Per Hausboot auf der Saone in der Franche Comté

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Unsere Crew auf dem Hausboot auf der Saone
Unsere Crew auf dem Hausboot auf der Saone

 

Als Hausboot-Neulinge kann man uns inzwischen nicht mehr bezeichnen, waren wir doch im letzten Jahr mit einem Hausboot auf der Mayenne unterwegs und haben in diesem Jahr auf einem Hausboot in Holland übernachtet, um von dort Ausflüge in die holländischen Tulpenparadiese zu unternehmen. Diesmal waren wir sechs Tage und fünf Nächte mit einem Hausboot von LeBoat unterwegs auf der Saone in der Franche Comté in Frankreich. Mit zunehmender Hausboot-Erfahrung können wir langsam Unterschiede erkennen: so hat unsere Hausboottour auf der Saone einen ganz anderen Charakter als die auf der Mayenne im vergangenen Jahr. Per Hausboot auf der Saone unterwegs zu sein hat seinen eigenen Charme.

 

Zugang zum Oberdeck von der Kombüse
Zugang zum Oberdeck von der Kombüse
Abendessen an Bord
Abendessen an Bord

 

Mit dem Hausboot auf der Saone

Start unserer Tour mit dem Hausboot auf der Saone ist die Kleinstadt Gray etwa 50 Autominuten nordwestlich von Besancon in Frankreich. Von München dauert die Anreise etwa sechseinhalb Stunden mit dem Auto. Wir fahren morgens kurz nach sechs Uhr los und kommen gegen 14.00 Uhr nachmittags an. So haben wir Zeit genug, um vor dem Beziehen unseres Hausboots den gesamten Papierkram zu erledigen und Lebensmittel für die gesamte Woche einzukaufen. Schon im vergangenen Jahr haben wir die Erfahrung gemacht, dass es unterwegs nur wenige Möglichkeiten gibt, seine Vorräte aufzufüllen. Auf der Saone gibt es zwar mehrere Orte, die wir ansteuern können, aber auch dort sind die Einkaufsmöglichkeiten beschränkt. Anders als an der Mayenne können wir auf dieser Tour immer wieder einkehren auf eine Tasse Kaffee oder einen erfrischenden Drink. Probiert haben wir auf dieser Tour zum ersten Mal einen Diabolo Orangeade und Diabolo Citron – eine kühle Orangen- und Zitronenlimonade, die in der Hitze des Nachmittags willkommene Abkühlung garantiert. Gekocht haben wir jeden Tag in unserer Kombüse an Bord der Magnifique, denn nicht immer gab es Restaurants direkt an den Anlegestellen oder Marinas. So verliefen unsere Abende entspannt und bei guten Gesprächen bei einem Glas Wein, bei denen wir in Ruhe der Sonne zusehen konnten, wie sie am Horizont unterging.

 

Wild angelegt in Ray sur Saone
Wild angelegt in Ray sur Saone
Per Rad entlang der Saone
Per Rad entlang der Saone

 

Anders als an der Mayenne konnten wir auf der Saone überall am Ufer anlegen. Dafür hatten wir Stahlnägel an Bord, die wir einfach mit dem Hammer in die Uferböschung schlugen. Daran befestigten wir unser Hausboot auf der Saone und waren so unabhängig von Anlegestegen. Vor allem für Pausen unterwegs und kurze Spaziergänge, Badepausen oder Radtouren war dies praktisch, konnten wir doch so an allen Stellen anlegen, die uns besonders zusagten. (Ein wenig breiter hätte die Planke allerdings sein können, über die wir ans Ufer kletterten. So war das manchmal eine recht wackelige Angelegenheit.) Da wir als Reiseblogger unsere Akkus und Handys wieder aufladen mussten, waren wir abends gezwungen, in Marinas oder an Campingplätzen zu übernachten, wo wir 220 V Strom anschließen und Wasser aufnehmen konnten. Unterwegs stehen uns nur 12 V zur Verfügung, und wenn sechs Personen duschen wollen, reicht das Wasser an Bord nicht für zwei Tage.

 

Marina in Scey sur Saone
Marina in Scey sur Saone

 

Gewöhnungsbedürftig sind die Kabinen und die Bäder an Bord. Gottseidank befolgten wir den Rat von LeBoat und nahmen kleines Gepäck mit: Rucksäcke und Taschen, die wir zusammenfalten konnten und in den schmalen Ablagen unter den Betten verstauen konnten. Ein großer Koffer, mit dem wir sonst reisen, wäre hier völlig fehl am Platz gewesen und hätte ständig im Weg gestanden. Anfangs erwies sich der Zugang zum Bad als schwierig, musste man sich doch durch die überaus enge Tür zwängen, aber auch daran gewöhnten wir uns und wussten die Privatsphäre zu schätzen, da wir ein eigenes Bad in unserer Doppelkabine hatten.

 

Unsere Doppelkabine auf der Magnifique
Unsere Doppelkabine auf der Magnifique
Gewöhnungsbedürftig - das enge Bad in unserer Kabine
Gewöhnungsbedürftig – das enge Bad in unserer Kabine

 

Die Saone – der perfekte Fluss für Hausboot-Einsteiger

Als sehr angenehm empfanden wir es, dass auf der Saone nur wenige Schleusen zu überwinden waren. Diese waren alle (!) automatisch, d.h. wir waren nicht auf die Pausen der Schleusenwärter angewiesen wie an der Mayenne, sondern konnten sie selbst bedienen. Die Handhabung der Schleusen wurde uns bereits in einem „Kapitänshandbuch“ im Detail erklärt, das wir mit der Buchungsbestätigung erhielten. Was sich darin als komplex las, stellte sich vor Ort als sehr einfach heraus: ein Seil in der Flussmitte einmal drehen, um der Schleuse die Ankunft unseres Boots zu signalisieren – warten bis sich die Schleusentore öffnen – langsam einfahren und das Boot mit Bug- und Heckseil am Schleusenrand halten – der Schleuse signalisieren, dass die Schleusentore geöffnet werden können – weiterfahren. Einfacher geht es kaum! Manchmal warteten an den Schleusen Bauern aus der Umgebung, die uns beim Sichern des Boots halfen, und boten uns Kostproben ihrer Erzeugnisse an: Käse, Wein, Marmeladen oder Honig aus Eigenproduktion. Und ein Schwätzchen an der Schleuse war auch noch drin! Französisches Savoir Vivre, wie man es sich wünscht.

 

Einfahrt in den Tunnel von Savoyeux
Einfahrt in den Tunnel von Savoyeux
Tunnel von Savoyeux
Tunnel von Savoyeux
Spannend - mit dem Hausboot auf der Saone im Tunnel von Savoyeux
Spannend – mit dem Hausboot auf der Saone im Tunnel von Savoyeux

 

Anders als auf der Mayenne war die Strömung auf der Saone in beide Richtungen sehr schwach. Daher ließ sich die Magnifique, unser Hausboot auf der Saone, einfach steuern. Hilfreich war dabei das Bugstrahlruder. Roland von nach-holland.de, unser souveräner Steuermann, unterstützt von Angelika von wiederunterwegs.com, brachten die Magnifique ohne einmal anzuecken durch die engsten Schleusen und zwei Tunnel, deren Einfahrten schmal und in einem Fall sogar kurvig waren. Als besonders gut erwies sich, dass wir sechs Personen an Bord waren. So konnten jeweils zwei Personen die anfallenden Aufgaben übernehmen: zwei Personen am Steuer, zwei Personen an der Bug- und an der Heckleine. Damit war unsere Besatzung, die von Christina von cityseacountry.com vervollständigt wurde, die Idealbesetzung für unsere Tour mit dem Hausboot auf der Saone. Hilfreich war außerdem die Bootserfahrung, die Angelika und Christina bereits auf einem Motorboot im Mittelmeer und einem Katamaran bei einer Atlantiküberquerung sammeln konnten. Dies kam uns vor allem bei der Bedienung der Strom- und Wasseranschlüsse an Bord zugute, wussten sich die beiden doch immer zu helfen.

 

Gegenverkehr auf der Saone
Gegenverkehr auf der Saone

 

Entlang der Saone begleiteten uns immer wieder Uferwege, die sich für Radtouren oder Spaziergänge anboten. An den breiteren Flußstellen gab es Buchten, in denen wir baden konnten. So waren unsere Tage auf der Saone nie langweilig, sondern boten jeden Tag etwas Neues. Trotzdem war unsere Tour mit dem Hausboot auf der Saone sehr entspannend und erholsam – perfekt für einen Urlaub mit der Familie oder mit Freunden.

 

Entspannt unterwegs im Hausboot auf der Saone - Petar
Entspannt unterwegs im Hausboot auf der Saone – Petar

 

Fazit: eine Tour mit dem Hausboot auf der Saone ist abwechslungsreich

Das Einzige, was wir bedauern, als wir am sechsten Tag unserer Tour mit dem Hausboot auf der Saone wieder in Gray anlegen, ist, dass diese schon zu Ende ist. Wir hätten alle noch wochenlang so weiterfahren können. Unsere Crew war nach diesen gemeinsamen Tagen zu einem tollen Team zusammen gewachsen, und der Abschied von der Saone und der Magnifique fiel uns allen schwer. Aber wer weiß: vielleicht warten weitere Hausboottouren in der Zukunft auf uns? Wir sind bereit für neue Abenteuer!

 

Schön war unsere Tour im Hausboot auf der Saone
Schön war unsere Tour im Hausboot auf der Saone

 

Hilfreich und lesenswert sind Angelikas 20 (ganz) ernst gemeinte Tipps fürs Hausboot Fahren und ihre Geschichten vom Schippern und Schleusen – Hausboot Fahren in Frankreich.
Christina von City, Sea, Country hat Tipps zusammengestellt, was man wissen sollte, wenn man ein Hausboot mietet. Und sie reist entschleunigt auf der Saone.
Simone von nach-holland.de schwärmt zu Recht von unserer Fahrt auf der Saone in der Franche Comté. Ihre tollen Fotos zeigen, wie schön es dort ist.

Quelle: eigene Recherchen vor Ort. Wir bedanken uns bei LeBoat und Tourisme Franche Comté für die Einladung zu dieser Reise. Unsere Meinung bleibt unsere eigene.

 

Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

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