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Luxemburger Spezialitäten, die man kennen sollte

Luxemburger Spezialitäten - Kniddelen mit Speck und Zwiebeln
Luxemburger Spezialitäten – Kniddelen mit Speck und Zwiebeln

Luxemburger Spezialitäten, die man kennen sollte

Diese Speisen solltest Du kennen, wenn Du nach Luxemburg reist. Wie wichtig es ist, Gerichte aus Deinem Reiseziel zu kennen, zeigte uns unsere Reise nach Luxemburg. Dass Luxemburg kulinarische Spezialitäten besitzt, war uns vor unserer Reise klar. Was wir allerdings nicht wussten, waren ihre Namen. Erst in den Restaurants vor Ort stellten wir fest, dass wir uns besser vor unserer Anreise damit befasst hätten. Denn vor Ort verstanden wir kein Wort, das auf der Speisekarte stand. Speisekarten sind in Luxemburgisch geschrieben. Auch wenn das Land mehrsprachig ist, und fast jedermann Deutsch oder Französisch spricht.

Da gab’s Grompere Kichelcher. Kuddelfleck. Andouillette. Träipen. Kallefskaap. Die Liste könnte ich fortsetzen. Nur, was ist das? Manches war nach einer Eingewöhnung ins Luxemburgische abzuleiten, aber nicht alles. Wir konnten uns doch nicht jedes Mal vom Kellner die Speisekarte übersetzen lassen. Bis er mit seiner Übersetzung fertig war, hatten wir schon vergessen, was die Gerichte waren. Daher gestalteten sich unsere Restaurantbesuche als Abenteuer. Es war jedes Mal eine Überraschung, was schließlich auf unserem Teller landete. Deswegen solltest Du Dir auf jeden Fall ein paar Spezialitäten des Landes merken. Das macht eine Reise dorthin einfacher.

Ein Krimi aus Luxemburg

Dass Luxemburg kulinarische Spezialitäten besitzt, haben wir selbst erlebt. Daran erinnert mich ein Krimi, den ich vor kurzem las. Tom Hillenbrands Ermittler ist der Sternekoch Xavier Kieffer. Dieser lebt in Luxemburg. Kein Wunder, dass die Kulinarik in diesen Krimis eine Rolle spielt. Ich verschlang seinen Krimi Bittere Schokolade regelrecht. Nicht nur, dass er darin die Gastroszene der Hauptstadt und die Ober- und Unterstadt im Detail vorstellt. Er beschreibt außerdem Gerichte, die der Sternekoch und andere in ihren Restaurants servieren.

 

Bittere Schokolade – Xavier Kieffer ermittelt.*

Im Band 6 seiner Krimi-Reihe trifft Kieffer seine Jugendliebe Ketti wieder, die er seit Jahren nicht gesehen hat. Sie produziert inzwischen Pralinen in ihrer Schokoladenmanufaktur bei Brüssel. Bei einem Treffen bricht sie vor seinen Augen tödlich getroffen zusammen. Unbekannte hatten sie erschossen. Hat der Mord an ihr mit der Fair Trade Schokolade zu tun, die sie im Kongo anbauen lässt?

Hillenbrand webt eine Geschichte um die Köstlichkeit, die durch die Machenschaften bestimmter Leute allerdings einen bitteren Beigeschmack erhält. Schon allein deshalb ist dieser Krimi überaus lesenswert. Du kannst den Krimi hier bestellen*.

Alle Krimis mit Sternekoch Kieffer bekommst Du hier in einer Sammelausgabe*.

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Ich habe Hillenbrands Krimi außerdem genutzt, um mehr über Spezialitäten des Landes zu erfahren. Dafür ist der Krimi eine Fundgrube. Sein Protagonist Xavier Kieffer ist Sternekoch. Allerdings hat sich dieser nach seiner Rückkehr aus Paris dazu entschlossen, den Gästen seines Restaurants Spezialitäten zu servieren. Einen besseren Lehrmeister gibt es daher kaum. Es ist jedes Mal wieder spannend, wenn er seine Speisekarte für den nächsten Tag aufsetzt. Daher sammle ich schließlich seine Menü-Vorschläge auf einem Notizblock, der neben meinem Lesesessel liegt.

 

Croissants
Croissants

 

Luxemburger Spezialitäten

Kieffers Frühstück besteht meistens aus Croissants oder Brioches mit Kaffee. Es erinnert mich sofort an unser Frühstück mit Ausblick auf die Altstadt. Seine Verfolgungsjagden durch die Stadt und seine Besuche in der Altstadt sind wie ein Déja-Vu. Im Geiste folge ich seinen Wegen durch die Stadt. Sogar seine Besuche im Regierungsviertel und in den Hotels der Stadt wecken Bilder einer Stadt, wie wir sie selbst kennengelernt haben.

Komplizierter wird es allerdings bei den Hauptmahlzeiten. Die Bezeichnungen der Speisen sind nicht so einfach zu erkennen wie Croissants oder Brioches. Manche Namen kann man nach einer Gewöhnungsphase aus dem Luxemburgischen ableiten ins Deutsche. Bei anderen ist das jedoch schwieriger.

Glossar mit Luxemburger Spezialitäten

 

Grompere Kichelcher Kartoffelpfannkuchen
Hasenpfeffer Ragout aus Hasenfleisch
Kuddelfleck ein Traditionsgericht aus Pansen
Andouillette Wurst aus Innereien
Träipen gefüllte Blutwurst
Kallefskapp Kalbskopf
Graffe Pati Terrine aus Leber, Schweinefleisch, Speck, Eiern, Wein und Gewürzen
Feierstengszalot Fleischsalat
gebotschte Gromperen Bratkartoffeln
Biwwelamoud Boeuf à la mode oder Sauerbraten
Judd mat Gaardebounen Ein Nationalgericht, Schweinehals mit Saubohnen und Kartoffeln
Choucroute Sauerkraut
Verwurelte Karnevalsgebäck aus Luxemburg
Hiecht mat Kraiderzooss Hecht mit Kräutersauce
Chou Fleur Zopp Blumenkohlsuppe
Kniddelen Mehlknödel
Mummentaart Gedeckter Apfelkuchen
Quetschflued Pflaumentorte
Rieslingspaschtèit Blätterteiggebäck mit Schweinefleisch
Suet Pudding Nierenfettkuchen
Wäinzoossiss mat Moschterzooss Bratwürstchen mit Senfsoße und Kartoffelpüree
Kachkeis Kochkäse

 

 

Ente
Ente

 

Einflüsse auf die Küche Luxemburgs

Natürlich gibt es noch mehr Spezialitäten. Aber mit diesen Gerichten kommt man als Reisender schon weiter. Auf unserer Reise erfuhren wir außerdem, dass man entlang der Grenze zu Deutschland häufig Gerichte findet, die aus der Küche der Nachbarregionen übernommen sind. Entlang der Grenze zu Frankreich trifft man in den Restaurants auf Gerichte aus der Küche Frankreichs. Es spielen aber auch die Küchen aus Italien und Portugal eine Rolle im Gastromix Luxemburgs. Einwanderer haben ihre Spuren hinterlassen. Das garantiert auf jeden Fall Speisekarten in den Restaurants, die für Abwechslung sorgen.

 

Deftige Wurstspezialitäten aus Luxemburg
Wurst – Luxemburg kulinarische Spezialitäten

 

Spezialitäten, die beliebt sind

Zu den Gerichten, die die Luxemburger gerne essen, zählen Judd mat Gaardebounen. Wikipedia bezeichnet es als das Nationalgericht. Dabei handelt es sich um Schweinenacken, der gepökelt oder geräuchert ist. Man serviert ihn mit Saubohnen. Beliebt ist die Bouneschlupp. Das ist eine Bohnensuppe mit Speck und Kartoffeln. Man kennt diese Suppe nicht nur in Luxemburg, sondern auch in Lothringen. Wir haben auf unserer Reise nach Luxemburg Bekanntschaft gemacht mit Kniddelen. So nennt man Klöße aus Mehl, Wasser, Eiern und Salz. Diese serviert man mit einer Speck-Sahne-Soße oder auch mit Apfelmus. Als Nachspeise isst man gern eine Quetschentaart. Das ist ein Zwetschgenkuchen. Gut schmeckt außerdem ein Omelette soufflée zum Abschluss. Spezialitäten aus Luxemburg sind Gerichte aus der Hausmacherküche des Landes.

 

Forelle - Luxemburg kulinarische Spezialitäten aus der Region
Forelle – Luxemburg kulinarische Spezialitäten aus der Region

 

Produkte aus der Region

Spannend finde ich, dass Luxemburg eine Menge an Spezialitäten aus der Region produziert. Da gibt es zum Beispiel den Schinken aus den Ardennen oder das Schwein in Aspik. In den Weinregionen gibt es Rieslingspaschtéit, eine Rieslingpastete. Das ist eines der Nationalgerichte aus Luxemburg. Dabei handelt es sich um eine Blätterteigpastete, die man mit Schweinefleisch und einer Gelatine-Schicht füllt. Diese bereitet man aus Riesling zu. Flüsse wie die Mosel oder die Untersauer liefern Fische, die die Restaurants in den Flusstälern auf dem Speiseplan haben. Dazu zählen Forellen, Hechte oder auch Krebse. Willst Du sichergehen, dass Du bei Deinen Souvenirs Produkte aus der Region einkaufst, dann achte auf das Siegel „Produit du terroir“. Nur Produkte, die in der Region erzeugt werden, dürfen dieses Qualitätssiegel tragen.

Fazit: Essen in Luxemburg ist deftig

Das Essen in Luxemburg hat uns überrascht. Wir hatten erwartet, den Einfluss der feinen Küche aus Frankreich zu spüren. Diesen findet man allerdings höchstens in den Restaurants und Hotels im Europaviertel. Mit den Landesspezialitäten hat dieses Essen jedoch wenig zu tun. Stattdessen sind Spezialitäten aus Luxemburg bodenständig. Man kann sich gut vorstellen, wie die Oma oder die Mutter Kniddelen auf den Familientisch stellt. Oder wie Jupp mat Gaardebounen einer Familienrunde an Festtagen serviert wird. Auch die Einflüsse aus den Nachbarländern stammen eher aus der Hausmacherküche. Sie passen zu den Gerichten aus der Küche des Landes. Lasst Euch von unseren Empfehlungen anregen, diese Spezialitäten zu probieren. Es lohnt sich. Hunger müsst Ihr allerdings mitbringen. Die Portionen sind groß. Wir wünschen Euch guten Appetit!

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Was kann man in Luxemburg essen
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Text: © Copyright Monika Fuchs
Fotos: © Copyright Monika Fuchs

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