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BüffelDer Name "Buffalo"
In Nordamerika bezeichnet man den Bison als "Buffalo". Wissenschaftlich gesehen ist dies jedoch nicht richtig, denn nur die "echten Rinder" der Gattung Bubalus (Asiatische Wasserbüffel) oder der Gattung Syncerus (Afrikanische Kaffernbüffel) sind wirkliche Büffel. Hauptunterscheidungsmerkmal sind die Hörner der Büffel. Beim Bison sind sie rund oder oval, während sie beim echten Büffel einen dreieckigen Querschnitt aufweisen. Der Name "Bison" geht wahrscheinlich auf die Spanier zurück, die
das Wildrind Cibola oder Bisonte nannten. Bei den
französischen Siedlern hießen sie entweder Bison d'Amerique
oder Bufflo und später Buffelo. Höchstwahrscheinlich
übernahmen die Engländern einfach den Begriff und machten daraus
Buffalo. Körperbau und besondere FähigkeitenBüffel zogen einst in riesigen Herden von Millionen von Tieren über die amerikanischen Prärien, von denen er fast völlig verschwunden ist. Die Tiere waren für das Überleben im extrem kalten Winter in diesen Breiten besonders ausgestattet. Ihr bis zu 50 cm langes Fell schützte sie vor der Kälte des amerikanischen Binnenlandes, die durch die eisigen Winde aus dem Norden verstärkt wurde und das Leben in diesen Breiten zu einem harten Kampf machte. Ihre Körpergröße ist beeindruckend. Sie werden bis zu 1,80 m groß und mehr als 3,5 m lang. Sie können Sprintgeschwindigkeiten von bis zu 48 km/h erreichen und sind damit etwa dreimal so schnell wie ein Mensch. Bullen und Kühe haben nach hinten gerichtete Hörner. Die Tatsache, dass sie schlecht sehen, machte es Jägern relativ leicht,
sich ihnen anzupirschen, wenn sie die richtigen Methoden anwandten.
Allerdings besitzen sie einen guten Geruchssinn und ein ausgezeichnetes
Gehör. FortpflanzungMit 2 bis 4 Jahren sind die weiblichen Büffel geschlechtsreif. Sie können bis zu einem Alter von 15 Jahren jährlich Junge gebähren, danach nimmt die Häufigkeit ab. Aber es gibt Kühe, die noch mit 45 Jahren Kälber zur Welt bringen. Bei den männlichen Tieren beginnt die Geschlechtsreife später. Im amerikanischen Sommer paaren sich die Bisons und nach etwa neun Monaten wird meist ein Jungtier geboren. Die Jungen folgen ihren Müttern schon kurz nach der Geburt. Die Fellfarbe der Jungtiere ist ein helles, rötliches Braun. Büffel können bis zu 25 Jahren alt werden. VerhaltenBüffel sammeln sich in Herden. Sie sind gesellige Tiere, die typische Schutzstrategien entwickelt haben. Wird die Herde bedroht, bilden die Stiere einen schützenden Ring um die weiblichen und die Jungtiere. Dabei hat der Bison in freier Wildbahn kaum natürliche Feinde. Raubtiere wie Büffel und Wölfe hatten nur bei geschwächten, jungen und kranken Tieren eine Chance, diese zu töten. Büffel waren in ständiger Bewegung. Sie schlossen sich in Gruppen von bis zu 300 Tieren zusammen und konnten in einem Jahr bis zu 800 km auf der Suche nach frischem Gras zurücklegen. Gewöhnlich durchzogen sie im Sommer den Norden und im Winter den Süden ihres Territoriums, aber verlassen konnte man sich darauf nicht. Dies bereitete besonders den Indianerstämmen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Schwierigkeiten, als die Büffelherden immer kleiner wurden. Im 18. Jahrhundert zogen oft mehrere Herden gemeinsam über die
Prärien, von denen jede ihr eigenes Leittier und ihre eigenen Wächter
hatte. Bei Gefahr konnten sich diese Gruppen zu einer einzigen Herde
zusammenschließen. NahrungBüffel ernähren sich wie Rinder von Gras. Auf der Suche nach frischem Gras zogen sie früher über den gesamten nordamerikanischen Kontinent. Außer zur Paarungszeit bewegten sich männliche und weibliche Tiere in getrennten Herden. Sie gehörten zu den Tieren, die über die Beringstraße nach Amerika
kamen, als diese Sibirien mit Alaska verband,
und verbreiteten sich über das gesamte nordamerikanische Territorium
bis zur Grenze des heutigen Mexiko. Dort ändert sich die Vegetation,
und wahrscheinlich war das der Grund, warum die riesigen Büffelherden
nie weiter nach Süden vorgestoßen sind. SchlachtfestBis 1810 zogen enorme Herden über Nordamerika. Das Vordringen der weißen Siedler jedoch trieb die Tiere immer weiter nach Westen, bis sie schließlich in einem gewaltigen Schlachtfest in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fast ausgerottet wurden. Beschleunigt wurde dieses Massaker dadurch, dass sowohl indianische wie weiße Jäger Büffelkühe bevorzugten wegen ihres Fleisches und ihrer Häute. Sie ließen die Kadaver auf den Großen Ebenen verrotten und nahmen häufig nur Zunge und Lende mit. Augenzeugen aus dem 19. Jahrhundert berichten davon, dass die
weiblichen Herden um ein Vielfaches kleiner waren als die Stierherden. SchutzmaßnahmenErst als es schon fast zu spät war, begann man etwas für den Schutz dieser beeindruckenden Tiere zu tun. 1905 wurde die Bisongesellschaft gegründet, die für den Erhalt dieser Tierart kämpfte. Man begann, Bisons zu züchten. Dabei wurde oft die Artenzugehörigkeit der Tiere nicht beachtet und Waldbisons und Präriebisons haben sich zu einer Art "Generaltyp" verschmolzen. Heute gibt es in Kanada und den USA wieder etwa 250000 Tiere, die in den Schutzgebieten Nordamerikas frei herumziehen in Herden von bis zu mehreren tausend Tieren. Im Wood Buffalo Nationalpark im Norden Kanadas gibt es derzeit etwa 2000 reinrassige Büffel, die durch Rinderkrankheiten bedroht sind, die in der Umgebung des Nationalparks auftreten. Da eine Impfung der Wildtiere nicht möglich ist, überlegt man, einen Zaun zwischen den freilebenden Bisons und den Zuchtrindern zu errichten. In Ranchbetrieben in Texas werden Büffel wie Rinder gezüchtet, mit Brandzeichen versehen und gegen die Rinderkrankheit Brucelose geimpft. Eine andere Möglichkeit des Erhalts dieser Tierart ist vielleicht
sogar das Klonen reinrassiger Tiere aus altem Genmaterial. Neue Probleme der Büffelherde im Yellowstone NationalparkIn einem der letzten Refugien der Bisons in den südlichen 48 Bundesstaaten der USA, dem Yellowstone Park, gibt es in den vergangenen Jahren verstärkt Probleme mit einer Krankheit, die auch auf Rinder und Menschen übertragbar ist - Brucellose. Rinder verlieren ihre Kälber und Menschen bekommen Fieberanfälle. Im Nationalpark ist die etwa 4000 Tiere starke Herde geschützt. Da Büffel jedoch auf der Suche nach Nahrung - vor allem in den extrem kalten Wintermonaten - das Parkgelände verlassen, bedrohen sie die umliegenden Viehherden der Rancher. Die Folge war, dass die ängstlichen Züchter ein Viertel der Yellowstone-Herde töteten. Dies brachte Tierschützer aus den Vereinigten Staaten und aus aller
Welt auf den Plan, die mit ihrem Einsatz dazu beigetragen haben,
dass die Tiere inzwischen im Park bleiben und das Problem so unter
Kontrolle gebracht wurde. Allerdings besteht die Gefahr noch immer,
dass sie abgeknallt werden, sobald sie das Parkgelände verlassen,
denn ursprüngliche Natur bietet auch der Yellowstone Park den Büffeln
nicht mehr. Bisonzucht in EuropaAuch in Europa werden seit den 70er Jahren Bisons gezüchtet. Vor
allem in Zeiten, in denen die Rinderseuche BSE den Verbrauchern
zunehmend den Genuss von Rindfleich vergällt, wird das Fleisch
von Bisons interessant. Andere Produkte, die Bisons liefern, sind
Felle und Trophäen. http://www.travelworldonline.de/yx023bueffel.html
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