Du fragst Dich, was Lebzelter sind? Das ging uns nicht anders. Bevor wir die letzten Lebzelter von Salzburg besuchten, hatten wir noch nie von diesem Beruf gehört.

Was machen die Lebzelter von Salzburg

Wenn man es genau nimmt, ist das gar kein Beruf mehr, denn zum Lebzelter kann man heute nicht mehr ausgebildet werden. Lebzelter war ein Gewerbe, das zu Beginn der Neuzeit entstand, als die Produktion bestimmter Erzeugnisse immer mehr von Spezialisten übernommen wurde. Lebzelter waren jene Leute, die aus dem, was Bienen liefern – Nektar, Honig, Bienenwachs – Produkte fertigten, die man für den Hausgebrauch benötigte: Met, Honig, Lebkuchen oder Bienenwachskerzen. Ein Lebzelter konnte, wenn er wollte, alle Aufgaben in einer Person ausüben und konnte sogar, wenn er die Schanklizenz besaß, eine Kneipe aufmachen, in der er Met ausschenkte. Die Lebzelterei Nagy spezialisierte sich nach ihrer Niederlassung in Salzburg Ende des 19. Jahrhunderts allerdings auf die Produktion von Lebkuchen und Kerzen, ein Gewerbe, das sie bis heute – mit großem Erfolg übrigens – betreibt.

Die Lebzelterei Nagy ist stolz darauf, dass sie mit ihrem Gewerbe bis heute so erfolgreich sind – mit Recht, wie wir finden. Sogar in den Zeiten nach Advent und Weihnachten wird in der Backstube fleißig gebacken, wenn jetzt auch eher Lebkuchenherzen für Marktstände auf Bauernmärkten oder Souvenirläden in der Stadt produziert werden. In der Kerzendreherei stehen lange Glasreihen auf den Tischen, in denen weiße Stummelkerzen eingefügt werden. Hotels in der Umgebung kaufen die kleinen Tischkerzen serienweise und dekorieren damit ihre Tafeln, mit denen sie ihre Gäste beeindrucken. So haben sich zwar die Abnehmer geändert, an den Arbeitsgängen jedoch ändert sich dabei nichts. Und so werden die letzten Lebzelter von Salzburg auch in Zukunft ein sicheres Auskommen haben, auch wenn ihr Beruf heute nicht mehr als solcher anerkannt ist.

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Quelle: eigene Recherchen vor Ort. Wir bedanken uns bei Tourismus Salzburg für die freundliche Einladung zu dieser Recherchereise.


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