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Luxemburg – eine reizvolle Stadt der kurzen Wege

Die Kathedrale von Luxemburg bei Nacht
Bei sternenklarer Nacht sieht die Kathedrale am schönsten aus

Wisst Ihr, wie das ist, wenn man von einer Stadt ständig in den Nachrichten hört? Wenn man mitbekommt, was sich dort alles an politischer Prominenz trifft und wer dort arbeitet? Zumindest in meinen Augen – und meinen Vorstellungen – nimmt diese Stadt langsam immer größere Dimensionen an. Luxemburg ist so eine Stadt. Dort befinden sich zahlreiche Einrichtungen der Europäischen Union. Die Anfänge der Vereinigung Europas gingen von dieser Stadt aus. Jean Claude Juncker war jahrelang Premierminister, und ist zur Zeit im Gespräch für den Posten des Kommissionspräsidenten der Europäischen Union. Wo so viele bedeutende Ereignisse stattfanden und so bekannte Männer das Sagen hatten, das muss einfach eine große Stadt sein, oder? Wie überrascht waren wir dann von Luxemburg und seiner charmanten Altstadt. Anstatt auf prachtvolle und weitläufige Plätze der Macht trafen wir auf ein reizvolles und gemütliches Stadtzentrum mit verwinkelten Straßen und vor allem kurzen Wegen.

Eine der Brücken nach Luxemburg
Was weit erscheint, ist ganz nah

Unser Hotel, das elegante und sehr empfehlenswerte Hotel Sofitel Luxembourg Le Grand Ducal, liegt direkt gegenüber der Altstadt. Und von unserem Zimmer im 8. Stock haben wir eine fantastische Aussicht auf das historische Stadtzentrum, in deren Mitte die Kathedrale mit ihren drei Türmen aufragt. Links davon sehen wir den Turm der Sparkasse, die aussieht wie ein Schloss. Getrennt durch das steile Tal der Alzette kann man das Stadtzentrum fast nur über Brücken und steile Straßen erreichen. Und was von unserem Zimmer aussieht wie ein halbstündiger Marsch in die Stadt, erweist sich als kurzer Fünf-Minuten-Spaziergang. Irgendwie ist hier alles näher, als es scheint. Das ist auch auf unserem Stadtrundgang durch die Altstadt so.

Der moderne Altarraum in der Kathedrale
Der moderne Altarraum in der Kathedrale – prachtvoll, oder?

Zunächst besuchen wir die imposante Kathedrale Notre-Dame mit ihren drei außergewöhnlichen Türmen. Sie stammt zu ihrem Großteil aus dem 18. Jahrhundert. Nur der Altarraum und der daran anschließende Teil ist erst im 20. Jahrhundert hinzugefügt worden. Die prächtigen Buntglasfenster im Altarraum passen sich jedoch so gut ins Gesamtbild des Kirchenbaus ein, dass man erst realisiert, dass es sich dabei um eine moderne Erweiterung handelt, wenn man direkt davor steht. Genauso geschickt schaffte es der luxemburgische Architekt Hubert Schumacher, die hinzugefügte Fassade ins Ensemble der umliegenden Gebäude aus dem 17. und 18. Jahrhundert einzupassen. Das scheint übrigens ein Kennzeichen luxemburgischer Architektur zu sein, denn sogar die modernsten Gebäude der Stadt werden so ins Stadtbild eingepasst, dass sie sich hervorragend zwischen die älteren Baustile einfügen. Eine Glanzleistung der Architekten!

Regierungssitz des Premierministers
Von hier aus steuert er die Geschicke des Landes

Unser Begleiter Jean Heber, der uns die Stadt und ihre Geschichte näher bringt, spricht davon, dass wir uns auf unserem Stadtrundgang das Regierungsviertel, den Stadtpalast des Großherzogs und die Reste der alten Stadt mit den Kasematten ansehen werden. Nach einer fast ganztägigen Anreise aus Süddeutschland mit dem Auto bin ich davon zunächst nicht sehr begeistert. Viel lieber hätte ich jetzt in einer Bar gesessen bei einem erfrischenden Glas Bier, um mich von der anstrengenden Autofahrt zu erholen. Allerdings habe ich auch da wieder nicht mit Luxemburg gerechnet.

Grossherzogin Charlotte
Um die Statue von Großherzogin Charlotte gruppieren sich die Regierungsgebäude

Liegt das “Regierungsviertel”, wenn man es denn so nennen will, gleich um die Ecke von der Kathedrale. Das Bürogebäude des Ministerpräsidenten grenzt direkt an das Außenministerium. Und das wiederum steht gegenüber dem Finanzministerium, nur wenige Schritte entfernt. Eigentlich ganz praktisch, nehmen in Luxemburg doch die Minister gleich mehrere Posten ein. Jean Claude Juncker war zum Beispiele einige Zeit lang sowohl Premierminister als auch Finanzminister des kleinen Landes. Da hatte er es nicht sehr weit, zwischen seinen beiden Amtssitzen hin- und herzulaufen.

Altstadt
Hier gibt’s viele Restaurants

Und, wie kann es anders ein: auch die alten Straßen von Luxemburg sind nur wenige Schritte vom “Regierungsviertel” entfernt. Die frühere Hauptzufahrt zur Stadt führt steil den Berg herauf zwischen eng beieinander stehenden alten Wohngebäuden hindurch. Sie ist bis heute gepflastert, und es ist sicher kein Vergnügen, über die holprigen Pflastersteine den Berg hinauf zu fahren. Wir bleiben stattdessen auf der Berghöhe und gehen hinaus auf eine der Brücken, die die beiden Steilufer der Alzette miteinander verbinden. Auf der anderen Seite sehen wir die modernen Gebäude der Vertretungen der EU, die außerhalb der Altstadt liegen und das Gesamtbild der Stadt nicht stören. In der Mitte der Brücke befindet sich der Eingang zu den Kasematten, unterirdischen Gewölben, die zur Verteidigung der Stadt errichtet wurden – kein Wunder bei den vielen und oft wechselnden Herrscherdynastien, die die Geschicke Luxemburgs im Laufe seiner Geschichte steuerten. Davor weisen Hinweisschilder in den Landessprachen – Luxemburgisch, Deutsch und Französisch – darauf hin, dass die Stadt zum Weltkulturerbe zählt. Durchaus zu Recht, wie wir finden. Luxemburg ist auf jeden Fall eine Reise wert!

Ein Video über Luxemburg gibt’s hier.
Sieben Highlights in Luxemburg hat Peter von Rooksack Reisen entdeckt.

Quelle: eigene Recherchen vor Ort. Wir bedanken uns bei Visit Luxemburg für die freundliche Einladung zu der Reise.
Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

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