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Schneesturm in Nordamerika – was bedeutet das?

Toronto im Winter
Toronto im Winter

 

In diesem Jahr waren wir zum ersten Mal im Winter in Ostkanada. Wir besuchten das Winterlude Festival in Ottawa, das wir bei eisiger Kälte und bei strahlendem Sonnenschein sahen. Ein unvergessliches und tolles Erlebnis! In Toronto dagegen änderte sich das Wetter. Rapide! Ein Schneesturm in Nordamerika war angekündigt worden. Als wir am Bahnhof ankamen, hatte es gerade zu schneien begonnen. Schnee fiel in dicken Flocken vom Himmel, und wir waren froh, dass das Delta Hotel, in dem wir übernachten wollten, über den Skywalk zu erreichen war. Das hieß, dass wir den kurzen Weg dorthin durch geschützte Gänge zurücklegen konnten, während das Schneegestöber draußen zunahm. Im Hotel angekommen, erwartete uns eine Nachricht von unseren Gastgebern, der Tourismusbehörde von Ontario: “Ruft uns bitte an, sobald Ihr da seid! Es ist dringend!” Wir konnten uns erst nicht vorstellen, was der Grund für diese Mitteilung war, und meldeten uns sofort unter der angegebenen Telefonnummer. “Unternehmt morgen nichts”, war die dringliche Antwort. “Morgen ist Schneesturm angesagt, und die Vorhersage ist bedrohlich.” Wir hatten zwar schon viel über unsere deutschen Nachrichtensender davon gehört, wie schwer ein Schneesturm in Nordamerika sein kann, aber diese Warnung erschien uns dann doch übertrieben. Ich fragte noch einmal nach: “Können wir denn in Toronto etwas unternehmen?” Und wieder hieß es: “Ihr werdet schon sehen. In der Stadt geht dann gar nichts mehr.” “Na, wir werden es erleben”, meinte ich zu Petar, noch immer skeptisch.

 

Schneesturm in Nordamerika : Toronto ist verschwunden
Schneesturm in Nordamerika : Toronto ist verschwunden
Die Innenstadt von Toronto ohne Autos
Die Innenstadt von Toronto ohne Autos

 

Schneesturm in Nordamerika : Toronto ist verschwunden!

Als wir am nächsten Morgen aufwachten und aus dem Fenster unseres Zimmers im 44. Stockwerk blickten, traute ich meinen Augen kaum: Toronto war verschwunden! Oder besser: wir sahen nur noch Weiß! Der Schnee fiel teilweise so dicht, dass wir die Nachbargebäude kaum noch erkennen konnten, die nur wenige Meter von unserem Hotel entfernt standen. “Das ist die Mutter aller Schneestürme!” sagte ich zu Petar und suchte den Wetterkanal in unserem Fernsehgerät. Dort lief ein Band unter den Filmberichten, in dem dringend davon abgeraten wurde, das Haus zu verlassen oder gar auf Reisen zu gehen. Wenig später klingelte unser Telefon, und unsere Gastgeberin riet uns noch einmal dringend davon ab, heute etwas in der Stadt zu unternehmen. “Es lohnt sich nicht. Es wird dauern, bis der Schneesturm nachlässt. Es soll noch einige Stunden schneien. Der Wind vom Ontario See weht den Schnee über die Straßen und es dauert gewöhnlich einige Zeit, bis die Straßen vom Winterdienst geräumt und wieder befahrbar sind. Die meisten Leute aus Toronto bleiben an einem solchen Tag zu Hause und fahren nicht zur Arbeit. Wenn Ihr etwas besichtigen wollt, kann es sein, dass alles geschlossen ist.” Während sie mir das erklärte, sah ich einen Fernsehbericht darüber, dass heute die öffentlichen Busse in Toronto nicht fahren. Wenige Minuten klingelte unser Telefon erneut, und unsere Termine, die wir für den heutigen Tag verabredet hatten, wurden abgesagt – wegen Schneesturm, und weil die Einrichtungen geschlossen blieben. So langsam dämmerte uns, dass es vielleicht wirklich besser sei, das Ganze vom sicheren Hotel aus zu beobachten. Wir versprachen, vernünftig zu sein und gingen erst einmal zum Frühstücken in der Lounge des Hotels im obersten Stockwerk.

 

Heiße Schokolade hilft, wenn's draußen stürmt und schneit
Heiße Schokolade hilft, wenn’s draußen stürmt und schneit

 

Beim Schneesturm in Nordamerika bleibt man lieber zu Hause

Die Lounge ist von einer Fensterfront umgeben, die einen Rundumblick gewährt. Von hier konnten wir nur ab und zu den CN Tower vor uns erkennen. Der Gardiner Expressway nur wenige Meter dahinter, war im Schneegestöber nur noch zu erahnen und der Lake Ontario war gar nicht zu sehen. Um Dir die Dimensionen klar zu machen: den Weg vom Delta Hotel zum Seeufer geht man in etwa fünf Minuten. Das, was wir von den Straßen aus dieser Höhe erkennen konnten, bestätigte uns die Nachrichten: nur sehr wenige Autos kämpften sich durch die verschneiten Straßen und schlitterten mehr um die Kurven, als dass sie darum herumsteuerten. Öffentliche Busse waren nirgendwo zu entdecken. Und nur sehr selten sahen wir einen dick vermummten Menschen über die Straße gehen und sofort im nächsten Haus verschwinden. Offenbar sind wir nicht die Einzigen, die ihre Pläne geändert haben. Am Nachbartisch höre ich, wie ein Herr ins Telefon sagt: “Don’t worry, honey. I am still here in the hotel and will wait until the storm is over.” Ein Schneesturm in Nordamerika und im Osten Kanadas hat andere Dimensionen als die paar Flocken, die bei uns im Winter vom Himmel fallen. Das merken wir sehr schnell hautnah, als wir nach unserem Frühstück einen Schritt vor die Tür des Delta Hotels machen. Der eisige Wind und das Schneetreiben sorgen dafür, dass wir uns rasch wieder ins behagliche Innere zurückziehen.

 

Leere Straßen und Parkhäuser nach dem Schneesturm
Leere Straßen und Parkhäuser nach dem Schneesturm
Aufatmen nach dem Sturm
Aufatmen nach dem Sturm

 

Erst gegen die Mittagszeit lässt das Schneegestöber vor unserem Fenster nach und wir können beobachten, wie sich die Schneepflüge langsam ihren Weg durch die Schneemassen bahnen. Autos sind im Stadtzentrum noch immer kaum zu sehen. Offenbar haben sich viele Leute die Warnung zu Herzen genommen und sind zu Hause geblieben. Erst am Abend kommt wieder etwas mehr Leben in die Stadt. Nur die Fußgänger haben es immer noch schwer, sich durch die aufgehäuften Schneeberge an den Straßenkreuzungen zur anderen Straßenseite durchzukämpfen. Winter in Kanada kann sehr schön sein, wie wir in Ottawa erlebt haben. Aber er kann auch ein Abenteuer sein, wie uns unser erster Schneesturm in Nordamerika gezeigt hat.

 

Toronto am Tag nach dem Schneesturm in Nordamerika
Toronto am Tag nach dem Schneesturm in Nordamerika

 

Wie schön der Winter in Toronto sein kann, zeigt Petars Video von der Waterfront, das wir am Tag danach aufgenommen haben.



Reiseorganisation:

Anreise:

Air Canada, Lufthansa, Condor und Icelandair fliegen von Deutschland nach Toronto.

Mietwagen:

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Transfers:

Bequem vom Flughafen ins Stadtzentrum bringen Euch diese Transfers*.

Hotels:

Hotels in Toronto* könnt Ihr über unseren Partner booking.com buchen.

Sightseeing Touren in und um Toronto:

Bucht hier Eure Sightseeing Touren in Toronto oder einen Ausflug nach Niagara Falls* über unseren Partner Get your Guide.

Reiseführer:

Toronto Reiseführer* zur Vorbereitung Eurer Reise könnt Ihr bei Amazon.de bestellen.


Quelle: eigene Recherchen vor Ort. Wir bedanken uns bei Tourismus Ontario für die freundliche Einladung zu dieser Reise.

Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos © Copyright MonikaFuchs, TravelWorldOnline

4 Responses

  1. theTRAVELR
    | Antworten

    Hallo! Bin gerade vom Roadtrip-Medley auf vielweib.de hergekommen… Kompliment zum echt schönen Reiseblog habt Ihr hier. Die Nordamerika-Themen sprechen mich besonders an. Seid jetzt auf jeden Fall in meinem Feedreader gelandet.

    Viele Grüße aus Leichlingen (bzw. momentan aus Michigan),
    Christian

    • Monika & Petar Fuchs
      | Antworten

      Hallo Christian,

      es freut uns sehr, wenn Dir unsere Nordamerika-Posts gefallen. Wir sind dort seit Jahren unterwegs und planen schon unsere nächsten Reisen.

      Liebe Grüße,
      Monika und Petar

  2. Thomas
    | Antworten

    Sehr beeindrucken das Ganze. Wir hatten bei unseren Besuchen in der nördlichen Ecke der USA bisher immer Glück davon verschont zu bleiben – was auch immer erst im Herbst. Dafür erwischte es und mal im Mai (!) in Denver – über Nacht 10cm Neuschnee und wir mussten unser Wohnmobil übernehmen – spannend war das ;-)

    LG Thomas

    • Monika & Petar Fuchs
      | Antworten

      Das kann ich mir gut vorstellen, Thomas. Wir hatten immer gedacht, die Berichte über Schneestürme in Nordamerika seien übertrieben. Aber dieser Sturm hatte es in sich.

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