Airboat und Öko-Touren im Big Cypress National Preserve

Mit dem Airboat durch die Everglades
Mit der Öko-Tour von Billie Swamp durch die Everglades in Florida © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Mit der Öko-Tour im Big Cypress National Preserve

 

Big Cypress National Preserve – Öko-Tour

Geschäftstüchtig sind sie, die Indianer in der Big Cypress National Preserve in Florida, das muss man ihnen lassen. Wir sind unterwegs zu Billie Swamp Safaris im Big Cypress Reservat, das etwa eine Stunde westlich von Fort Lauderdale mitten in den Sümpfen Floridas liegt. Dies ist nicht die ursprüngliche Heimat der Seminolen. Sie lebten vor der Ankunft weißer Siedler entlang der Küsten, wo sie in den seichten Gewässern vor der Küste Fische fingen und am Strand Muscheln sammelten. Im Zuge der Erschließung der Küsten, die in Florida immer mit dem Ausbau der touristischen Infrastruktur verbunden war, wurden sie zunehmend verdrängt ins schwüle und sumpfige Landesinnere, ins Sumpfgebiet der Everglades, die das gesamte Binnenland Südfloridas einnehmen.

 

Wohnhaus auf der Big Cypress Indianer Reservation © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Wohnhaus auf der Big Cypress National Preserve

 

Über die „Alligator Alley“ zur Big Cypress National Preserve

Wir folgen der schnellen Interstate 75, die im Volksmund gern als „Alligator Alley“ bezeichnet wird, und biegen bei den groß ausgeschilderten Werbeplakaten nach Norden ab, die auf die Angebote hinweisen, die uns erwarten: Airboat Rides in den Everglades, Öko-Touren durch die Sümpfe und indianisches Essen. Die Big Cypress National Preserve entpuppt sich als Überraschung. Entlang der Straße sehen wir immer wieder gepflegte Häuser, die so gar nichts Indianisches an sich haben, zwischen einfacheren Wohngebäuden. Und im Ortszentrum von Big Cypress stehen wir plötzlich vor einem riesigen Seniorenheim, wie man sie sonst in keiner Indianer Reservation findet.

 

Mit der Öko-Tour durch die Sümpfe der Everglades © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Mit der Öko-Tour durch die Sümpfe der Big Cypress National Preserve

 

Der Aufstieg der Seminolen

Als wir uns erkundigen, erfahren wir, dass die Seminolen noch 1957, als ihr Stamm offiziell als solcher anerkannt wurde, ein Jahresbudget von weniger als 15.000 Dollar vorzuweisen hatte. Ihr raketenhafter Aufstieg zu einem der reichsten Indianerstämme der USA begann mit dem steuerfreien Verkauf von Zigaretten auf ihrem Reservat. Sie waren der erste Indianerstamm, der Glücksspiel auf seinem Territorium in Bingohallen anbot, was außerhalb strikt verboten ist. Heute besitzen sie mehrere große Casinos und sind seit 2007 stolzer Eigentümer der Hotel- und Restaurantkette der Hard Rock Cafés, die sie für erstaunliche 965 Millionen Dollar kauften. Die Einnahmen aus diesen Stammes-Unternehmen fließen zurück in den Stamm; wie es verteilt wird, darüber müssen die Seminolen keine Auskunft geben. Vor einigen Jahren sickerte jedoch durch, dass die Korruption innerhalb des Stammes goldene Blüten treibt.

 

Der Reiher lässt sich nicht stören in der Big Cypress National Preserve
Der Reiher lässt sich nicht stören in der Big Cypress National Preserve

 

Erfolgreiches Unternehmen im Big Cypress National Preserve

Aber offensichtlich bleibt auch beim Stamm etwas hängen, denn er kann sich Besitzer eines neuen Museums nennen, das die Stammesgeschichte präsentiert. Und dass die Seminolen auch im Tourismus geschäftstüchtig sind, sehen wir bei Billie Swamp Safaris, einem Unternehmen, das Airboat und Öko-Touren durch die Sümpfe anbietet und den Besuchern Alligatorenkämpfe vorführt und so seltene Tiere zeigt wie den Florida Panther. Wir wählen die gemächliche und vor allem ruhige Öko-Tour mit Spezialfahrzeugen durch das Sumpfgelände, und unser Fahrer erklärt uns – mit viel Witz – Tiere und Pflanzen, die wir unterwegs sehen.

Dabei spielt es keine Rolle, dass zwischen den zahlreichen Kuhreihern, Enten und anderen Wasservögeln ab und zu ein paar Rinder oder afrikanische Wasserbüffel grasen. Alligatoren sehen wir zwar keine, aber wir können uns vorstellen, dass sie sich in den zahlreichen Wasserläufen und Teichen aufhalten. Und unser Guide beharrt darauf, kurz einen der fast ausgestorbenen Florida Panther hinter einem der Büsche gesehen zu haben. Ob’s stimmt? Wir können es nicht beweisen, denn gesehen haben wir ihn nicht. Wir erfahren einiges aus der Geschichte der Seminolen. So schildert er uns, wie sich die Seminolen im Krieg gegen die weißen Eindringlinge erfolgreich zur Wehr setzten, indem sie die Besonderheiten des Geländes nutzten. Ob wir nun alles glauben, was er uns erzählt, sei dahin gestellt, aber viel Spaß haben wir auf jeden Fall.

 

Alligatoren im Big Cypress National Preserve
Die Alligatoren im Big Cypress National Preserve warten aufs nächste Alligator Wrestling

 

Mit dem Airboat unterwegs

Zurück im Camp beobachten wir die Airboats, die mit einem Höllenlärm hinausfahren in die Sümpfe. Und erstaunt sehen wir, dass sich die heimische Vogelwelt von diesem Krach nicht beeindrucken lässt. Völlig bewegungslos verharrt ein Reiher vor uns im Wasser, der gebannt auf seine Beute blickt, und lässt sich von dem Motorengeräusch nicht irritieren. Vielleicht ist er aber inzwischen auch taub, wer weiß? Wir lassen uns im Swamp Water Cafe noch ein frisch gebackenes indianisches Bannock Brot schmecken, bevor wir zurück nach Fort Lauderdale fahren.

Quelle: eigene Recherchen vor Ort mit freundlicher Unterstützung der Reise durch The Greater Fort Lauderdale Convention and Visitors Bureau

Text: © Copyright  Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

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