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Frisches Obst und Gemüse von der Ile d’Orléans

Weine von der Ile d'Orleans in Quebec © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Weine von der Ile d’Orleans in Quebec © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Die Ile d’Orléans vor den Toren Québec Citys ist ein wahres Paradies für Genießer: bereits Jacques Cartier, der erste Europäer, der sie im 16. Jahrhundert auf einer seiner Reisen den Sankt Lorenz Strom hinauf entdeckte, bezeichnete sie als Insel des Bacchus. Da ahnte er allerdings noch nicht, dass sich sein Name als Prophezeiung erweisen sollte. Der Grund, warum er der lang gestreckten Insel diesen Namen gab, waren die vielen wilden Weinreben, die er überall vorfand. Noch heute kann man sie in vielen Hecken entlang der Inselstraßen entdecken.

Obst und Gemüse von den fruchtbaren Feldern der Insel des Bacchus

Schon bald nachdem Samuel de Champlain 1608 mit dem Bau der Stadt Québec begann, siedelten sich die ersten Franzosen auf der Insel an. Sie hatten schnell bemerkt, wie fruchtbar der Boden dort ist, und begonnen, Ackerbau zu betreiben. Noch heute verlaufen die Felder der Insel im rechten Winkel zum Ufer des Sankt Lorenz Stroms – genau wie diese von den Lehensherren unter französischer Verwaltung an ihre Siedler verteilt wurden. Die Seigneurs erhielten von der Kolonialverwaltung Ländereien zugesprochen unter der Voraussetzung, dass sie diese besiedeln und neue Einwanderer ins Land bringen sollten. Die Felder waren alle zum Strom hin ausgerichtet, war dieser doch die Hauptverkehrsader des frühen Neufrankreich. Alle Produkte wurden per Boot weiter transportiert. Daher sieht die Insel aus dem Flugzeug noch heute so aus, als hätte jemand handtuchgroße Parzellen aneinandergereiht.

Anders als damals ist das Angebot an Obst und Gemüse, das darauf angebaut wird, vielseitiger und exotischer: heute wachsen auf der Insel Äpfel, Pfirsiche, Beeren aller Art, Mais, Kürbisse, Auberginen, Kartoffeln, Kohl, Karotten, Paprikaschoten, Tomaten, und sogar kultivierter Wein. Die Farmer der Ile d’Orléans lieferten ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse bereits im 17. Jahrhundert per Boot in die Stadt Québec. Sogar im Winter, wenn der Sankt Lorenz Strom voller gefährlicher Eisschollen war, konnten die Menschen die Insel nur mit kleinen Ruderbooten verlassen, die in einer kleinen Werft auf der Insel hergestellt wurden. Erst seit 1935 können sie dies auch über die Brücke tun, die die Insel inzwischen mit dem Nordufer des Sankt Lorenz verbindet – die einzige Straßenverbindung zwischen Festland und dem Eiland.

Johannisbeerlikör, Cidre, Apfelbutter und Wein direkt vom Bauern

Noch besser ist es jedoch, seine Äpfel, Beeren, Tomaten, Karotten und anderes Gemüse direkt vom Farmer zu kaufen. Frischer geht es nicht! Und besser auch nicht! Viele der Farmer auf der Ile d’Orléans haben Verkaufsräume eingerichtet, in denen sie ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse und die Produkte, die sie daraus selbst herstellen, direkt an die Konsumenten zu verkaufen. Auf einer Fahrt entlang der Inselstraße tauchen immer wieder Schilder am Straßenrand auf, die darauf hinweisen, dass frische Äpfel zum Verkauf stehen oder Cassis in einem der nächsten Häuser angeboten wird. Wer sich einladen lässt, dem öffnen sich Geschmackswelten, die ihresgleichen suchen. Man kann gut einen ganzen Tag damit verbringen, von einer Farm zur nächsten zu fahren, um die Leckereien zu probieren, die auf dieser Insel produziert werden: ein Cassis, bei dem einem die tollsten Rezepte einfallen: eine exotische Salatmischung mit Obst und Cassis-Dressing; frische Apfelbutter, mit der man sein Frühstück abwechslungsreicher gestalten kann oder einfach nur mit einem Glas Wein auf der Veranda des Weinguts der Insel zu sitzen und den Ausblick auf die Montmorency Wasserfälle am Nordufer des Stroms zu bewundern.

 

 

Auch die Québecer wissen dieses üppige und gesunde Angebot zu schätzen: während der Sommermonate wird die Inselstraße zu einer regelrechten Pilgerstraße zu den Gourmettempeln der Insel. Jedes Wochenende strömen die Québecer auf die Insel, um sich mit frischem Obst und Gemüse der Saison und anderen kulinarischen Spezialitäten für die nächsten Tage einzudecken. Und wer keine Zeit für die viertelstündige Fahrt von der Stadt auf die Insel findet, der kann sich im Bauernmarkt am Hafen von Québec, dem Old Port Market, mit den frischen Produkten von der Insel versorgen.

Weitere Tipps im Genuss Reiseblog gibt’s hier.

Quelle: eigene Recherchen vor Ort mit freundlicher Unterstützung von Tourisme Québec und Steeve Gaudreault von Cicérone

Text: © Monika Fuchs, TravelWorldOnline

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