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Goldrausch im Cariboo, British Columbia

Vorgeschichte

Als 1858 Gold im Fraser River entdeckt worden war, zogen viele Goldsucher, die in Kalifornien zu spät gekommen waren, auf schnellstem Wege nach Norden. Das Hauptfort der Hudson's Bay Company an der Südspitze Vancouver Islands entwickelte sich bald zum Ausgangspunkt für die Reise ins Landesinnere New Caledonias, wie die englische Festlandskolonie damals hieß. Dort hatten sich bis dahin nur Pelzhändler niedergelassen und einige Handelsforts errichtet.

Die Pelzhändler hatten schon vor 1858 durch Indianer von Goldfunden erfahren, hatten jedoch versucht, dieses Wissen geheim zu halten, weil sie einen ähnlichen Run wie im kalifornischen Goldrausch verhindern wollten. Sie waren besorgt, dass die schnelle Zuwanderung von Goldsuchern ihre Beziehungen zu den indianischen Pelzlieferanten stören könnte. Wie sich zeigen sollte, waren ihre Befürchtungen durchaus berechtigt. Zunächst strömten immer mehr Goldsucher ins Tal des Fraser River, wo die Sandbänke bei Yale nach dem Edelmetall durchwühlt wurden.

Als dort die Claims immer weniger hergaben, machten sich Spätankömmlinge weiter ins Landesinnere auf. Sie mussten erkennen, dass das Vordringen in diese noch kaum unerschlossenen Regionen sehr schwierig war. Der Weg durch den Fraser Canyon erwies sich als besonders gefährlich. Das Hell's Gate, das Höllentor, ist eine Stelle, an der der Fluß durch einen gewaltigen Erdrutsch durch eine äußerst schmale Stelle gezwängt wird, die zu durchqueren nur unter großen Gefahren möglich war. Trotzdem gab es Abenteurer, die dieses Wagnis eingingen - und Erfolg hatten.

Zu den ersten gehörte Billy Barker, dessen Goldfund im Jahr 1862 Auslöser des Goldrausches im Cariboo war. Nach ihm wurde die größte Stadt benannt, die in den Goldregionen im Zentrum British Columbias entstand: Barkerville.
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Wege vom Osten des Kontinents ins Cariboo

Neuigkeiten von den Goldfunden machten bald die Runde. Abenteurer und Glücksritter aus aller Welt brachen auf, um an den erwarteten Reichtümern teilzuhaben. Von Europa und von der Ostküste des Kontinents aus gab es drei Hauptwege ins Cariboo. Die teuerste und schnellste Reisemöglichkeit war, ein Schiff nach Panama zu nehmen, dort in eine Kutsche umzusteigen, die an die Westküste Panamas fuhr. Von Darien aus konnten die Glücklichen, die sich diese Reiseform leisten konnten, weiterfahren nach San Francisco und Fort Victoria auf Vancouver Island.

Billiger, länger und gefährlicher war der Weg um die Südspitze Südamerikas herum. Eine Bedrohung stellten die berüchtigten Stürme am Kap Hoorn dar. Andere Gefahren barg die Länge der Reise. Lebensmittel für eine vier- bis fünfmonatige Reise zu konservieren, war damals noch nicht möglich. Salzfleisch wurde ranzig, Wein wurde zu Essig, im Trinkwasser bildeten sich Algen, Kerzen schmolzen in der äquatorialen Hitze, Ratten fraßen den mitgebrachten Käse und viele Reisende erkrankten an Skorbut und anderen Krankheiten, die durch die lange Fahrt und die schlechten Bedingungen an Bord bedingt waren.

Die größten Gefahren barg jedoch der Weg durch den Kontinent, der auch die meiste Zeit beanspruchte. War man mit Dampfschiffen in Quebec oder New York angekommen, stieg man um in den Zug nach St. Paul in Minnesota im Mittleren Westen der USA. Postkutschen und Heckraddampfer transportierten die Reisenden weiter bis Fort Garry, das spätere Winnipeg. Dann begann der gefährliche Teil der Reise. Die Overlander reisten mit Pferden und Ochsenkarren durch die Prärie nach Westen. Wege oder Straßen gab es nicht. Wenn sie Glück hatten, konnten sie den Pfaden der Vorgänger folgen. Am schwierigsten war die Überquerung der Rocky Mountains und der Weg von dort in die Goldgebiete. In Tete Jaune Cache teilten sich die Routen. Einige der Männer und Frauen bauten Flöße und fuhren auf dem Fraser River bis Quesnel, andere wählten die Route über den Thompson River ins Pelzhandelsfort Kamloops.
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Cariboo Wagenstraße

Karte des Cariboo 1862 - 1865

Schon 1858 während des Goldrauschs am unteren Fraser River war klar geworden, dass eine Straße ins Landesinnere nötig war, um die Verbindung zu den Goldregionen aufrecht zu erhalten. 1861 wurde mit dem Bau der Cariboo Wagenstraße begonnen, die unter großen Schwierigkeiten durch das Tal des Fraser River bis Quesnel gebaut wurde. 1865 konnten darauf Maultiertrecks, Transportkutschen und Postkutschen Reisende ins Binnenland von British Columbia bringen.
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Goldstadt Barkerville

Obwohl die Verantwortlichen der zweiten britischen Kolonie auf Vancouver Island befürchtet hatten, dass die Entdeckung von Gold den Abschaum der Menschheit anziehen würde, erkannten sie bald, dass dem nicht so war. Sicherlich waren seltsame Charaktere unter den Glücksrittern, die sich zu den Goldfeldern aufmachten, aber es ist erstaunlich, wie schnell sich Barkerville und die umliegenden Goldgräberzentren zu richtigen Ortschaften entwickelten. Barkerville besaß bereits 1864, ein Jahr nach seiner Entstehung, feste Häuser und ein Krankenhaus, das bis in die 1930er Jahre das einzige nördlich von Kamloops bleiben sollte.

Die ersten Priester kamen schon 1861 in die Region, und bald wurden verschiedene Konfessionen in den Goldgebieten betreut. Katholiken, Anglikaner, Methodisten und andere konnten die Dienste ihrer Kirchen in Anspruch nehmen. Auch wenn die Goldsucher nicht viel Zeit bei Messen verbrachten, so scheint es, als ob viele nicht durch Saloons, Alkohol und die Hurdy Gurdy Girls davon abgehalten wurden. Dr. Cheadle, einer der ersten Touristen in dieser Region, schrieb 1863 in sein Tagebuch, dass die Arbeit auf den Goldfeldern das Wichtigste im Leben der Bewohner war.

Musik spielte eine große Rolle bei der Unterhaltung. Schon die Overlander waren bekannt dafür, dass sie gerne sangen, und viele von ihnen brachten Musikinstrumente mit. In Barkerville entstanden schnell Saloons mit Musikzimmern, und 1867 eröffnete die neue Konzerthalle, in der Mrs. Lange, die Frau des Besitzers Klavierkonzerte für die Besucher gab. Bald entstanden der Debattierclub, die Freimaurer, die Wohltätigkeitsvereinigung des Cariboo, die Literarische Gesellschaft und der Barkerville Pickwick Club. Es scheint so, als ob die Gesellschaft von Barkerville nach englischem Vorbild lebte, ganz anders als auf den kalifornischen Goldfeldern. Sogar eine Bibliothek wurde schon 1864 errichtet.

Natürlich gab es auch die negativen Auswirkungen, die das schnelle Wachstum einer Boomtown mit sich brachte. Barkerville hatte in seinen Anfangsjahren bis zu zwanzig Saloons innerhalb seiner Stadtgrenze. Geht man jedoch nach der Größe des heute noch stehenden Saloons von Joe Denny, dann waren diese nicht sehr groß. Dennys Saloon besteht nur aus zwei Räumen, von denen der eine einen Tisch mit vier Stühlen enthält und der andere eine große, prunkvolle Bar, an der sicherlich der beste Whiskey und die teuersten Zigarren feilgeboten wurden. Alles in allem passten in diesen Raum jedoch nicht mehr als zehn Männer. Und wenn der Rest der Saloons der Stadt nicht größer war, dann hatte in den zwanzig Etablissements dieser Art nur ein äußerst geringer Prozentsatz der Bevölkerung Platz.

Diese Männer kamen dort hin, um Alkohol zu konsumieren, was damals ein übliches Vergnügen war. Das erste Gebäude der Stadt Vancouver war nichts anderes als eine Bar - "Gassy Jack's" Saloon, nach dem die heutige Gastown benannt ist. Und der britische Gouverneur in Victoria, Frederick Seymour, starb, nachdem er eine ganze Flasche Brandy ausgetrunken hatte. In Victoria waren die Saloons 24 Stunden lang geöffnet, während sie in Barkerville erst ab acht Uhr abends ihre Tore öffneten. Es scheint so, als ob in Barkerville nicht das rowdyhafte Leben der Goldgebiete von Kalifornien herrschte, sondern vielmehr englischer Lebensstil sich durchsetzte.
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Gesetz und Ordnung

Eine große Rolle spielte die Durchsetzung von Gesetz und Ordnung unter einer Ansammlung von Menschen aus aller Herren Länder, deren Sicherheit, Gleichbehandlung und Eigentum geschützt werden sollte. Gouverneur James Douglas setzte durch, dass nur der nach Gold graben durfte, der eine Lizenz dafür kaufte. Er entsandte eine Polizeitruppe, die Ordnung in den ungeordneten Haufen von Abenteurern bringen sollte. Ein Gerichtshof entschied über Streitigkeiten, die sich beim Abbau von Gold unweigerlich entwickelten.

Einer der wichtigsten Männer im Cariboo war schließlich Richter Matthew Baillie Begbie. Seine strengen Urteile brachten ihm den Beinamen "der hängende Richter" ein. Nach den Gesetzen der Zeit drohte jedem, der des Mordes für schuldig befunden wurde, der Tod durch den Strang. Diebstahl zog eine dreijährige Strafe in einer "Chain Gang" nach sich, bei der die Verurteilten mit Ketten aneinander gebunden wurden und harte Arbeiten verrichten mussten.
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Weiterführende Links

Highway 97 Cariboo Highway - North to Alaska
Highway 26 - Auf den Spuren der Goldsucher
Goldrausch im Cariboo, British Columbia - Verbrecher und Richter
The Cariboo Gold Rush

Literatur

http://www.travelworldonline.de/cariboogoldrausch.html

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