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Ostseebad Kühlungsborn: Buhnen, Strandvillen & Freiheit

Zauber der Ostsee im Ostseebad Kühlungsborn
Zauber der Ostsee im Ostseebad Kühlungsborn

 

Die Ostsee hat uns in ihren Bann gezogen. Die Weite des Meeres, der feine Sand, das Kreischen der Möwen und das Lachen von Kindern am Strand ist für uns zum Sinnbild der Ostsee geworden. Das lockt uns immer wieder aufs Neue in den Norden Deutschlands. Wir wollen mehr erfahren über das Leben an der Ostseeküste. Und so brachen wir im September auf zu einer Reise entlang der Ostseeküste von Binz über Stralsund nach Kühlungsborn. Anlass unserer Reise war die Veranstaltung der “Offenen Villen” in Binz, bei der sich Binz an die Anfänge seiner Zeit als Badeort erinnert.

 

Strandkörbe in Kühlungsborn
Strandkörbe im Ostseebad Kühlungsborn

 

Im Ostseebad Kühlungsborn

Das Ostseebad Kühlungsborn bot sich als zweites Reiseziel an: zum einen kannten wir es bisher nicht. Zum anderen liegt es nur gut zwei Stunden Autofahrt von Binz entfernt. Außerdem befinden sich eine Reihe interessanter Ortschaften auf dem Weg zwischen den beiden Städten. Grund genug also, dieses Ostseebad näher zu erkunden. Kühlungsborn sollte uns überraschen. Als Badeort ist es weniger mondän als Binz. Dafür wirkt es mit seinen schön restaurierten Villen und dem Buchenhain, der die Ostseeallee vom Strand im Ostteil der Stadt trennt, beschaulicher. Gleichzeitig lockt es zahlreiche Spaziergänger und Radfahrer hinaus an die frische Luft. Kühlungsborn ist ein sympathischer Ort, wie wir schnell feststellen.

 

Buhnen in Kühlungsborn
Buhnen im Ostseebad Kühlungsborn

 

Die Buhnen im Ostseebad Kühlungsborn

Auf unserem Spaziergang entlang des Strands machen wir zum ersten Mal Bekanntschaft mit Buhnen. Kilometerlang begleiten sie uns auf unserem Weg entlang der Küste. Es sind Holzpfähle, die man in einer Doppelreihe im rechten Winkel zum Strand ins Meer hinaus baut. Sie sollen dazu dienen, gefährliche Strömungen aus den Badebereichen entlang der Strände abzuleiten. In Kühlungsborn errichtet man sie jedoch vor allem, weil sie den Strand erweitern sollen.

So erklärt es uns Reinhard Antrich, der Direktor des Travel Charme Ostseehotel Kühlungsborn, wo wir zwei Nächte verbringen. Dazu werden am Westende des Strands Lastwagenladungen voll Sand ins Meer geschüttet. Diese verteilen sich durch die natürliche Wasserbewegung durch die Buhnen nach Osten. So sorgen sie außerdem im Laufe der Zeit dafür, dass der Strand breiter wird. Die Sandmengen holt man aus dem Yachthafen. Dort muss die Hafeneinfahrt immer wieder ausgebaggert werden, um sie tief genug zu halten für die Boote, die hier ein- und ausfahren.

 

Wellen brechen sich an den Buhnen
Wellen brechen sich an den Buhnen

 

Von der Seebrücke aus sehen die Buhnen aus wie ein dunkler Wall, der die Küste vor der Ostsee schützt. Am Tag unserer Ankunft in Kühlungsborn kann ich kaum glauben, dass diese nötig sind. Es herrscht kaum Seegang. Stattdessen laufen die Wellen leise und sanft am Ufer aus. Am nächsten Morgen jedoch sieht es anders aus. Die See ist rauer, und manche der Wellen brechen sich mit lautem Getöse an den Holzpfahlreihen. Bei einem echten Wintersturm muss das ein dramatisches Schauspiel sein.

 

Hubertusburg
Hubertusburg im Ostseebad Kühlungsborn

 

Die eleganten Strandvillen entlang der Ostseeallee

Verirren können wir uns kaum im Ostseebad Kühlungsborn. Die Ostseeallee verläuft von der Strandstraße nach Westen vorbei an den renovierten, restaurierten und teils wieder aufgebauten Strandvillen des Ostseebads. Dahinter schließt sich das Waldgebiet “Die Kühlung” an. Ihm verdankt der Ort seinen Namen. Auf unserem Stadtbummel sehen wir Villen, die Namen tragen wie “Hubertusburg”, “Europa Hotel” oder “Villa Westfalia”. Auch das Haus des Gastes ist in einer ehemaligen Gästevilla untergebracht, der “Villa Laetitia”. Das heutige Rathaus wurde einst ebenfalls an Gäste vermietet.

Waren sie ursprünglich von Privatleuten gebaut worden, die sie an Badeurlauber vermieteten, schob die DDR dem allerdings bald einen Riegel vor. 1953, während der Aktion Rose, wurden die meisten der Villenbesitzer enteignet. Die schönen Pensionen und Hotels gingen in Staatseigentum über. Jetzt waren es der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund oder die Deutschen Reisebüros, die Urlaubern ihre Unterkünfte zuwiesen. Erst nach der Wende kamen einige der ehemaligen Besitzer zurück. Viele Hotels werden jedoch heute von Hotelketten betrieben. Dazu gehören Travel Charme, Vier Jahreszeiten und die Upstalsbooms Hotels.

 

Europa Hotel in Kühlungsborn
Europa Hotel im Ostseebad Kühlungsborn

 

Dank einer vorausschauenden Stadtverwaltung durften die Villen nur im Stil ihrer Zeit restauriert oder erweitert werden. Deswegen geben sie ein harmonisches Bild ab. Dabei erinnern sie mit ihren schmiedeeisernen Balkonen an die Zeit des Jugendstils. Manche der Villen besitzen Fachwerkfassaden und wunderschöne Türen. Daher wird ein Bummel entlang der Ostseeallee zum puren Vergnügen für Freunde der Jugendstil-Architektur.

 

Grenzwachturm in Kühlungsborn
Grenzwachturm im Ostseebad Kühlungsborn

 

Sonnenbad mit der Sehnsucht nach Freiheit

Nahe des Ortszentrums überragt ein auffälliger Turm die Strandpromenade. Dieser erinnert an die Zeit, als sich hier Strandurlauber und Grenz-Patrouillen die Strandpromenade teilten. Kühlungsborn liegt nicht weit von der ehemaligen innerdeutschen Grenze entfernt. Die Entfernung ins nördliche Dänemark ließ sich durchaus schwimmend überqueren. Das bewies der Arzt Peter Döbler 1971. Was muss das für ein Sommerurlaub gewesen sein! Urlauber saßen in Strandkörben, während Grenzsoldaten mit Maschinengewehr und Schäferhund auf der Strandpromenade entlang marschierten. Sie suchten nach potentiellen Republikflüchtlingen im Wasser. Der Turm diente den Grenzsoldaten als Aussichtsstelle. Von dort hielten sie Ausschau nach Paddelbooten, Kanus und auffälligem Verhalten.

 

Kühlungsborn von der Seebrücke aus
Ostseebad Kühlungsborn von der Seebrücke aus

 

Der ehemalige Bürgermeister von Kühlungsborn Knut Wiek rettete den Turm gleich zweimal vor dem Abriss. Deswegen erinnert er heute noch an die Zeiten, als Kühlungsborn Treffpunkt jener war, die die Freiheit im Westen lockte. Davon erfahren wir nur mehr aus den Erzählungen der Einheimischen. Sie erzählen darüber, wie schwierig es war, sich an das freie Leben nach der Wende zu gewöhnen. Inzwischen hat man sich arrangiert. Kühlungsborn ist inzwischen das beliebteste Seebad an Deutschlands Ostseeküste. Heute kommen mehr als 2,4 Millionen Gäste im Jahr. Eine Erfolgsstory deutsch-deutschen Zusammenwachsens!

Petar’s Video Impressionen von unserem Strandspaziergang in Kühlungsborn findest Du unter diesem Link.

Quelle: eigene Recherchen vor Ort. Wir bedanken uns für die Einladung zu dieser Reise beim Ostseebad Kühlungsborn.

Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

2 Responses

  1. Netti
    | Antworten

    Vielen Dank für diesen liebevollen Artikel über ‘unser’ Kühlungsborn! Seit fast 10 Jahren besitzen wir dort ein Ferienhaus, für unsere Kinder ist es die sprichwörtliche 2. Heimat. Gerade haben wir 4 wunderbare sommerwochen dort verbracht: am. Strand, im Wald, in der Eisdiele, beim Molli fahren…
    Schön, dass es Ihnen bei ‘uns’ gefallen hat und dass sie der Welt davon berichten. Danke & herzliche Grüße.

    • Monika Fuchs
      | Antworten

      Herzlichen Dank für diesen netten Kommentar, über den wir uns sehr freuen. Kühlungsborn hat uns wirklich gut gefallen.

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