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Der Yukon River
Kanutouren auf dem Yukon RiverFakten
3285 Kilometer lang sucht sich der Yukon River seinen Weg durch den Norden
des amerikanischen Kontinents. Mit 1149 Kilometern verläuft sein Flussbett zu weniger als der
Hälfte auf kanadischem Territorium, für den Rest seines Weges durchquert der Fluss amerikanisches Staatsgebiet in
Alaska. Dabei transportiert er Wasser mit sich, das aus einem Gebiet mit einer Fläche von 840.000 qkm stammt. Auf
seiner gesamten Strecke überqueren ihn nur drei Brücken - eine in Whitehorse, die nächste in Carmacks und die
letzte am Dalton Highway nördlich von Livengood. Die Geisel der GoldsucherZur Zeit des Goldrausches am Klondike war der Yukon River berüchtigt vor allem wegen zweier Stellen: dem Miles Canyon, einer engen, von Felsen gesäumten Strecke in der Nähe von Whitehorse, der heutigen Hauptstadt des Yukon Territoriums. Dort musste sich das Flußwasser durch eine schmale Stelle zwängen und tat dies mit gewaltigen Stromschnellen, die die Goldsucher an die Mähnen weißer Pferde erinnerten. Danach wurde Whitehorse benannt. Die Stromschnellen sind heute verschwunden, weil das Wasser des Flusses aufgestaut wurde, der Name der Stadt ist geblieben. Die zweite Stelle, deren Durchquerung bei den frühen Reisenden gefürchtet war, waren die
Five Finger Rapids. Ähnlich wie bei Whitehorse wird das Flußwasser hier durch mehrere Inseln im Flußverlauf behindert
und sorgte damals für stark bewegtes Wasser. Als die Heckraddampfer auf der Strecke zwischen Whitehorse und Dawson
City den Linienverkehr aufnahmen, sprengte man ein Stück der Behinderung weg, und der Fluss war gezähmt. Wie soll er nun heißen?Erst seit 1949 trägt der Fluss in seiner vollen Länge den heutigen Namen. Politische Überlegungen, die Großspurigkeit der Entdecker und Fehleinschätzungen sorgten mehr als 100 Jahre dafür, dass der Fluss auf Teilstrecken verschiedene Namen hatte. Im Yukon ist dies nichts Ungewöhnliches: immer wieder gibt es Seen, die denselben Namen erhielten, während ein Berg gleich mehrere Bezeichnungen haben kann. Schon im ausgehenden 19. Jahrhundert erkannte man die Problematik und setzte eigens eine Regierungskommission ein, die diese Fragen entscheiden sollte. Groß waren die Erfolge jedoch nicht, die sie erzielte. Auch beim Yukon River war dies nicht anders. 1843 kam der Pelzhändler Robert Campbell an den Yukon und dachte, es handele sich bei der Flussstrecke zwischen der Mündung des Pelly River und seiner Quelle um einen Nebenfluss. Er nannte ihn kurzerhand Lewes River. 1846 befuhr einer seiner Pelzhändlerkollegen von der Hudson's Bay Company, John Bell, den Fluss etwas weiter nördlich und gab ihm den Namen Youcon River. Diesen Begriff hatte er der Sprache der Gwichin Indianer entliehen, bei denen "Yuchoo" soviel bedeutet wie "der größte Fluss". Mehr als vierzig Jahre lang dauerte es, bis die Ortsansässigen den Fluss ab seinem Abfluss aus dem Lake Laberge mit seinem
heutigen Namen bezeichneten. 1883 taufte Lieutenant Schwatka, ein Landvermesser der amerikanischen Armee, den Lewes
River um, weil er erkannte, dass dieser dem Yukon River mehr Wasser lieferte als der Pelly River. Nur zehn Jahre
danach wurde dessen Name weltbekannt, als Tausende von Glücksrittern ihn auf ihrem Weg zu den Goldstätten am Klondike
befuhren. Damit wurde der Streit um die Bezeichnung des Flusses endgültig beendet. Seit dem 5. Mai 1949 heißt der
Fluss, an dem Whitehorse liegt, offiziell Yukon River. Spuren der VergangenheitFolgt man heute dem Flussverlauf, stößt man immer wieder auf Reste aus der abenteuerlichen Geschichte des Gewässers. Verrostete Überbleibsel von Goldwaschanlagen sind Zeugen der Zeit, als zahllose Goldsucher ihr Glück im Yukon Territorium suchten. Ein Gedicht von Robert Service über Sam McGee, einen von ihnen, der aus dem warmen Tennessee stammte, und dem es erst in der Hitze eines Heizkessels wieder angenehm war, nachdem er durch die unwirtlichen Regionen des Nordens gezogen war, wird am Lake Laberge lebendig. Andere Spuren weisen auf die Zeiten hin, als
Heckraddampfer die frühere Hauptstadt des Yukon, Dawson City, mit der Endstation der White Pass Railroad, Whitehorse, verbanden.
Damals entstanden fast 150 Holzlager entlang des Flussverlaufs für die Versorgung der vorbeifahrenden Dampfer. Die
Blockhüttenreste der Wärter erinnern daran. Oder es können die Posten der Northwest Mounted Police sein, die im
Auftrag der kanadischen Regierung für Ordnung sorgte. Kirchen in den kleinen Orten, die sich entlang des Flusses
liegen, sind stumme Zeugen von Bekehrungsversuchen katholischer und protestantischer Missionare, die den abgelegenen
Indianerstämmen im Yukon das Christentum brachten. Und die Tatzenspuren im Ufersand des Flusses beweisen, dass
die Wildnis hier noch nicht weit entfernt ist - im gesamten Yukon schätzt man eine Population von 6000 bis 7000
Grizzlybären und 10.000 Schwarzbären, die immer wieder ihren Weg zum Fluss finden. Moderne AbenteurerNoch immer ist der Yukon River Ziel modernder Abenteurer, die inzwischen nur in wenigen Fällen auf der Suche nach Gold
hierher kommen. Die Attraktion ist heute der Fluss selbst - er bietet ein einzigartiges Naturerlebnis, das es weltweit nur
an wenigen Stellen gibt. Wildnis, Einsamkeit, die Suche nach seinen eigenen Grenzen - das sind Dinge, die die
Flusskanuten der heutigen Zeit suchen. Weitaus der größte Teil von ihnen (39 Prozent) kommt aus Deutschland.
Die Lebensgeschichte von Buzzsaw Jimmy (engl.) http://www.travelworldonline.de/yukonriver.html
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