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Die Haida - Indianer an der Westküste British Columbias zu Favoriten hinzufügen



Die Haida Indianer

Looking Around and Blinking House © Sam Beebe, Ecotrust, Flickr
© Sam Beebe, Ecotrust, Flickr

Prähistorie

Haida Gwaii, so nennen die Haida ihre Inselheimat, die schon lange von ihren Vorfahren bewohnt wurde. Archäologische Funde werden auf ein Alter von bis zu 9000 Jahren datiert. Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass früher bis zu 30000 Menschen auf den Queen Charlotte Inseln gelebt haben. Vor allem im Süden der Inselwelt weisen zahlreiche Siedlungsreste darauf hin.

Einen Hinweis darauf, dass die Haida die Inseln seit der letzten Eiszeit bewohnen, liefern zahlreiche Legenden und Mythen, in denen vom Vorrücken des Eises berichtet wird oder die Rede ist von Überschwemmungen. Untersuchungen der Hecate Strait haben gezeigt, dass sich vor etwa 13000 bis 11000 Jahren an dieser Stelle eine grasbewachsene Tiefebene befand, so dass die Strecke zwischen den heutigen Inseln und dem Festland zu Fuß zu durchqueren war. Erst als die Gletscher vor 10000 Jahren schmolzen, bildete sich der Meeresarm, dessen Wasser zu bestimmten Zeiten sogar noch höher stand als heute.

Die Haida passten sich gut an diese Lebensbedingungen an. Archäologischen Funden zufolge kannten sie von frühester Zeit an seetüchtige Kanus, mit denen sie die Strecke zu den Festlandstämmen zurücklegen konnten. Obsidian, das ist vulkanisches Glas, das zur Herstellung von Werkzeugen verwendet wurde und dessen Herkunft zu den Queen Charlotte Inseln zurückverfolgt werden kann, findet sich auch bei den Festlandsstämmen. Schon früh müssen demnach Handelsbeziehungen bestanden haben.

Neben der Jagd und dem Fischfang lebten die Haida in prähistorischer Zeit vom Sammeln von Muscheln. Darauf deuten zahlreiche Abfallhaufen hin, die von Muschelschalen überquellen. Dieses üppige und beständige Nahrungsvorkommen erlaubte ihnen früh die künstlerische Bearbeitung von Holz, die Herstellung größerer Kanus und Plankenhäuser.
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Sozialorganisation

Bei den Haida gibt es zwei gesellschaftliche Gruppen, die Raben und die Adler. Diese sind unterteilt in Familien. Früher lebte immer nur eine Familie in einem Dorf. Inzwischen sind die Grenzen zwischen den Gruppen nicht mehr so streng. Es ist jedoch immer noch üblich, dass nur Mitglieder der anderen Gesellschaftsgruppe als Heiratspartner in Frage kommen. Durch die Zugehörigkeit zu einer Familie erhielt man die Nutzungsrechte für bestimmte Jagd-, Fisch- und Sammelgebiete. Legenden und Mythen wurden innerhalb der Familie weiter vererbt und Namen gehörten zum Besitz von Familien. Eine durchschnittliche Familie bestand aus bis zu vierzig Mitgliedern. Die Häuptlingsfamilien, die den größten Einfluss besaßen, konnten mit ihren Sklaven bis zu einhundert Personen umfassen. Die Häuptlingswürde gehörte meist dem Familienvorstand der größten und einflußreichsten Familiengruppe.

Bei den höherrangigen Familien war es üblich, sich bei Festen, den sogenannten Potlatches, zu messen. Dabei wurden oft über Jahre Geschenke angehäuft, die dann bei den Feierlichkeiten den Gästen geschenkt wurden. So konnte man sich Respekt verschaffen.
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Totems

In der Mythologie der Haida spielt die Figur des Raben eine große Rolle. Dieser hat den Menschen, denen er den Zugang zur Welt ermöglichte, immer wieder ungewollt durch seine Späße und seinen Schabernack zu neuen Errungenschaften verholfen, die ihnen ein gutes Leben ermöglichen. Es gibt zahllose Mythen, die sich mit seinen Tricks beschäftigen. Dabei spielen häufig andere Tiere eine Rolle, die als Wappentiere in den Totempfählen dargestellt werden. Bei den Haida gibt es fast siebzig solcher Heraldiksymbole, von denen aber nur wenige allgemein benutzt werden.

Sie sind auf Totempfählen, Holzschachteln, an Hauswänden oder alltäglichen Gebrauchsgegenständen dargestellt und lassen den geübten Betrachter erkennen, zu welcher Gesellschaftsgruppe der Besitzer gehört. Da inzwischen aber kaum jemand alle alten Legenden und Mythen kennt, sind die Inhalte solcher Darstellungen, die eigentlich Geschichten erzählen, nur noch sehr schwer zu entziffern.
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Schamanen

In der Religion der Haida ging es darum, Kranke zu heilen, dafür zu sorgen, dass immer genügend Nahrung vorhanden war und das Wetter günstig zu beeinflussen. Dafür gab es Spezialisten, deren Aufgaben sich auf Einzelbereiche beschränkten.

Schamane konnten sowohl Frauen als auch Männer werden. Frauen engagierten sich meist in der Heilkunst. Mitglieder aller gesellschaftlichen Ränge konnten die Position eines Schamanen erringen, aber häufig gehörten sie hochrangigen Familien an. Sie besaßen ihre eigene Tracht und benutzten spezielle Hilfsmittel bei ihren Ritualen. Dazu gehörten Rasseln, Seelenfänger, Beschwörungsmittel und seltener Masken.
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Geheimgesellschaften

Von südlicheren Stämmen, aus denen sie Sklaven in ihre Gemeinschaft aufnahmen, lernten sie die Sitte der Wintertanzgesellschaften kennen, die sie in abgeschwächter Form übernahmen. Ihnen fehlten jedoch die Mythen und das esoterische Wissen, die diesen Riten zugrunde lagen.

Bei den Haida bestand die Aufnahmezeremonie in diese Geheimgesellschaften darin, dass die Aspiranten sich elf Tage lang von allen zurückzogen. In der allgemeinen Vorstellung wurden sie während acht Tagen von übernatürlichen Wesen weggeführt. Die übrigen drei Tagen lagen sie der Interpretation nach tot in ihren Häusern. Erst am zwölften Tag erschienen sie mit wildem Aussehen am Strand, wo sie aus der Welt des Übernatürlichen zurückkehrten. Den ganzen Tag über tanzten sie dann vor den Anwesenden in immer wieder wechselnden Kostümen, bis sie schließlich "gezähmt" waren.

Die Tänze, die dabei aufgeführt wurden, schockierten die ersten Missionare, die fälschlicherweise glaubten, dass bestimmte Handlungen der Realität entsprachen. So taten die Tänzer so, als ob sie Anwesende beißen würden. Diese hatten vorher die Stellen an ihren Armen mit brennender Rinde behandelt, so dass Brandblasen entstanden, die nach dem "Biss" eine offene Wunde entstehen ließen. Zum letzten Mal wurden diese Wintertänze bei den Haida 1875 aufgeführt.
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Rauchfeste für die Ahnen

Wenn Stammesmitglieder starben, glaubten die Haida, dass die Toten in die Himmelswelt mit Hilfe des Rauchs aus dem Feuer im Zentrum des Hauses aufstiegen. Sie konnten dabei unterstützt werden durch das Rauchen von Pfeifen. Die ersten Europäer konnten so ohne ihr Wissen durch die Verwendung von Feuerwaffen großen Respekt bei den Haida erlangen. Diese Waffen rauchten nicht nur, sondern töten auch sofort.

Daher wurden viele der Haidapfeifen kurz nach den ersten Zusammentreffen mit Europäern aus Waffenteilen hergestellt. Bald stellten sie diese aber aus Argillit her, einem schwarzen Gestein, das in der Nähe ihres Hauptortes Skidegate vorkam. Später verarbeiteten sie dieses Material auch zu anderen Gegenständen. Argillitarbeiten wurden nur von den Haidaindianern produziert.
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Häuser

Die Häuser der Haida beeindruckten die ersten europäischen Besucher. Sie errichteten ihre großen Familienunterkünfte immer entlang des Wassers, manchmal in mehreren Reihen hintereinander. Die Kunst des Hausbaus wurde ihnen der Legende nach vom Raben gelehrt, der die Idee vom Biber stahl.

Sie wurden aus Zedernholzplanken errichtet, die mit Steinäxten, Holzkeilen und Steinhämmern bearbeitet wurden. Kleine Häuser waren durchschnittlich 6 mal 9 Meter groß und beherbergten bis zu vierzig nah verwandte Familienmitglieder. Große Häuser, die meist den Dorfhäuptlingen gehörten, konnten bis zu 15 mal 18 Meter Fläche einnehmen und bis zu hundert ständige Bewohner aufnehmen. In der Mitte des Hauses befand sich die Feuerstelle unter dem Rauchabzug.

Häuser dienten als Schutz gegen die Elemente, hatten aber auch eine tiefere Bedeutung für die Haida. Sie sahen darin eine sehr große Schachtel, in der wichtige Dinge aufbewahrt wurden. Die Vorstellung von Schachteln in Schachteln, die bestimmte Inhalte schützen, trifft man häufig im Haidaglauben an. Häuser schützen die menschliche Seele bis zum Tod. Dann werden die Seelen freigesetzt um in neugeborenen Familienmitgliedern wieder aufzutauchen.

Nach der Religion der Haida besteht die Welt aus mehreren solcher Schachteln. Das Universum war für sie ein weiteres Haus, das über ihrem eigenen lag. Der Rauch des Feuers im Zentrum des eigenen Hauses stellte die Verbindung zwischen den verschiedenen Welten dar.
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Kanus

Die Kanus der Haida bestanden aus einem einzigen Zedernstamm. Sie wurden während des Sommers im Wald bearbeitet und nach den ersten Schneefällen ans Wasser gezogen und zum Heimatdorf gebracht, wo sie den Winter über fertiggestellt wurden. Auch für diese Arbeiten verwendeten sie zunächst Holz- und Steinwerkzeuge. Erst später übernahmen sie die Metallwerkzeuge der Europäer.

Waren im Frühjahr die Kanus fertig, setzten die Männer mit ihren Booten über ans Festland, wo sie schon von anderen Stämmen erwartet wurden, bei denen ihre Kanus hochgeschätzt waren. Später lernten sie von europäischen Seeleuten Segel kennen und rüsteten ihre Boote mit zwei bis drei Masten und Segeln aus.
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Krieg

Die Haida waren gefürchtete Krieger. Ihre Erfahrung in der Seefahrt, ihre ausgezeichneten Boote und der Schutz, den ihnen ihre Inselheimat bot ließen sie zu gefürchteten Angreifern entlang der Küste British Columbias werden. Sie zogen vor allem los, um Gegenstände zu rauben, die sie bei ihren Potlatchfesten verschenken konnten - Kupferplatten, Chilkatdecken und Sklaven.

Dabei waren sie besonders erfolgreich bei Seeschlachten, die ihre Gegner versuchten zu vermeiden. Bei den Tsimshianindianern gab es sogar eine Art Frühwarnsystem, bei dem sie Signalfeuer entzündeten, die drohende Haidaangriffe ankündigten. In ihrer Kriegslust gingen sie sogar so weit, europäische Schiffe anzugreifen. Häuptling Wiah von Masset gelang der Sieg über das Schiff Susan Sturgis. Und sie zögerten nicht, neue Taktiken schnell selbst anzuwenden. 1795 musste ein britisches Handelsschiff schnell das Weite suchen, weil die Haida mit Kanonenfeuer auf ihre Attacken antworteten.

Sie gingen sogar soweit, Drehkanonen auf ihren Kriegskanus zu befestigen, wenn auch anfangs der Rückstoß der Kanonen oft die Boote spaltete. Befestigte Stützpunkte gehörten bereits in prähistorischer Zeit zu der Verteidigungsstrategie der Haida. Captain James Cook war beeindruckt von einer Haidafestung, die Palisaden, Verteidigungsanlagen, Fallen und Kampfplattformen aufwies.

Sogar Rüstungen kannten die Haidakrieger. Dazu gehörten Kriegshelme mit Visieren, Brustschutz, einer starken Lederrüstung aus Seelöwen- oder Elchhaut. Ihre ursprünglichen Waffen - Pfeil und Bogen und Kurzspeer - wurden bald durch Feuerwaffen der Europäer ersetzt. Kriegsdolche verwendeten sie aber auch später noch im Nahkampf. Erst als den Pelzhändlern die kriegerischen Auseinandersetzungen der Indianer ihre Erträge schmälerten, wurde für Frieden gesorgt.
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Literatur

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