Bei unserer Winterreise nach Toronto überraschte uns ein Schneesturm mit seiner vollen Macht. Dass ein solches Unwetter die ganze Millionenmetropole am Ontariosee lahm legen kann, hätte ich mir vorher nicht vorstellen können. Erst, als wir es selbst erlebten, wurde uns die ganze Kraft solcher Winterstürme bewusst. Sie ringen uns eine Menge Respekt ab. Offenbar auch den Menschen vor Ort, denn diese sind bei solchen Wetterverhältnissen sehr vorsichtig. Winter in Toronto sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Winter in Toronto – es gibt nicht nur Schneestürme dort

Dass der Winter in Toronto aber nicht nur aus solchen Klimaextremen besteht, erlebten wir am Tag nach dem Schneesturm: bereits am Abend zuvor hatte es aufgeklart, und die Sonne verdrängte die Schneewolken. Die ganze Stadt lag unter einer dicken Schneedecke, aber der Wind, der vom See her wehte, blies vieles davon schnell wieder weg. Die Temperaturen jedoch blieben eisig, und so zogen wir uns dick an für unseren Spaziergang vom Delta Hotel an den Queens Quay an der Waterfront von Toronto. Dort waren wir vor einigen Jahren bei unserem Torontoaufenthalt im Juli gern spazieren gegangen, und nun wollten wir sehen, wie es im Winter in Toronto aussieht. Der Wind blies noch immer sehr heftig. Da half auch die mehrschichtige Kleidung nicht viel. Die meisten Leute, denen wir begegneten, eilten rasch wärmeren Räumen zu, und wir machten es ihnen rasch nach. Das Einkaufszentrum am Queens Quay liegt direkt am Ufer des Ontariosees und hat große Fensterfronten, durch die man auf den See blicken kann.

Wir taten es den Einwohnern der Stadt nach, setzten uns in eines der gemütlichen Restaurants am Wasser und schauten zu, wie der Wind den Schnee vor sich her trieb. Nur ein paar wenige, dick vermummte Gestalten wagten sich auf einen Spaziergang entlang der Promenade, mit Schals, die das Gesicht schützten und Wollmützen und Kapuzen, die vor dem Wind schützten.

Die Wasserfläche zwischen der Waterfront und den vorgelagerten Inseln, auf der im Sommer die Fähren verkehren, war fast ganz zugefroren. Nur ein paar Fahrrinnen, die – wie wir von der Concierge in unserem Hotel erfahren hatten – täglich von Eisbrechern freigehalten werden, lassen die Verbindung zu den Inseln zu. Unglaublich, aber wahr: auf Wards Island leben mehrere Familien das ganze Jahr über. Einkaufen können sie im Winter nur mit dem Wassertaxi. Ansonsten bleiben sie in völliger Abgeschiedenheit mit dem Blick auf die Millionenstadt und verbringen den Winter in völliger Ruhe. Was für ein Leben muss das wohl sein?

Auf jeden Fall lohnte sich unser Ausflug an die Waterfront. Schöne Ausblicke, Eiszapfen, die von den Markisen hingen, Schneewehen, die die Sicht behindern und eisige Winde schufen ein Toronto, dessen Winterzauber nicht hätte schöner sein können.

Quelle: eigene Recherchen vor Ort. Wir bedanken uns bei der Tourismusbehörde von Ontario für die freundliche Einladung zu dieser Reise. Der Winter in Toronto war faszinierend.

 

Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
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