläche in etwa dieselbe Größe hat wie die Klosteranlage. Nimmt man den Babenberger Turm als Teilung und klappt die beiden Teile übereinander, so trifft die Laterne der Stiftskuppel genau in das barocke Wasserbecken im Park. Es besteht also eine klare Beziehung zwischen dem Kloster und den Gärten.“ Wir folgen ihr durch den barocken Garten zum Gartenpavillon und sehen links davon das Cabinet clairvoyée, einen kleinen, umwachsenen Raum, von dem aus wir hinunterblicken können ins Donautal und zum mächtig aufragenden Klostergebäude auf dem Felsen über dem Fluss.

 

Auf schattigen Wegen
Auf schattigen Wegen in Stift Melk

 

Durch eine schöne Allee gehen wir hinter dem Pavillon zur anderen Gartenhälfte und genießen den wunderbaren Ausblick auf die Donau und den Beginn der Wachau. Hier verlassen wir den in klaren Linien angelegten Barockgarten und betreten einen kühlen Wald, dessen angenehme Temperaturen an diesem heißen Frühsommertag uns sehr willkommen sind. Mehrere Wege führen durch diesen fast mystischen Wald. Das Gefühl, hier in einem besonderen Wald zu sein, wird verstärkt durch Chorgesänge, die aus einem Lautsprecher am Weganfang dringen. Als wir uns wieder der Klippe nähern, die hinunter zur Donau abbricht, höre ich plötzlich ein wirres Durcheinander von Vogelstimmen, das vom lauten Knattern der Rotoren eines Hubschraubers unterbrochen wird. Obwohl ich angestrengt versuche, den Helikopter durch die Bäume zu entdecken, bleibt dieser verborgen. „Das ist Teil der Kunst-Installation von Katharina Gruzei, die mit einer Soundinstallation die Geräuschkulisse des brasilianischen Regenwalds in den Stiftspark holt“, erklärt uns Michaela. „Der Helikopter ist dort das Vehikel der Touristen. Das Geräusch weist uns darauf hin, wie sehr unser Blick auf die Natur des anderen vom eigenen Fortschritt geprägt ist.“

 

Benediktus Weg
Klostergärten in Niederösterreich: Benediktus Weg im Stift Melk

 

Kunst ist allgegenwärtig im Stiftspark von Melk. In diesem Jahr steht sie unter dem Motto: Points of Passage, ein Ort des Übergangs. Insgesamt neun Künstler und Künstlerinnen bespielen das gesamte Stiftsareal und geben ihre Interpretationen ab zu den Themen Migration, Fremdsein, Anderssein und gesellschaftliche Ausgrenzung. Im barocken Wasserbecken lässt Christian Philipp Müller „Die Neue Welt“ anhand von Pflanzen darstellen, die einst von dort nach Europa kamen. Bernhard Hosa zeigt mit seinen Dead Doors im Jardin Méditerranéen, wie schwierig es ist, sich in einer fremden Welt zurechtzufinden. Wir entdecken weitere Kunst-Installationen im Stiftspark, die bereits älteren Datums sind, wie „Die Raben – Im Stiftsgarten gelandet“ von Ingrid Kralovec, deren Raben zum Teil frappierende Ähnlichkeiten mit einigen der Mönche des Stifts Melk aufweisen.

 

Paradiesgarten
Im Paradiesgarten in Stift Melk
Raben
Die Raben von Ingrid Kralovec im Stift Melk
Hase
Ein seltsamer Hase im Gartenpavillon von Stift Melk

 

Unseren Besuch im Stiftsgarten von Melk beschließen wir mit einem Besuch des Gartenpavillons, dessen Wandmalereien ebenfalls das Thema der „Fremde“ wieder aufgreifen: die vier – damals bekannten – Kontinente werden dargestellt, wobei die Künstler ihrer Fantasie zum Teil freien Lauf ließen. So erinnert der Hase, der uns aus einer Ecke des Raumes anblickt, eher an einen Menschen mit zu lang geratenen Ohren. Die Strauße wirken seltsam mit ihren fratzenartigen Köpfen und die Menschen lassen sich nur schwer den jeweiligen Erdteilen zuordnen. Hier konnten sich einst die Mönche beim Mahl erholen, es gab Spieltische zur Entspannung und überhaupt scheint das Leben der Mönche an diesem Ort gar nicht so der Welt entsagend gewesen zu sein, wie wir es an anderer Stelle erfahren.

 

Stift Geras
Stift Geras

Beim Kräuterpfarrer im Stift Geras

Ganz anders ist der Kräutergarten im Stift Geras im Waldviertel. Das Stift befindet sich in der rauen Umgebung des Waldviertels, einer Region, die höher gelegen ist als die Klöster, die wir bisher kennenlernten. Geras ist nur wenige Kilometer von der tschechischen Grenze entfernt, und bis heute hat man dort den Eindruck am Ende der Welt zu sein. Hier treffen wir Pater Benedikt Felsinger, der in Österreich auch bekannt ist als Kräuterpfarrer, blogt er doch über seine Leidenschaft, die Kräuterzucht, auf www.kraeuterpfarrer.at und verfasst eine Kolumne dazu in einer der größten Tageszeitungen des Landes. Pater Felsinger war lange Jahre Prior von Stift Geras und betreute zwei Pfarreien. Inzwischen konzentriert er sich jedoch vor allem auf den Kräutergarten, hält Vorträge über die Heilkraft von Kräutern und studiert deren Wirkung und Geschichte in den Archiven des Klosters.

 

Kräuterpfarrer
Kräuterpfarrer Benedikt Felsinger
Im Kräutergarten
Im Kräutergarten von Stift Geras
Malve
Malve im Kräutergarten von Stift Geras

 

Pater Benedikt beeindruckte uns besonders durch die innere Ruhe, die er ausstrahlte. Menschliche Schwächen sind ihm vertraut, meint er doch: „Es gibt nichts Schlimmeres als den Spruch ‚Hauptsach‘ gsund‘. Es gibt niemanden, der sein Leben lang ohne Probleme verbringt. Erst was uns herausfordert, macht uns stark.“ Seine Kräuter sind für ihn viel mehr als ein Heilmittel, das im Krankheitsfall eingesetzt wird. „Die Frage: ‚Wofür ist das gut?‘ reduziert die Pflanze auf einen einzigen ihrer Aspekte. Stattdessen müsst Ihr fragen: ‚Wie kannst Du mir helfen?‘ Damit setzt Ihr die Pflanze in einen umfassenden Zusammenhang und Ihr seht auch die Schönheit der Pflanze, die Kraft, die in ihren Stängeln sitzt, die leuchtende Farbe in ihren Blüten und den Duft, den sie verbreitet, denn eine Pflanze kann viel mehr als nur eine bestimmte Krankheit heilen.“

 

Orthodoxe Kapelle
Orthodoxe Kapelle im Stift Geras

 

Nach unserem Rundgang durch seinen Kräutergarten zeigt er uns eine orthodoxe Kapelle mit einer beeindruckenden Ikonostase. „Einer unserer Pater hat die Erlaubnis birituale Messen zu halten. Das tut er vor allem, wenn Gäste aus orthodoxen Ländern zu uns ins Kloster kommen“, erklärt er uns.

 

Vierjahreszeiten Retreat Waldviertel
Wir übernachten im Vierjahreszeiten Retreat Waldviertel
Bauernente
Deftig und gut: die Bauernente mit Kartoffelknödel

 

Im ehemaligen Schütthaus des Klosters ist heute das Hauptgebäude des Kunst und Kultur Seminarhotel Geras und das Vierjahreszeiten Retreat Geras im dazugehörigen Vierkanthof untergebracht, wo wir zwei Nächte verbringen. Bei erfrischenden Kräuterdrinks mit Wasser, Zimt, Kardamom, Brennessel, Salbei und Zitronensaft werden am Abend noch einmal Erinnerungen wach an unseren Besuch beim Kräuterpfarrer. Dazu lassen wir uns Bodenständiges wie eine Bauernente mit Kartoffelknödel oder ein Gemüsestroganoff zum Mittagessen schmecken.

Nähere Informationen zu Stift Geras findet Ihr hier.

 

Im Stift Altenburg
Im Stift Altenburg

Barockes – und gotisches – Kleinod im Stift Altenburg

Ins Stift Altenburg kamen wir eigentlich, um uns den Garten der Religionen und den Garten der Stille anzuschauen, zwei der Gärten, die dieses Kloster vorzuweisen hat. Der Garten der Religionen widmet sich den vier Weltreligionen: Christentum, Judentum, Hinduismus und Islam. In vier Anbauflächen werden Verbindungen geknüpft zu diesen Religionen anhand von bestimmten Pflanzen, Wasser, Formen und Elementen. Der Garten der Stille liegt auf der Rückseite des Klosters unterhalb des beeindruckenden Barockbaus, der sich auf dem Gipfel eines Felsens hoch über dem Kamptal erhebt. Den Atem rauben mir allerdings die üppig blühenden Lavendelsträucher vor dem Haupteingang zum Klosters mit seiner barocken Fassade, deren helle Farben wunderbar mit dem tiefen Blau des Lavendels harmonieren. Was für ein Anblick!

 

Lavendel im Stift Altenburg
Lavendel im Stift Altenburg
Archäologischer Teil
Im archäologischen Teil von Stift Altenburg
Krypta
Die außergewöhnliche Krypta im Stift Altenburg

 

Stift Altenburg wartet mit einer weiteren Überraschung für uns auf: in den letzten Jahren hat man dort die Reste der mittelalterlichen Klosteranlage von Altenburg wieder freigelegt, die unter dem barocken Prunkbau verborgen lag. Im Laufe der Jahrhunderte war dieser zum Großteil aufgeschüttet worden, und erst Untersuchungen von Statikern vor einigen Jahren machten eine Restaurierung unerlässlich, weil sonst das darüber gebaute Barockstift in Gefahr geraten wäre, zusammen zu fallen.

 

Deckengemälde
Prächtiges Deckengemälde im Vorraum zur Bibliothek im Stift Altenburg
Bibliothek
Die prachtvolle Bibliothek im Stift Altenburg
Stiftskirche
Stiftskirche von Kloster Altenburg

 

So entschlossen sich die Mönche von Stift Altenburg zu einer archäologischen Ausgrabung, die die Reste des gotischen Klosters, das im Jahr 1144 gegründet worden war und brachten Zeugen des Klosterlebens wieder zum Vorschein, die zeigen, wie man über die Jahrhunderte in diesem Kloster lebte. Sehenswert ist hier besonders die gotische Veitskapelle, die von außen nicht zu erkennen ist sondern hinter der barocken Fassade versteckt ist, die Krypta mit ihren außergewöhnlichen Fresken, die Bibliothek und natürlich die barocke Stiftskirche. Dieses Kloster nahe der Grenze zu Tschechien ist ein Kleinod barocker Baukunst und ein Meisterwerk moderner Archäologie und Architektur, die diese Kirche in der Kirche auf wunderbare Weise wieder zum Vorschein gebracht haben.

 

Seerosenteich
Seerosenteich im Garten der Religionen im Stift Altenburg

 

Weitere Informationen zum Stift Altenburg gibt’s online auf www.stift-altenburg.at

Unsere Reise zu den Klostergärten in Niederösterreich

Außergewöhnlich war sie, diese Reise zu den Klostergärten in Niederösterreich. Sie entsprach nicht dem, was wir gewöhnlich auf unseren Reisen erleben. Die Begegnungen, die wir unterwegs hatten, waren häufig mit Menschen, die angekommen waren, die wussten, was für sie im Leben wichtig ist. Besonders fiel mir dabei auf, dass viele von ihnen eine ganz besondere Form der Ruhe ausstrahlen, die sich auch auf uns auswirkte. Überhaupt fanden wir auf dieser Reise Zeit, die Gärten und deren Umgebung auf uns wirken zu lassen – und die sollte man sich unbedingt nehmen, wenn man eine solche Reise plant. Für mich war das wie eine Reise ins eigene Ich, gaben mir diese Momente doch Zeit, ein wenig über das Leben und das, was wir tun, nachzudenken.

In den Klostergärten von Stift Klosterneuburg gingen wir in der Geschichte zurück in längst vergangene Zeiten, begleitet von dem Mann, der diese im Laufe seines Lebens wieder aufleben ließ. Im Stift Seitenstetten begegnete uns ein Kloster, das sich den Menschen öffnet. Im Stift Melk bleiben mir der Benediktusweg, die Geräusche aus dem brasilianischen Regenwald, die dort aus dem Lautsprecher drangen und der Blick hinaus ins Donautal in Erinnerung – ein fast mystisches Erlebnis. In Stift Geras rieche ich noch die Kräuter, die uns Kräuterpfarrer Benedikt Felsinger nahe brachte und vom Stift Altenburg bleibt der Eindruck einer Zeitreise vom Barock in die Gotik im Gedächtnis, die eindrucksvoller nicht hätte sein können. Eines jedoch nehme ich von allen diesen Klöstern gleichermaßen mit: eine Besinnung aufs Wesentliche für das eigene Leben und eine innere Ruhe, für die man vielleicht wirklich ins Kloster gehen muss, um sie zu erleben.


Reiseorganisation:

Anreise nach Wien:

Lufthansa, Austrian Airlines und Swiss fliegen nach Wien.

Mietwagen:

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Hotels:

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Zur Übernachtung empfehlen wir
Das Schloss an der Eisenstraße in Waidhofen a.d. Ybbs* und
Das Kunst und Kultur Seminarhotel Geras und das Vierjahreszeiten Retreat Waldviertel in Geras*

Reiseführer:

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Quelle: eigene Recherchen vor Ort. Wir bedanken uns bei Klösterreich für die Einladung zu dieser interessanten Reise. Unsere Meinung bleibt unsere eigene.

Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

4 Antworten

  1. Sabine
    | Antworten

    Das Klösterreich steht schon eine Weile auf meiner Reisewunschliste! In eurem Blogbeitrag wird wieder einmal deutlich, warum mich Gärten so faszinieren. Sie erzählen nicht nur ihre eigene Geschichte sondern auch Geschichten von Menschen wie Josef Bauer sen. von Klosterneuburg oder vom Kräuterpfarrer Felsinger im Stift Geras. Diese Geschichten bereichern die Schönheit der Gärten noch einmal mehr – Danke!!

    • Gerade diese Menschen machen die Gärten aus, Sabine. Sie sind es, die diese Gartenlandschaften schaffen und ihr ganzes Leben diesen Gärten widmen. Sie haben uns sehr beeindruckt und viel dazu beigetragen, dass uns diese Reise unvergesslich bleibt.

  2. Hermann Paschinger
    | Antworten

    Großartiger Beitrag – eine Klösterreich-Reise zu den Klostergärten ist demnach eine etwas „andere“ Reise, wenn es diese beschriebene „Begegnungsqualität“ hat?!

    • Monika Fuchs
      | Antworten

      Ich denke schon, dass das einen großen Teil dieses Erlebnisses ausmacht. Ich bin selten von einer Reise mit soviel innerer Ruhe zurückgekehrt wie von dieser.

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