Landshut – unsere Tipps für einen Stadtrundgang

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Burg Trausnitz in Landshut
Burg Trausnitz in Landshut

 

Landshut bietet mit ihrem gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtbild, der St. Martins Kirche und der Burg Trausnitz, die auf einem Hügel oberhalb der Stadt thront, ein Stadtbild, das sich zu erkunden lohnt. Wir wohnen nur etwa eine Autostunde davon entfernt und fahren an einem Herbsttag im Oktober spontan los, um sie uns etwas genauer anzuschauen.

 

Mit seinen gut 130 Metern überragt der Turm von St. Martin Landshut
Mit seinen gut 130 Metern überragt der Turm von St. Martin Landshut

 

Schon entlang der Autobahn wirbt Landshut für sich als die „gotische Stadt“, und diesen Werbespruch verdankt sie nicht nur der imposanten Kirche im Stil der Backsteingotik mit dem höchsten Kirchturm Deutschlands (130 Meter), der unsere Blicke immer wieder nach oben zieht. Zahlreiche Häuser entlang der Fußgängerzone im Stadtzentrum haben bereits Jahrhunderte überdauert und werden von ihren Bewohnern so gut gepflegt, dass die Stadt wie frisch geputzt aussieht.

 

Allee an der Isar in Landshut
Allee an der Isar in Landshut

 

Tipps für einen Stadtrundgang durch die Altstadt von Landshut

Am besten beginnt man einen Stadtrundgang durch Landshut am großen Parkplatz an der Wittstraße. Von dort sieht man bereits die Burg Trausnitz und die Turmspitze der St. Martins Kirche. Wir lassen diese erstmal rechts liegen und gehen zunächst durch die Grünanlagen an der Isar entlang. Unter knorrigen Laubbäumen verläuft ein bequemer Spazierweg am Ufer, von dem aus sich immer wieder reizvolle Ausblicke auf den Turm der St. Martins Kirche und die Burg Trausnitz eröffnen. Noch schöner finde ich das Glucksen der Isar neben uns und die Enten, die – gar nicht scheu – schnatternd an uns vorbei schwimmen. Immer wieder bleiben wir stehen, weil sich uns neue Ausblicke tolle Fotomotive bieten.

 

An der Isar in Landshut
An der Isar in Landshut

 

Gleich hinter dem Stadttheater biegen wir rechts ab und folgen der Theaterstraße durchs Ländtor. Es ist eines der beiden noch existierenden Stadttore Landshuts aus der Stadtbefestigung aus dem 14. Jahrhundert. Hier kommen uns noch ein paar Autos entgegen, aber nur wenige Schritte weiter beginnt die Fußgängerzone, die einen großen Teil der Altstadt autofrei hält. Als wir um die Ecke biegen, ragt vor uns der Turm der St. Martins Kirche auf. Er ist so hoch, dass wir ihn auf unserem Spaziergang fast immer im Blick haben. Als wir schließlich davor stehen, beeindruckt er uns noch mehr mit seiner unglaublichen Höhe. In dem Reiseführer von Daniela Schetar über Ostbayern* aus dem DuMont Verlag (ISBN: 978-3-7701-7438-6), den wir zur Information dabei haben, steht sogar, dass Statiker berechnet haben, dass dieser Backsteinturm eigentlich gar nicht stehenbleiben dürfte. Er tut das aber bereits sehr lange. 1385 begannen die Bauarbeiten an dieser imposanten gotischen Kirche.

 

Das Ländtor in Landshut
Das Ländtor in Landshut

 

Auf dem Marktplatz stehen verschiedene Marktstände, an denen die Händler und Bauern der Umgebung ihre Produkte und Waren anbieten. Immer wieder laden – trotz der bereits recht kühlen Herbsttemperaturen – Cafetische zum Verweilen ein. Wir schieben unser Mittagessen noch etwas hinaus und beschließen, uns erst einmal die gotische St. Martinskirche näher anzuschauen. Gleich nach dem Betreten des Kirchenschiffs stockt uns der Atem. Nicht nur der Turm dieser Kirche ist atemberaubend hoch. Beim Anblick der langen, schlanken Säulen mit ihren 29 Metern Höhe fühlen wir uns winzig klein in diesem Kirchengebäude, das sonst zunächst eher schmucklos wirkt. Erst bei genauerem Hinsehen entdecken wir die interessanten Grabplatten ehemaliger Würdenträger der Stadt, die freigelegten Fresken über einem der Seiteneingänge, die bei Renovierungsarbeiten entdeckt wurden. Schön finde ich die schmiedeeisernen Portale, die zu kleinen Seitenkapelle auf der Rückseite des Kirchenschiffs führen.

 

Das imposante Kirchenschiff von St. Martin
Das imposante Kirchenschiff von St. Martin
Landshuter Würdenträger
Landshuter Würdenträger

 

Beim Rundgang durch die Kirche fallen mir die geschnitzten Kirchenbänke auf und ein Beichtstuhl mit Holzflechtwerk. Fast unscheinbar wirkt der gotische Steinaltar unter dem gewaltigen Kirchenschiff. Diesen hat man erst im 19. Jahrhundert wieder entdeckt unter einem barocken Überbau.

 

Beichtstuhl
Beichtstuhl
Hauptaltar in St. Martin
Hauptaltar in St. Martin

 

Bayerische Spezialitäten in der Bierwirtschaft Augustiner an der St. Martins Kirche

Unser Rundgang durchs Kircheninnere hat uns schließlich doch hungrig gemacht, und wir unterbrechen unsere Besichtigung von St. Martin mit einem typisch bayrischen Mittagessen in der Bierwirtschaft Augustiner an der St. Martins Kirche. Die Münchner Brauerei macht offensichtlich ein gutes Geschäft mit den Kirchenfreunden, denn wir erwischen gerade noch den letzten freien Tisch. Mit einem frischen Radler, einem bayerischen Wurstsalat für Petar und herbstlichen Rahmschwammerl mit Semmelknödel für mich ist unser Hunger bald gestillt und wir hören unserem Tischnachbarn zu, wie er seiner Begleiterin in fehlerfreiem Englisch mit bayrischem Akzent die Vorzüge der bayrischen Küche erklärt. So ganz kann er sie dann offenbar doch nicht davon überzeugen, denn sie wählt ganz vorsichtig eine Rindsbouillon und Weißwürste mit Kraut.

 

Bayerischer Wurstsalat
Bayerischer Wurstsalat
Rahmschwammerl mit Semmelknödel
Rahmschwammerl mit Semmelknödel

 

Nach dieser unterhaltsamen Mittagspause setzen wir unseren Rundgang um die St. Martins Kirche fort und entdecken neben einem prachtvollen gotischen Seiteneingang eine kleine Kapelle und weitere Gedenksteine für Honoratioren und Würdenträger der Stadt Landshut.

 

Burg Trausnitz oberhalb von St. Martin
Burg Trausnitz oberhalb von St. Martin

 

Von der Rückseite der Kirche blicken wir hinauf auf die Burg Trausnitz, die sich auf dem Berg über uns erhebt. Vor dem Berghang stehen einige offensichtlich alte, aber schön gepflegte kleine Wohnhäuser um einen baumbestandenen Platz, der dieser Ecke Landshuts einen fast dörflichen Charakter verleiht. Erst als wir durch das Tor treten, das den Kirchturm vom Nachbarhaus trennt, empfinden wir Landshut wieder als das, was es ist – die größte Stadt Niederbayerns.

 

Die Wittelsbacher an der Fassade des Landschaftshauses
Die Wittelsbacher an der Fassade des Landschaftshauses

 

Zurück an der Hauptstraße durch die Altstadt blicken wir auf ein Haus mit einer besonders auffälligen Fassade: das Landschaftshaus. An seiner Vorderfront sind die großen Wittelsbacher abgebildet. Von König Ludwig dem Bayer bis zu Kurfürst Maximilian I. sind alle vertreten. Einst diente dieses Gebäude als Tagungsort der Landstände. Heute zückt jeder zweite, der daran vorbei geht, sein Handy für einen schnellen Schnappschuss.

Bei unserem Rückweg zum Parkplatz passieren wir in einer kleinen Seitengasse Reste der alten Stadtmauer und ein Haus, in dem einst die Bauzünfte ihrer Arbeit nachgingen.

Landshut ist eine Stadt, in der die Geschichte noch spürbar ist: in der beeindruckenden gotischen Backsteinkirche, aber auch in den alten Wohnhäusern, den Stadttoren und den Resten der Stadtmauer, die wir auf diesem Rundgang entdeckt haben.

Quelle: eigene Recherchen vor Ort und Daniela Schetar, Ostbayern, DuMont Reise-Taschenbuch, ISBN: 978-3-7701-7438-6

Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

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