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Romantik am Sankt Lorenz Strom – vom Schlafzimmer aus vorbeifahrenden Schiffen zuschauen

Die Auberge La Goéliche auf der Ile d'Orleans in Quebec
Die Auberge La Goéliche auf der Ile d’Orleans in Quebec © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Ihr sagt, das gibt es nicht? Oh, doch! Vor einigen Jahren haben mein Mann und ich uns auf einer gemütlichen Reise durch Québec einen vollen Tag Zeit genommen, um die Île d’Orléans vor den Toren Québecs etwas näher kennen zu lernen. Vom raschen Durchfahren kannte ich die Insel im Sankt Lorenz Strom schon seit Jahren, und diese Kurzbesuche hatten mich neugierig gemacht, denn ich vermutete, dass es auf der Insel noch einiges mehr zu entdecken gibt, als ich bei den früheren Besuchen sehen konnte. Die Île d’Orléans liegt nur etwa zwanzig Minuten Autofahrt von Québec City entfernt, quasi vor den Toren der Stadt. Man erreicht sie über eine imposante Brücke, die das Nordufer des Sankt Lorenz Stroms mit der Insel verbindet. Wie sich herausstellte, sollte ich Recht behalten – die Insel bietet eine ganze Reihe an idyllischen Orten, die es zu entdecken lohnt. Und wie wir erneut erkennen mussten, war auch ein Tag noch nicht ausreichend, um alles zu erforschen und zu besichtigen. Mir ergeht es häufig so, dass ich – wenn ich mich mit einer Region näher beschäftige – diese immer noch besser kennen lernen will. Genauso ist es mit der Insel im Sankt Lorenz Strom.

Die Île d’Orléans nahe Québec City, Kanada

Die Insel ist fast so alt wie die Stadt Québec. Schon Jacques Cartier hat sie auf seinen Entdeckungsreisen kennen gelernt. Und nachdem am Cap Diamant auf der anderen Seite des Sankt Lorenz Stroms die Stadt Québec entstand, entwickelte sich die Insel im Strom rasch zum “Garten Neufrankreichs”. Hier ließen sich vor allem Farmer nieder, die die fruchtbare Erde der Insel zu nutzen wussten und bald alle möglichen Sorten von Obst, Gemüse und Getreide anbauten. Und das ist bis heute so geblieben. Fährt man heute um die Insel herum, traut man oft seinen Augen nicht, was hier alles angebaut wird: Kartoffeln, Kohl, Weizen, Mais, Karotten, Tomaten, Auberginen und Paprikaschoten gedeihen auf dieser Insel genauso wie Äpfel, Kirschen, Pfirsiche und Wein. Die Île d’Orléans trug ihren ursprünglichen Namen “Insel des Bacchus” nicht umsonst. Sie ist dies bis heute geblieben. Das war auch einer der Gründe, warum wir uns entschlossen hatten, auf der Insel in einem Hotel zu übernachten, dessen Küche vielerorts empfohlen wird:

 

Blick auf die Ile d'Orleans vom Nordufer des St. Lorenz aus
Blick auf die Ile d’Orleans vom Nordufer des St. Lorenz aus © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

Die Auberge La Goéliche in Sainte Pétronille auf der Île d’Orléans in Québec

Auch auf dieses kleine Landhotel war ich bereits auf früheren Reisen aufmerksam geworden. Ich hatte es entdeckt, weil mir seine Umgebung gefiel. Vom Parkplatz des Hotels aus hat man einen wundervollen Ausblick auf das Cap Diamant und Québec City, über dem das beeindruckende Chateau Frontenac wie ein Schloss thront. Von außen wirkte das Hotel gemütlich und einladend, also entschlossen wir uns, dort während unseres Inselaufenthalts zu übernachten. Wir sollten es nicht bereuen!

Schon vorher hatte ich erfahren, dass es in der Auberge kein Fernsehen auf den Zimmern gibt, und ich dachte, naja, einen Tag werde ich es ohne Nachrichten und Wetterbericht aushalten. Was uns dort dann erwartete, überraschte mich. Als wir nach unserer Inselrundfahrt am späten Nachmittag in der Auberge ankamen, wurden wir an der Rezeption freundlich empfangen, mussten aber feststellen, dass es in dem Haus keinen Aufzug gab. Naja, dachte ich, ein weiterer Hinweis darauf, dass es sich hier um ein traditionsreiches – sprich älteres – Haus handelt. Als wir dann aber die Tür zu unserem Zimmer öffneten, blickten wir erstaunt und völlig überwältigt auf ein Dekor, das vor maritimen Design-Elementen überquoll. Das Zimmer war in Weiß und dunklem Blau gehalten, wobei das Blau vor allem aus einem Fries bestand, der entlang der Decke um das gesamte Zimmer verlief und ausschließlich aus Motiven bestand, die die See repräsentieren: Muscheln, Segelboote, Anker und Ähnliches.

Korbstühle und ein Glastisch standen im hellen Erker des Zimmers. Und auf dem Schreibtisch befand sich ein hübsches Schiffsmodell, das das maritime Dekor des Hotelzimmers perfekt ergänzte.

Überwältigt hat uns jedoch der fantastische Ausblick, der sich von unserer Fensterfront aus auf den Sankt Lorenz Strom bot. Die Fenster nahmen eine ganze Seite des achteckigen Zimmers ein und öffneten den Blick hinaus auf den hier breit werdenden Strom, der schon eher an einen See als an ein fließendes Gewässer erinnert. Ich liebe Wasser in jeder Form – egal, ob es sich dabei um einen Fluss, einen Strom, einen See oder das Meer handelt. Und hier konnte ich meiner Leidenschaft richtig frönen. Der fehlende Fernseher war mir nun völlig egal. Hier wollte ich die restlichen Tagesstunden mit einem guten Buch verbringen und den herrlichen Ausblick auf den Strom genießen. Und es wurde noch besser! Bald war auch das Buch vergessen, denn direkt vor der Insel fahren die großen Containerschiffe, Kreuzfahrschiffe und die vielen Segelboote der Québecer vorbei. Ich konnte mich gar nicht satt sehen an dem, was sich da vor den Fenstern unseres Hotelzimmers tat.

 

Frischen Fisch aus dem Sankt Lorenz
Frischen Fisch aus dem Sankt Lorenz © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

Feine Québecer Küche im Restaurant der Auberge La Goéliche

Da wir das Hotel ja auch wegen des guten Rufs seines Restaurants ausgewählt hatten, riss ich mich abends mühsam von dem tollen Ausblick los und wir gingen hinunter ins Hotelrestaurant, in dem wir einen Fensterplatz für zwei reserviert hatten. Schließlich wollten wir hier den Beginn unserer Reise durch Québec feiern. Und auch das sollten wir nicht bereuen, denn bei einem exzellenten Table d’hôte-Dinner mit Krabben mit Gurkengelee, frischer Minze und Salat mit Zitrone, einem leckeren Filet Mignon mit Kakaobutter, Trauben und Haselnüssen in einer Orangensauce und der Goéliche Vanilla Crème Brulée zum Abschluss konnten wir den romantischen Ausblick auf den Sankt Lorenz Strom und seine vorbei gleitenden Schiffe genießen. Lichterketten, die dekorativ entlang des Kais drapiert waren, verstärkten das Gefühl des Wohlbefindens und so verbrachten wir einen unvergesslichen Aufenthalt in der Auberge La Goéliche in Québec.

Auberge La Goéliche
22 Chemin du Quai
Sainte-Petronille, G0A 4C0
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Quelle: eigene Recherchen vor Ort

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