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Bad Waldsee im Allgäu – unterwegs im Land der Drumlins im schwäbischen Voralpenland

Der Rathausgiebel in Bad Waldsee © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Wir sind eingeladen nach Bad Waldsee im Land der Drumlins im schwäbischen Voralpenland, in eine Gegend, an der wir bisher immer vorbeigefahren sind auf unserem Weg zum Bodensee, der weniger als eine Stunde entfernt ist, wenn man über Landstraßen fährt. Diesmal wollen wir uns die Gegend nördlich des Sees genauer anschauen und biegen südlich von Memmingen ab nach Westen. Die Fahrt führt uns hügelauf und hügelab durch eine ländliche Region mit vielen einzeln dastehenden Weilern und kleinen Dörfern, die sich in geschützten Tälern verstecken. Ein Schild weist auf die Oberschwäbische Barockstraße hin, die wir bei Bad Wurzach überqueren, und auf die wir in Bad Waldsee wieder treffen. “Gut”, denke ich. “Das wird interessant.” Und so ist es auch. Bad Waldsee besitzt mit seiner Stiftskirche St. Peter ein echtes barockes Schmuckstück, kein Wunder, wurde es doch vom Meister des Barock, von Dominikus Zimmermann im barocken Stil “modernisiert”.

 

Die Altstadt von Bad Waldsee vom Stadtsee aus © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Aber der Ort hat noch mehr zu bieten. Nach unserer Ankunft setzen wir uns erst einmal in eines der Straßencafés am Stadtplatz, genießen am ersten warmen Frühlingstag des Jahres ein “Haferl” Cappuccino mit Himbeerkuchen und den Blick aufs schön restaurierte gotische Rathaus und die umliegenden Fachwerkhäuser im Stadtzentrum. Später erfahren wir, dass sich einst vor allem die wohlhabenden Händler und Bürger der Stadt auf dem Hügel ansiedelten, der zwei Seen voneinander trennt: den Stadtsee und den Schloßsee. Bei dem Hügel handelt es sich um einen der Drumlins, von denen wir einige bereits auf der Anreise ab der Autobahn überquert haben: Überreste der letzten Eiszeit oder genauer der Gletscherschutt, den die Gletscher aus den Alpen hier als Seiten- und Endmoränen hinterlassen haben. Der Wohlstand der Stadt, der bis heute angesichts der historischen Prachtbauten offensichtlich ist, gründete auf dem Handel mit Leinwand und Getreide, die vor allem in die Schweiz exportiert wurden.

 

Am Stadtsee in Bad Waldsee © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Wir nutzen das schöne Wetter und machen einen Spaziergang um den Stadtsee, der uns immer wieder neue Ausblicke auf die Innenstadt mit ihren Kirchtürmen und Stadttoren gibt. Der See ist das Kernstück der Stadt, denn er verleiht ihr ihren ruhigen Charakter. Wir lauschen dem Klang der Kirchenglocken, dem Plätschern der Wellen, die von den Ruderern auf dem See aufgewirbelt werden und dem Schrei der Gänse, die über dem Wasser dahin fliegen, statt des sonst in Städten üblichen Autoverkehrs, der von hier soweit entfernt ist, dass wir ihn nicht hören. Begleitet werden wir auf unserem Rundgang von Walter Gschwind, dem Kurgeschäftsführer der Stadt Bad Waldsee, der uns erzählt, dass das Wasser der Therme aus einer Tiefe von 1800 Metern nach oben gepumpt wird und die Thermalquellen am Ortsrand speist.

 

Stadtsee und Stiftskirche St. Peter © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Auf unserem Bummel durch die Stadt lernen wir die drei Mächte kennen, die immer um die Vorherrschaft in Bad Waldsee rivalisierten und immer schönere und prunkvollere Bauten errichten ließen: die Stadtherren, die Kirche und die Fürsten zu Waldburg-Wolfegg. Der Stadtplatz mit dem Rathaus auf der einen Seite und dem Kornhaus der Händler auf der anderen, die Stiftskirche St. Peter, Teil eines einstigen Augustiner-Klosters, und das Fürstenschloss stehen für die drei Wettbewerber um die Vorherrschaft in Bad Waldsee. Kirche und Stadtobere wetteifern noch heute um ihre Schäflein. Das Fürstenhaus Waldburg-Wolfegg hat sein Schloss inzwischen verlassen und betreibt nun den Golfplatz in Bad Waldsee, der etwas außerhalb der Stadt liegt. Am Stadtrand befindet sich außerdem das Erwin Hymer Museum, in dem wir durch die Geschichte des mobilen Reisens gehen: von den ersten Wohnanhängern, die einst über die Alpen nach Italien geschleppt wurden, bis zu den modernen Motorhomes, die inzwischen die Straßen der ganzen Welt bevölkern.

 

 

Eines jedenfalls ist uns schnell klar: Bad Waldsee lohnt einen Besuch! Uns hat’s gefallen, und wir kommen gerne wieder.

Quelle: eigene Recherchen vor Ort auf Einladung der Kurverwaltung Bad Waldsee

Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos: © Golf + Vitalpark Bad Waldsee

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