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Sanibel Island, Florida: Licht aus für Schildkröten!

C.R.O.W Wildlife Center © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
C.R.O.W Wildlife Center © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Die amerikanische Art von Tierschutz ist eine individuelle Angelegenheit! Auf Sanibel Island nimmt man das sehr ernst. Nicht nur, dass das hiesige Vogelschutzgebiet – die “Ding” Darling Wildlife Refuge auf die Initiative eines einzigen Mannes, nämlich den erfolgreichen Cartoonisten “Ding” Darling, zurück geht. Nein, nur wenige Meter vom heutigen Schutzgebiet entfernt befindet sich C.R.O.W., die Clinic for the Rehabilitation of Wildlife, eine Art Rehabilitationszentrum für verletzte Wildtiere. Auf einem Gelände von etwa vier Hektar Land befinden sich Behandlungsräume und Gehege, in denen verletzte Vögel, Waschbären, Opossums oder Schildkröten wieder gesund gepflegt werden, um anschließend wieder in die freie Wildbahn entlassen zu werden.

C.R.O.W. startete wie so viele Projekte dieser Art in den Vereinigten Staaten aufgrund privater Initiativen. 1968 fand Shirley Walter, eine Einwohnerin von Sanibel Island, eine von einem Auto verletzte Seeschwalbe. Weil sie keine lokale Einrichtung fand, die sich um das verletzte Tier kümmern konnte, nahm sie es mit nach Hause. Sie erzählte die Geschichte ihren Freunden, und es dauerte nicht lange, bis sich eine Gruppe von Freiwilligen zusammen schloss, die sich der Aufgabe widmeten, verletzten Wildtieren zu helfen. C.R.O.W. war gegründet, und bereits im ersten Jahr seiner Geschichte gingen mehr als 500 Hilferufe ein.

 

"Ersatzmutter" für Jungtiere © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
“Ersatzmutter” für Jungtiere © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Finanziert wird C.R.O.W. – eine Non-Profit Einrichtung – durch die Eintrittsgelder der Besucher im Visitor Information Center, in dem sie sich über die Arbeit des Projekts informieren können. Es werden Veranstaltungen organisiert, die Geld sammeln für den Unterhalt der Einrichtung. Es gibt ständige Mitglieder, die mit ihren Beiträgen helfen, die Organisation am Leben zu erhalten. Und alljährlich entscheidet sich aufs Neue, ob staatliche Gelder zur Verfügung gestellt werden. Wie erfolgreich diese Maßnahmen sind, zeigt sich an der heutigen Größe der Einrichtung, aber auch daran, dass alljährlich mehr als eine Million Dollar erwirtschaftet werden müssen, um das Projekt am Leben zu erhalten. Mit Erfolg!

 

Mit diesem "Ersatzherz" wird ein lebendes Muttertier simuliert © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Mit diesem “Ersatzherz” wird ein lebendes Muttertier simuliert © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Das Personal von C.R.O.W. besteht zum Teil aus fest angestellten Tierärzten und -pflegern. Außerdem wird ein Programm für Veterinär-Studenten angeboten, die hier ein Praktikum absolvieren können und Erfahrung im Umgang mit Wildtieren gewinnen. Die Studenten kommen aus verschiedenen Teilen der USA, aber auch aus dem Ausland. Im vergangenen Jahr, so erklärt uns Steve Greenstein, der Direktor von C.R.O.W. waren 36 Studenten ehrenamtlich für das Projekt tätig. Sie bleiben mehrere Wochen bis zu einem halben Jahr hier, erhalten Unterkunft und Essen im Austausch für ihre tatkräftige Unterstützung im Projekt.

Heute besitzt C.R.O.W. eine eigene Tierklinik, in der die vorbei gebrachten Tiere behandelt und gesund gepflegt werden, bis sie wieder fähig sind, in der freien Wildbahn zu überleben. Rachel Rainbolt, die zuständig ist für Bildungsaufgaben des Tierschutzprojekts, erzählt uns: “Die Tiere bleiben gewöhnlich vier bis fünf Wochen bei uns, bevor wir sie wieder freilassen. Es gibt aber auch Tiere, die sich nicht mehr selbst versorgen können. Wir haben zum Beispiel zwei Fischadler, die schon seit Jahren bei uns sind. Wir haben sie in unser Rehabilitationsprogramm integriert, und sie kümmern sich um verletzte junge Fischadler und bringen ihnen arttypisches Verhalten bei, bevor wir diese wieder freisetzen.”

 

Lokale Supermärkte spenden Salat und Gemüse © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Lokale Supermärkte spenden Salat und Gemüse © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Wie sehr auch die Bevölkerung von Sanibel Island sich für den Schutz der Wildtiere engagiert, zeigte sich 2004, als Hurricane Charley Sanibel Island verwüstete und die Studentenunterkünfte zerstörte. Die Inselbewohner öffneten ihre Türen für die Studenten und sicherten so den Fortbestand der Einrichtung. Heute wohnen die praktizierenden Studenten in einem eigens für sie gebauten Gebäude. Dass das Engagement für Wildtiere inzwischen die Inselverwaltung erreicht hat, verdeutlicht eine Bestimmung, die auf Sanibel Island gilt: und die heißt für alle “Licht aus ab 22.00 Uhr”. Damit will man verhindern, dass die Gopher Schildkröten vom Meer ins Inselinnere gelockt werden, wo sie vor allem während der Touristensaison vom ständigen und intensiven Autoverkehr bedroht werden.

 

Das Healing Winds Visitor Education Center © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Das Healing Winds Visitor Education Center © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

 

Wer sich für das C.R.O.W.-Projekt auf Sanibel Island interessiert, ist herzlich willkommen im Visitor Information Center an der Sanibel Captiva Road 3883 (Tel. 239 – 472 3644). Anhand von Fallbeispielen, Filmberichten über die erfolgreiche Behandlung der tierischen Patienten und interessanten Einzelheiten über das Projekt können Sie sich informieren, wie man hier mit verletzten Wildtieren umgeht.

Reisebloggerin Antje Gerstenecker hat Sanibel Island als Paradies für Muschelsucher entdeckt.

Quelle: eigene Recherchen vor Ort mit freundlicher Unterstützung von C.R.O.W.

Text: © Copyright  Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

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