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Büffeljagd

Indianer auf Jagd

Die ersten Büffeljäger in Alberta waren Indianerstämme, die zunächst vom Rand der Großen Ebenen aus zu Fuß versuchten, Büffel zu erlegen. Sie stellten ihnen Fallen, in denen sie sie mit Pfeil und Bogen töteten, oder sie veranstalteten Treibjagden im Laufe derer sie die Tiere über Klippen trieben. Solche Stellen nannte man Buffalo Jumps - Büffelsprünge.

Die Jäger verkleideten sich mit Wolfs- oder Bärenfellen und versteckten sich in aufgebauten Steinhaufen, aus denen sie hervorsprangen, um vorbeiziehende Büffelherden in Panik zu versetzen. Bei Stampedes konnten die Büffel Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 64 Stundenkilometern erreichen. Daher war diese Art der Jagd äußerst gefährlich.

Die indianischen Jäger versuchten durch klug platzierte Deckung die Bisons auf einen Steilhang zuzutreiben, von denen es am Osthang der Rocky Mountains zahllose gibt. Die Herden, die in Gefahr blindlings loslaufen, stürzten über diese Klippen, verletzten sich und wurden unten vom Rest des Stammes erwartet, der sie dort leicht erlegen konnte.
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Der Büffel - Materiallieferant für die Indianer

Jagd bei den Indianern war immer eine Aufgabe, die den ganzen Stamm beschäftigte. Der Büffel lieferte den Plainsindianern alles, was sie zum Leben benötigten: Fleisch zum Essen und Trocknen für die Zeiten, wenn die Büffel aus der direkten Umgebung wegzogen, Leder für Kleidung, Transporttaschen, Kochutensilien und Zelte, Knochen für Werkzeuge, Löffel, Schmuck und andere Zwecke.

Daher arbeiteten bei den Stämmen dieser Region alle Mitglieder zusammen, um die erlegten Büffel zu verwerten. Die Aufgabe der kräftigen Männer des Stammes war die Jagd. Frauen und Kinder gerbten die Haut, trockneten oder räucherten das Fleisch für den späteren Verbrauch, fertigten Kleider, Zelte und Tragetaschen. Die alten Männer zerlegten die erlegten Büffel, häuteten sie und zerteilten das Fleisch in leicht zu handhabende Stücke.
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Die Jagd als Sport

Erst als die Weißen auf den Plains erschienen, wurde die Büffeljagd zum Sport. Adlige aus Europa, Sportsleute, Abenteurer und sogar Frauen kamen in den Westen, um Bisons zu schießen. Als der Westen des nordamerikanischen Kontinents noch nicht zu Kanada oder den USA gehörte, durchzogen riesige Büffelherden diese Region. Horace Greeley, der 1859 mit einer Postkutsche nach Westen fuhr, war sicher, am 30. Mai dieses Jahres eine Million Büffel gesehen zu haben.
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Eisenbahn erleichtert die Anreise

Mit dem Bau der Eisenbahn durch den amerikanischen Kontinent wurden diese Gebiete leichter zugänglich. In den USA konnte man für zehn Dollar ein Ticket für eine Reise zu den Jagdgründen und zurück erstehen. Die Werbung für einen solchen Jagdausflug am 27. Oktober 1868 stellte fest, dass die letzte Jagdgruppe innerhalb von sechs Stunden 20 Büffel erlegt hatte. Die Tiere waren manchmal so zahlreich, dass sie häufig von den Eisenbahnwagen aus geschossen wurden. In solchen Fällen hielt der Zug lange genug an, damit die Passagiere aussteigen konnten, ihre Jagdbeute untersuchen konnten und die Zunge oder einen Teil der Lende herausschneiden konnten.

Erst dachten die Konstrukteure der Eisenbahn, dass ihre Züge durch die Büffelherden hindurchfahren konnten, aber einige Experimente zeigten bald, dass die Loks den dichten Viehmassen nicht gewachsen waren. Zweimal innerhalb einer Woche wurden Lokomotiven von den Büffelherden aus den Gleisen geworfen. Manchmal musste ein Zug stundenlang in der Prärie warten, bis die gewaltigen Tierherden vorbeigezogen waren.
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Neuer Markt für Büffelprodukte

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eröffnete im Osten des Kontinents ein neuer Markt für Büffelhäute, und die Prärien waren bald voll mit Jägern, die systematisch die restlichen Büffel abschlachteten. Meist waren es Gruppen von drei oder vier Mann oder große Unternehmen, die eine Reihe von Männern anstellten.

Die meisten Büffel wurden nur wegen ihrer Häute erlegt, manchmal aber räucherten die Jäger ihr Fleisch, das dann in den Städten im Osten als Rindfleisch verkauft wurde.

In den Jahren von 1872-1874 wurden im Süden der Großen Ebenen mehr als 3,5 Millionen Büffel erlegt. In weniger als acht Jahren wurde die südliche Büffelherde ausgelöscht. Im Norden begann das große Schlachten Anfang der 1880er Jahre. Ganze Zugladungen an Büffelhäuten wurden verschickt. Ende 1883 war auch die nördliche Herde praktisch verschwunden. Ganze Regionen stanken nach den verwesten Tierkadavern.

Die Preise für Büffelhäute schwankten, aber Anfang der 1870er Jahre zahlte man für eine gute Büffelhaut ungefähr drei Dollar. Die schönsten Häute stammten von Tieren, die im Winter erlegt wurden. Diese wurden oft gegen Prämien verkauft. Die besseren Exemplare stammten gewöhnlich aus der nördlichen Herde.

Nach dem Ende des großen Schlachtens war die Prärie von Tierkadavern und Skeletten übersät. Einige Jahre später sammelten die neuen Siedler auf den Großen Ebenen die Knochen ein und verkauften sie an Düngemittelfabriken, Karbonfabriken oder andere Märkte. Hörner wurden poliert und als Zimmerschmuck verwendet. Sie erhielten noch sieben bis zehn Dollar pro Tonne für diese Reste der gewaltigen Jagdorgie, die nur wenige Jahre zuvor hier stattgefunden hatte.

Schon 1874 berichtet ein Zeitgenosse davon, einen 4 m hohen Knochenhaufen an einer Bahnstation gesehen zu haben. Allein in diesem Jahr wurden mehr als 7 Millionen Pfund Gebeine verfrachtet.
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Professionelle Jagd

In den frühen Tagen bestand eine Mannschaft aus vier Männern, einem Jäger, einem Koch und zwei Mann, die das Tier verarbeiteten. Der Jäger war in der Regel der Organisator der Gruppe.

Er stellte meist die Ausrüstung der Truppe, zu der ein leichter Wagen, Pferde oder Maultiere, Äxte, eine Schaufel, ein Spaten, eine Proviantkiste und die Essensausrüstung gehörten. Persönliche Besitztümer wurden in der sogenannten "Kriegstasche" mitgenommen. Auch eine beträchtliche Menge von Gift wurde mitgenommen, um die Haut zum Schutz gegen Insekten einzureiben.

Als Waffe verwendete man meist das "Büffelgewehr" mit Kaliber 50 oder 55, das bis aus 1400 m zielsicher schießen konnte. Einige wiederverwendbare Gewehrhülsen, die nach der Jagd wieder aufgefüllt wurden, bis zu einer Tonne Pulver und Blei wurden auf Jagdzüge mitgenommen. Abends wurde Blei geschmolzen und zu neuen Kugeln geformt. Dann füllte man die Hülse mit Pulver und drückte die Kugel in die Patrone.

Das Hauptquartier wurde mitten im Büffelland aufgeschlagen. Erst wenn die Büffel seltener wurden, zog man weiter.

Das Tageswerk eines Büffeljägers begann bereits bei Sonnenaufgang. Dann griff er sein Gewehr, steckte zwischen 50 und 100 Patronen in seine Taschen und stellte als nächstes die Richtung fest, aus der der Wind wehte. Er versuchte, eine Herde von 25 bis 100 Tieren in einer isolierten Senke zu finden. Wenn die Tiere in offenem Gelände grasten, schlich sich der Jäger gegen den Wind an. Oft konnte er bis auf 350 m herankommen, bevor die Bisons auf ihn aufmerksam wurden. Büffel haben ein schlechtes Sehvermögen. Erst wenn die Wächtertiere der Herde anfingen unruhig zu werden, robbte sich der Jäger noch näher an die Herde heran.

Dann stellte er seine Gewehrauflage auf und richtete sein Visier ein. Er erschoss als erstes das Leittier und versuchte dabei, es so zu verletzen, dass das Tier zwar noch einige Meter weit laufen konnte, dann aber tot umfiel. Die vom Schuss alarmierte Herde folgte dem davonlaufenden Leittier. Als dieses aber zögerte, hielt die Gruppe der Bisons an. Dann setzten die restlichen Tiere erneut zur Flucht an, und der Jäger schoss erneut. So wurde die Herde endgültig verwirrt. Als Jäger versuchte man Strategien anzuwenden. Jedes Tier, das ausbrechen wollte, wurde getötet. Das nannte man einen "Stand". Bei einem solchen Stand erschoss ein Jäger einmal 120 Büffel in 40 Minuten.

Mit den Jahren nahm die Zahl der Büffel immer mehr ab. Jäger brauchten schließlich nur noch an Wasserstellen auf die Tiere zu warten, die außer sich vor Durst versuchten, das Wasser zu erreichen, nur um immer wieder von Gewehrfeuer aufgehalten zu werden, bis schließlich die riesigen Büffelherden, die einmal mehrere Millionen Tiere umfasst hatten, völlig von den Großen Ebenen verschwunden waren.
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Weiterführende Links:

Büffel

Weiterführende Literatur:

Speth, John D., Bison kills and bone counts, 1983
The buffalo book, the full saga of the American animal, Rev. ed., Athens, Swallow Pr., 0-8040-0931-7, 1989

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