Warum bloggen wir? – Weil wir unsere Reisen dadurch intensiver erleben

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Monika und Petar – unterwegs auf Cape Cod

Eine interessante Frage, die Alexandra Steiner da in ihrer Blogparade „Die Geschichte meines Blogs“ da aufwirft und Grund genug auch für mich, diese Frage einmal zu beantworten. Begonnen hat das Bloggen für mich eigentlich schon, bevor es überhaupt Blogs gab. 2001 war ich noch hauptberuflich als Reiseleiterin auf vier Kontinenten der Welt unterwegs – in Europa, Amerika, Australien und Afrika, und das Reisen gehörte zu meinem Leben wie die Luft zum Atmen. Ein Leben ohne Reisen konnte und kann ich mir bis heute nicht vorstellen. Nun bringt der Beruf als Reiseleiterin es mit sich, dass zwischen den Reisen immer wieder Zeit ist, und diese wollte ich sinnvoll füllen. Ich habe schon immer gern geschrieben – und wäre, wenn mich nicht der Reisevirus gepackt hätte, wahrscheinlich gleich nach dem Studium Journalistin geworden. Da ich damals beides nicht miteinander vereinbaren konnte (die Argumente der Redakteure waren: „Reisedokumentationen als Frau? Das geht nicht. Wir können Ihnen höchstens die Familienredaktion anbieten.“), verlegte ich mich aufs Reisen als Hauptberuf. Einen Tipp dieser Redakteure jedoch merkte ich mir: auf meine Frage, wie ich dennoch als Reisejournalisten arbeiten könne, meinte einer: „Das geht nur, wenn Sie dies selbst in die Hand nehmen.“

Als das Internet zunehmend an Bedeutung gewann, sah ich meine Chance. Ich begann, unser Reiseportal aufzubauen: TravelWorldOnline. Jedes Mal wenn ich zwischen meinen Reisen Zeit hatte, saß ich zu Hause am Computer und schrieb auf, was ich unterwegs entdeckt hatte, gab Tipps und Empfehlungen fürs Reisen in bestimmte Destinationen. Immer häufiger erhielt ich Rückmeldungen per Email – Social Networks gab es damals noch nicht. Und ich bekam Anfragen von Vertretern der Reiseindustrie, die meine Website und die Artikel als Plattform für ihre Werbung nutzen wollten. So erkannte ich, dass ich mit dem Schreiben, das für mich bis dahin reines Hobby war, auch Geld verdienen konnte. Es entwickelten sich Partnerschaften, die bis heute bestehen, und ich eignete mir ein ständig wachsendes Wissen an: ich war (und bin) Webdesignerin, SEO-Manager, Autorin, Fotografin, Reiseberaterin und Reisende in einem. In den Anfangsjahren führte das dazu, dass ich auch auf meinen beruflichen Reisen unterwegs war mit Laptop, Fotoapparat und Notizblock. Oft verbrachte ich ganze Abende damit, Fotos zu bearbeiten, Artikel zu schreiben und diese – wo es ging – in Internet-Cafés online zu stellen. Ich sammelte Erfahrungen darin, wo ich dies machen konnte und verbrachte so meine freien Stunden unterwegs am Computer. 2005 war es dann soweit. Ich machte mich selbständig und lebe seitdem nur vom Schreiben und Bloggen.

Als die ersten Blogs auftauchten, stand es für mich außer Frage, auch hier aktiv zu werden. Mein erster Blogpost erschien am 29.08.2006 in diesem Blog. Was ein Reiseblog ist, war mir damals noch gar nicht klar, gab er doch Tipps, wie man ein Museum in Kanada findet. Erst später wurden meine Blogposts persönlicher, und meine Leser lernten mich näher kennen. Vor allem die Social Networks trugen viel dazu bei. Heute verbringe ich täglich viel Zeit auf Facebook, Twitter oder Google+, wo ich mit unseren Lesern kommuniziere. Einige von ihnen kennen wir heute persönlich.

Seit 2008 ist auch mein Mann Petar mit an Bord. Er ist seitdem auf allen Reisen dabei und steuert die Videos bei, die in diesem und in unseren anderen Blogs American Lifestyle & Travel und TravelWorldOnline Traveller zu finden sind. Wir arbeiten gemeinsam an den Informationen in unseren Blogs.

Bloggen bedeutet für uns, unsere Reisen intensiver zu erleben. Einerseits gehen wir nicht mehr so unbefangen an fremde Regionen heran wie früher. Unser Ziel ist es, tiefer zu blicken und die Besonderheiten einer Gegend kennen zu lernen. Das ist nicht immer einfach in der Kürze der Zeit, aber wir versuchen auf jeder Reise Kontakt zu den Menschen vor Ort zu bekommen und von diesen zu lernen. Dies geschieht ab und zu, wenn wir bestimmte Leute interviewen oder auch, wenn wir per Zufall jemanden kennenlernen, der uns Einblicke gibt ins Leben vor Ort. Das sind dann die schönsten Momente auf einer Reise, zeigen sie uns doch, was das Charakteristische einer Region ist. Und diese Augenblicke halten wir fest – in Artikeln, Fotos und Videos – um unsere Leser an diesen Erlebnissen teilhaben zu lassen.

Wir dokumentieren unsere Reisen viel besser als früher. Heute achten wir auf Details, die wir früher einfach übersehen haben. Wir interessieren uns dafür, was man in unseren Zielgebieten isst, wie man dies zubereitet, woher die Produkte stammen, wie sie erzeugt werden. Wir wissen heute, wie schwierig es ist, in Quebec Wein anzubauen, wie hart das Leben in Kanadas Norden sein kann und wie mühsam es ist, sein Auskommen als neufundländischer Fischer zu finden. Wir haben gelernt, wie man Hummer richtig isst, oder wo und wie man in Kanada Cranberries erntet. Diese Erkenntnisse bereichern unser Leben und Reisen, und wir freuen uns sehr darüber, dass sie unsere Leser interessieren. Deren Rückmeldungen in den Social Networks sind für uns eine hervorragende Motivation weiter zu machen und erneut auf die Suche nach neuen Erfahrungen zu gehen.

Eines ist jedenfalls gewiss: das Bloggen gehört inzwischen als integrativer Teil zu unseren Reisen, und wir möchten es nicht mehr missen, hat es unser Leben doch um so viel reicher gemacht.

Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Foto: © Copyright Petar Fuchs, TravelWorldOnline

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