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KelpwaldFruchtbare Küstengewässer
Wenn man an der Pazifikküste entlang fährt, fallen immer wieder Pflanzen im Wasser auf, die ein wenig an Schläuche erinnern. Dies ist ein Hinweis auf eines der fruchtbarsten Ökosysteme des Meeres: Kelpwälder. Kelp, Birntang oder Salzkraut, wie er auch genannt wird, findet man an vielen Küsten der Welt, vor allem dort, wo kalte Meeresströme vorhanden sind. Er bietet bis zu 800 Tierarten Nahrung und Schutz. Es handelt sich um eine Algenart, die gewaltige Ausmaße erreichen kann. Diese Tangart wächst ungeheuer schnell, im Sommer bis zu 20 cm pro Tag, und sie kann über 60 m lang werden. Damit ist Birntang die größte Wasserpflanze der Welt. Habitat vieler TierartenKelp wächst in einem mehrere Kilometer breiten Streifen entlang der Küsten und bildet einen dschungelartigen Unterwasserbewuchs, der für zahlreiche Tiere Nahrung und Schutz bietet. In Kalifornien halten sich darin unter anderem Barscharten, Skorpionfische, See-Igel, Seesterne, Seegurken, Muscheln, Seerosen, und andere Tiere auf. Im dichten Bereich an der Oberfläche verstecken sich kleinere Fischarten vor Raubfischen, die dort nur hin und wieder zur Jagd erscheinen. Diese bevorzugen normalerweise offenes Wasser. Manche Tiere, die auf dem Meeresboden leben, ernähren sich vom Abfall dieser Pflanzen, der nach unten fällt. Anpassung an das Leben im MeerKelp wächst auf felsigem Grund. Die Pflanzen klammern sich fest und entwickeln mehrere Tangstränge. Sie haben keine Wurzeln, sondern beziehen ihre Nahrung durch ihre gesamte Außenhaut. Um Photosynthese betreiben zu können, wachsen blattartige Auswüchse an den Strängen, die mehr Sonnenlicht aufnehmen können als nur die Stängel. Diese Blätter fallen nach einigen Monaten wieder ab als Schutz gegen Tiere, die sich sonst daran niederlassen könnten. Menschliche BedrohungDie Pflanzen schwimmen durch Blasen, die mit Gas gefüllt sind, an die Oberfläche. Wenn sie losgerissen werden, treiben sie ganz nach oben. Solche natürlichen Schäden verkraften die Kelpwälder leicht, nicht jedoch menschliche Eingriffe. In den dreißiger Jahren wurden Seeotter fast ausgerottet, die gerne Seeigel fressen. Diese vermehrten sich dadurch stark und begannen sich nicht nur vom Abfall auf dem Meeresgrund zu ernähren, sondern auch die lebenden Kelppflanzen anzufressen. Erst Wiederaufforstung in den sechziger Jahren hat die Kelpbestände wieder wachsen lassen. Inzwischen leben auch wieder Seeotter im Kelpwald. Nutzung der KelpwälderVor allem in Nordkalifornien werden die Algen inzwischen wirtschaftlich genutzt. Dort haben sich vor einigen Jahrzehnten immer mehr Aussteiger angesiedelt, die eigene Lebensweisen entwickelt haben. Bei Protesten gegen den Bau von Raketenbasen aß man Algen, weil man dachte, dass diese Schutz vor radioaktiver Verseuchung bieten würden. Im Laufe der Zeit wurden Algen an der Küste gesammelt, und manche experimentierten mit ihnen herum. Von Indianern lernten sie, wie man daraus Gemüse zubereitet, das bei jenen früher zum Speiseplan gehörte. Heute werden die Algen in Kaliforniens Bioläden verkauft und sind dort ein Renner. Im Aquarium von Monterey kann man sich einen Kelpwald im Tank ansehen.
Monterey Bay Aquarium Quellen
Abenteuer Natur, 5/93, Kelp, Dschungel im Meer, SS. 56 - 63 http://www.travelworldonline.de/kelpwald.html
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