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Kartoffeln und Krustentiere in Charlottetown

Dave's Lobster Tacos - Kartoffeln und Krustentiere in Charlottetown
Dave’s Lobster Tacos auf unserer Tour auf den Spuren der Kartoffeln und Krustentiere durch Charlottetown

 

Nur Pommes auf unserer Food Tour auf den Spuren der Kartoffeln und Krustentiere

Wir wollen etwas über Kartoffeln und Krustentiere in Charlottetown erfahren, gelten sie doch als die Hauptnahrung auf Prince Edward Island. Etwas überrascht sind wir schon, dass wir auf einer kulinarischen Tour durch Charlottetown, der Hauptstadt von Prince Edward Island, an Kartoffelgerichten nur Pommes probieren dürfen. Rühmt sich die Insel doch, die besten Kartoffeln Kanadas zu züchten. Und dass hier Unmengen an Kartoffeln angebaut werden, haben wir bereits auf unserer Fahrt nach Charlottetown gesehen. Es gibt nur wenige Felder auf der Strecke von der Confederation Bridge bis in die Inselhauptstadt, auf denen etwas anderes wächst. Eigentlich hatte ich erwartet, dass man bei einer solchen Tour Kartoffeln und Krustentiere zelebriert. Die Tatsache, dass wir während der Tour die “weltbesten Pommes” probieren dürfen, überzeugt mich jetzt nicht so richtig. Auch wenn die Besitzerin des kleinen Kiosks neben der Touristen Information sich redlich müht, uns wirklich knusprige Pommes Frites zu servieren. Und gut sind sie. Das muss man ihr – und den Kartoffeln – lassen. Statt um die gute Knolle dreht sich unser kulinarischer Stadtrundgang durch Charlottetown vor allem um Krustentiere. Das ist zwar auch nicht weit hergeholt, liegt Charlottetown doch auf einer Insel, in deren Gewässern sich Muscheln, Austern und Hummer tummeln. Es ist allerdings nichts Einzigartiges, denn diese gibt’s auch in den anderen Atlantikprovinzen.

 

Frische Austern im Lobster Pond in Charlottetown Kartoffeln und Krustentiere
Frische Austern im Lobster Pond in Charlottetown

 

Food Tour auf den Spuren der Kartoffeln und Krustentiere durch Charlottetown

Wir beginnen unsere kulinarische Tour auf der Suche nach Kartoffeln und Krustentieren mit frischen Austern im Lobster Pound am Hafen, die noch im Salzwasser schwimmen und nur mit Zitrone beträufelt am besten schmecken. Dabei lernen wir, dass die Austern hier an einer Art Strickband gezüchtet werden, an dem sie ins Wasser gehängt werden, bis sie ausgewachsen und reif für die Ernte sind. Die Malpeque Austern von Prince Edward Island gelten als eine der besten Austernsorten der Welt. Austern sind auch auf der Insel nicht billig. Für eine große Auster muss man schon 1,60 Dollar auf den Tisch blättern. Ein stolzer Preis, oder? Und so schlürft jeder Teilnehmer der Tour ehrfürchtig seine Auster.

 

Austernband
Austernband

 

Ein anderes Krustentier darf auf einer Insel wie Prince Edward Island bei einer Tour auf den Spuren der Kartoffeln und Krustentiere nicht fehlen: der Hummer. Diesen gibt es gleich nebenan bei Dave’s Lobster. Er serviert ihn unter anderem auf Tacos als saftigen Salat mit Mayonnaise, Limone und frischem Koriander. Darüber gibt’s einen Hauch Chili, der dem Ganzen ein wenig einheizt. Dazu gibt’s Krautsalat. Und all das gibt’s nicht in elegantem Ambiente, sondern im Schnellimbiß an der Theke in einem Körbchen, das mit Papier ausgelegt ist. Hummer ist in den Atlantikprovinzen Kanadas ein Hauptnahrungsmittel, das hier häufiger auf den Tisch kommt als Fleisch. Ein Hummersandwich oder eine Hummersuppe serviert man in diesen Breiten Kanadas schon mal zum alltäglichen Mittagessen. Hummer ist nichts Außergewöhnliches, das nur zu besonderen Gelegenheiten zubereitet oder in feinen Restaurants serviert wird.

 

Essigsorten bei Liquid Gold
Essigsorten bei Liquid Gold
Ein Laden, in dem ich gern einkaufe: Liquid Gold in Charlottetown
Ein Laden, in dem ich gern einkaufe: Liquid Gold in Charlottetown

 

Um geschmackvoll zu Kochen, benötigt man die passenden Zutaten. Diese kauft die kundige Hausfrau in Charlottetown bei Liquid Gold in der Queen Street, einem Laden, der sich auf verschiedene Essigsorten (nicht nur aus Prince Edward Island), Chutneys und Oliven spezialisiert. In der Mitte des Ladens steht eine große Theke, an der wir Essigsorten unterschiedlichster Geschmacksrichtungen kosten dürfen. Die Auswahl ist ebenso exotisch wie vielfältig: wir sehen Essig, der nach Schokolade schmeckt, oder nach Espresso, Feigen, Schwarzkirschen, wilden Blaubeeren und einer ganzen Reihe weiterer Aromen, die die Fantasie anregen. Wir probieren einige davon, und es tut mir leid, dass die Gepäckbestimmungen der Fluglinien inzwischen so scharf sind. Von hier hätte ich gern einige Souvenirs mit nach Hause gebracht.

 

Petar schmeckt das Blueberry Ale im Gahan House
Petar schmeckt das Blueberry Ale im Gahan House

 

Zu jedem Gericht, in dem Kartoffeln und Krustentiere verwendet werden, schmeckt Bier. Daher überrascht uns der Besuch eines Pubs nicht. Als nächstes können wir in The Gahan House unseren Durst mit lokal gebrautem Bier löschen. Zwölf verschiedene Sorten Bier stehen zur Auswahl, und wir entscheiden uns für Blueberry Ale, ein ungefiltertes weißes Ale mit Blaubeeren aus Atlantikkanada. Diese verleihen dem Bier einen Touch Süße, aber nicht zu viel, so dass es ein großartiges Aroma hat. Mir schmeckt’s, und Petar ebenso. Andere Sorten aus dieser örtlichen Brauerei sind Sir John A’s, Harvest Gold Pale Ale, Island Red Amber Ale, Iron Bridge Brown Ale, 1772 India Pale Ale, Sydney Street Premium Stout, Beach Chair Lager, Coles Cream Ale und Gahans Seasonal. Das Angebot kann sich sehen lassen. The Gahan House ist eine jener Kneipen, in der man sich nach der Arbeit oder vor dem Abendessen mit Freunden auf ein Bier trifft – ein typischer Pub: laut, rustikal und urig.

 

Muscheln im Gemüsesud
Muscheln im Gemüsesud

 

Ähnlich, nur noch einen Tick irischer geht es zu im Olde Dublin Pub auf der anderen Straßenseite. Hier wird das Guinness groß über der Wirtsstube angepriesen, und Tartans und grüne Kleeblätter erinnern an die Smaragdinsel auf der anderen Seite des Atlantiks. Wir kosten die dritten Krustentiere auf unserem Stadtrundgang: Muscheln im warmen Gemüsesud.

 

Preisgekrönt: die Wodkas der Prince Edward Distillery
Preisgekrönt: die Wodkas der Prince Edward Distillery

 

Zum Abschluss unserer Tour auf den Spuren der Kartoffeln und Krustentiere von Charlottetown stoppen wir in einem kleinen Laden in der Queen Street, wo wir unsere Verkostung mit dem einzigen auf der Insel gebrannten Wodka abschließen dürfen: die Prince Edward Distillery produziert Wodka aus Kartoffeln und endlich treffen wir hier erneut auf das wichtigste Agrarprodukt der Insel. So kommen wir doch noch einmal in den Genuss von Kartoffeln, wenn auch etwas unerwartet in flüssiger Form. Außerdem stellt die Destillerie Wodka aus wilden Blaubeeren her, die uns im August überall in den Atlantikprovinzen begegnen. Der Kartoffel Wodka rinnt mir warm die Kehle hinunter, und bald stört mich der Regenguss, der vor der Tür niedergeht nicht mehr. Stattdessen probiere ich noch den Beeren-Wodka, der mir fast noch besser schmeckt. Der perfekte Abschluss für einen Rundgang durch die kulinarischen Seiten Charlottetowns.

Quelle: eigene Recherchen vor Ort. Wir bedanken uns bei Prince Edward Island Tourism für die freundliche Einladung zu dieser Tour auf den Spuren der Kartoffeln und Krustentiere durch Charlottetown. Unsere Meinung bleibt unsere eigene.

 

Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos © Copyright MonikaFuchs, TravelWorldOnline

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