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Auf der Freedom Road durch die kanadische Wildnis nach Labrador

Tundra
Tundra

Sie ist vergleichbar mit so bekannten Wildnisstrecken wie dem Alaska Highway, dem Top of the World Highway oder dem Dempster Highway im Nordwesten Kanadas – die Freedom Road, die Baie Comeau in Quebec mit Churchill Falls in Labrador verbindet. Der Unterschied ist, dass sie – noch zumindest – ursprünglicher ist als die bekannten Wildnis Highways im Westen Kanadas. Und das ist kein Wunder, wurde der Highway 500 doch erst 1992 fertiggestellt.

Die Freedom Road – Straßenverbindung in Labradors Wildnis

Der Großteil der Strecke ist noch immer nicht geteert, obwohl sich dies in den letzten Jahren zu ändern beginnt. Den Beinamen “Freedom Road” erhielt der Highway übrigens von den Einwohnern Labradors, die damit erstmals eine Straßenverbindung in den südlichen Teil Kanadas nutzen können und nicht mehr auf die teuren Verbindungen per Schiff, Flugzeug oder Zug angewiesen sind.

Die Fahrt über die Freedom Road ist ein Erlebnis, das gut geplant sein will, denn unterwegs gibt es nur wenige Tankstellen, Übernachtungsmöglichkeiten und Shoppinggelegenheiten. Und die Verbindung mit der Außenwelt über Handy, Fernsehen und Internet ist selten – wenn überhaupt – vorhanden. Wer sich für den Notfall absichern will, ist mit einem Satellitentelefon besser beraten als mit handelsüblichen Mobilfunkgeräten. Am besten jedoch bereitet man sich vor, wenn man immer frühzeitig den Tank wieder füllt, in jedem Lebensmittelladen für die nächsten Tage einkauft fürs Mittagspickinick und vielleicht sogar fürs Abendessen – je nachdem, wo man übernachten will. Luxus Resorts und exklusiv ausgestattete Unterkünfte gibt es an dieser Strecke nicht. Hier kommt es vor allem darauf an, nach der Fahrt durch die Wildnis ein Bett vorzufinden und ein herzhaftes und warmes Mahl serviert zu bekommen.

Die Orte entlang der Freedom Road in Labrador

Die vorhandenen Unterkünfte befinden sich in den Ortschaften entlang der Freedom Road, die gegründet wurden, um die Bodenschätze der Region abzubauen oder um sich den Wasser- und damit den Energie-Reichtum – der Gegend nutzbar zu machen. Auf Schönheit wurde in diesen Orten wenig Wert gelegt. Es sind gewöhnlich Bergbau- und Versorgungsorte, die nicht das Ziel der Reise auf der Freedom Road sein sollten, obwohl es auch dort Interessantes zu entdecken gibt. Nur sind dies meist keine Naturschönheiten, sondern die Ergebnisse menschlicher Aktivitäten mitten in der Wildnis, die aufgrund irgendwelcher wirtschaftlicher Überlegungen entstanden. Und wirtschaftliches Engagement mitten in der Wildnis findet meist nur dann statt, wenn ausreichend Profit zu erwarten ist – wie zum Beispiel beim Abbau von reichen Bodenschätzen oder der Erzeugung von Energie wie in Churchill Falls.

Eine Reise auf der Freedom Road macht man um des Reisen willen, nicht um an einem bestimmten Ziel anzukommen. Die Strecke führt durch unberührte Tundra- und Taigagebiete durch unendliche Weiten, in denen die wilden Tiere häufiger sind als die Menschen. So begegnet man auf der Fahrt über die Freedom Road nur selten anderen Fahrzeugen und Menschen, ein Erlebnis, das für die meisten Europäer eine völlig neue Erfahrung darstellt.  Die Ausblicke auf endlose Weiten der Tundra sind atemberaubend, genauso wie die zahllosen Seen, unter denen der kreisrunde Lake Manicougan im Norden Quebecs nur einer von vielen ist. Gerade dieses Erlebnis der Einsamkeit macht eine Reise auf der Freedom Road zu etwas Einzigartigem, das nur noch wenige Straßen der Welt vermitteln können. Sogar der Alaska Highway kann dieses Gefühl heute nicht mehr liefern, ist er doch inzwischen in seiner vollen Länge geteert. Wer also das Abenteuer Wildnis abseits des Massentourismus und in der Unendlichkeit des kanadischen Nordens sucht, findet auf der Freedom Road eine echte Alternative.

Tourenvorschlag für eine Reise auf der Freedom Road in Labrador

Eine Autoreise auf der Freedom Road lässt sich hervorragend kombinieren mit einer Tour entlang der Ostküste Labradors und durch die landschaftlich spektakuläre Insel Neufundland. Um teure Einweggebühren für die Automiete zu sparen, bietet sich ein Reisebeginn in Halifax in Nova Scotia an, wo man das Fahrzeug nach Reiseende auch wieder zurück gibt.

Text: © Monika Fuchs, TravelWorldOnline

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