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Die Rheinischen Kaiserdome – Ausflugsziele mit historischem Tiefgang

Der Dom zu Speyer © Copyright Marcus Heinze, doatrip

 

Gastartikel – Wer im zentralen Oberrhein unterwegs ist, wird kaum einen Bogen um einige der ältesten Städte Deutschlands machen können. Ihr historisches Kulturgut ist geprägt von hunderten von Jahren Geschichte und fasziniert die Menschen heute noch genauso, wie einst früher schon. Die Rede ist von den Städten Speyer, Worms und Mainz.

Sie alle sind antiken Ursprung und haben Ihre Gründung einem der größten Flüsse Europas zu verdanken, dem Rhein. Auch heute bietet der Rhein ein erholsames, wie auch faszinierendes Panorama in jeder der drei Städte. Doch nicht nur der Rhein, als natürliches Bindeglied, vereinigt die historischen Orte miteinander – es sind drei Meisterwerke des Sakralbaus – es sind die so genannten rheinischen Kaiserdome.

Sie alle erhielten ihren Namen, weil sie einen ganz besonderen Bezug zum mittelalterlichen Kaisertum des Heiligen Römischen Reiches hatten. Heute sind sie atemberaubende und wundervolle Ausflugsziele, die gleichzeitig eine Jahrhunderte andauernde Geschichte zu erzählen haben.

Der Kaiser- und Mariendom zu Speyer

Einst gründeten die Römer einen Ort, den sie Civitas Nemetum, Hauptstadt der Nemeter, nannten. Später sollte sich aus dem kleinen Örtchen am Rhein eine für das deutsche Kaiserreich bedeutende Stadt, mit dem Namen Speyer entwickeln. So trug es sich zu, dass der damalige König und spätere Kaiser Konrad II. die Vision hatte, die größte Kirche des Abendlandes errichten zu lassen – er erteilte den Auftrag im Jahre 1025. Nach seiner Fertigstellung, als weder Konrad, noch sein Sohn noch lebten, entschied Heinrich IV., der Enkel Konrads, dass der Dom nicht groß genug sei, ließ ihn halbseitig einreißen und noch größer wiederaufbauen. In dieser Gestalt währte er einige Jahrhunderte, ehe er durch französische Truppen, während des Pfälzischen Erbfolgekrieges in Brand gesteckt wurde. Die folgenden Jahre sind geprägt von Um- und Neubauten an der Kathedrale. Dies ist auch einer der Gründe, warum sich heute so viele verschiedene architektonische Stile am Gebäude wiederfinden lassen: Barock, Neoromanik und natürlich die Romanik selbst.

Wer ein wenig interessiert in Architektur und Stilrichtungen ist, dem wird zweifelsohne nicht entfallen, dass der Dom zu Speyer, als Ausflugsziel damals wie heute, unzählige Antritte der architektonischen Entwicklung im gesamten Mitteleuropa gab. Doch auch jene Besucher, die für die einzelnen Stilrichtungen kein intensives Interesse entwickelt haben, werden für einen kurzen Moment die Luft anhalten, um die bedrückende Schönheit und schiere Größe des Bauwerks auf sich wirken zu lassen.

Auch der Blick hinein wird kaum den Eindruck mildern, den das Gebäude vermittelt. Ob Krypta, Grablege der Könige und Kaiser, der zweigeschossige Vierungsturm oder die Afra-Kapelle, sie alle erzeugen ein unvergessliches Gesamtbild der damaligen architektonischen Künste und Geschmäcker, wie auch der kirchlichen Macht.

 

Der Dom zu Worms © Copyright Marcus Heinze, doatrip

Der Dom St. Peter zu Worms

Worms – Stadt der Nibelungen – Älteste Stadt Deutschlands … und Eigentümer des kleinsten der drei Rheinischen Kaiserdome. Seinen Grundstein legte man im 11. Jahrhundert; nicht aber neu, vielmehr auf den Grundmauern des ehemaligen römischen Forums der Stadt. Auch war, nicht wie beim Dom zu Speyer, ein Kaiser der Grundsteinleger. Bischof Burchard von Worms war der Initiator des Sakralbaus. Kurz nach der Fertigstellung brach jedoch ein Großteil des Gebäudes wieder ein, so dass etwa ab der Mitte des 12. Jahrhunderts der Dom wieder aufgebaut werden musste. Dieser Bau entspricht im Wesentlichen dem uns heute bekannten Wormser Dom. Doch seine großen Auftritte  sollte der Dom erst noch haben: das Wormser Konkordat, die Hochzeit Kaiser Friedrichs, der Reichstag zu Worms, die Ächtung Martin Luthers durch Kaiser Karl V.

Heute stellt sich der Dom zu Worms als bedeutendstes Bauwerk der Romantik in und um Worms dar. Auch er dient als Grablege kaiserlicher Familien und lässt Besuchern den Atem stocken, wenn er sich Haushoch zwischen den verwinkelten Gassen Worms auftürmt.

 

Der Dom zu Mainz © Copyright Marcus Heinze, doatrip

Der Hohe Dom zu Mainz

Als letzten der wunderschönen Ausflugstipps findet sich der Dom zu Mainz, weiter Rheinabwärts. Von weit her kann man die pompösen Türme des Sakralbaus bereits erkennen und auch ein Stück weit verstehen, wieso er auch das steinerne Symbol der Macht genannt wurde. Seine Geschichte reicht über 1000 Jahre in die Vergangenheit, als der Erzbischof Willigis den baulichen Grundstein legte. Aber erst die anschließenden Jahre machten den Dom zu jenem architektonischen Mix, den er heute darstellt. Immer wieder hatte das Gebäude mit Naturkatastrophen und Kriegen zu kämpfen – wurde zerstört und neu wieder aufgebaut. So finden sich heute stark romanisierte Elemente, gotische Architektur, ebenso wie barocke Abschlüsse. Für Liebhaber von kunstgeschichtlichen und architektonischen Epochen dürfte der Mainzer Dom eine Meisterempfehlung sein. In diesem Zusammenhang erlangte insbesondere die Förderung Kaiser Heinrich IV. größte Bedeutung. Ließ er den Dom nach seiner Zerstörung im 11. Jahrhundert mit Maßgeblichen Formen des lombardischen Baustils wiedererrichten.

Wie auch bei den anderen beiden Kathedralen, verspürt man, ganz gleich ob man sich auf dem Markt, dem Höfchen oder dem Liebfrauenplatz befindet, ein inneres Gefühl, warum dieses Gebäude den Titel Kaiserdom mehr als verdient hat. Die überragende Größe, die kunstvollen Verzierungen, die innenliegenden Kapellen, wie auch die mystischen Krypten erzählen eine Geschichte, deren Inhalt stimmiger nicht sein könnte.

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