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Die historische Altstadt von Stein am Rhein

Stein am Rhein
Die historische Altstadt von Stein am Rhein

 

Stein am Rhein in der Schweiz

Stellt Euch vor, Ihr tretet durch ein Stadttor und Ihr befindet Euch in einer anderen Zeit. So etwa fühlten wir uns bei unserem Besuch in der Schweizer Kleinstadt Stein am Rhein im Kanton Schaffhausen. Wir fuhren von unserem Hotel in Radolfzell am Bodensee, dem Bora HotSpaResort, mit dem öffentlichen Bus, den wir als Urlaubsgäste kostenlos nutzen konnten, um die Halbinsel Höri herum nach Stein am Rhein. Der Ort liegt direkt an der Deutsch-Schweizer Grenze. Der Bus hält auf einem großen Parkplatz vor dem Untertor, das trutzig zwischen Wohnhäusern aufragt. Hier ahnen wir noch nicht, welches historische Schatzkästchen dahinter verborgen liegt.

 

Untertor in Stein am Rhein
Das Untertor in Stein am Rhein

 

Die historische Altstadt von Stein am Rhein

Kaum treten wir durch das Stadttor, reiht sich ein Fachwerkhaus an das andere. Verzierte Erker mit Metalldächern, blumengeschmückte Fachwerkgiebel, die aus mit Ziegeln gedeckten Dächern herausragen, Wandbilder aus mehreren Jahrhunderten und Ladenschilder, von denen eines schöner ist als das nächste, versetzen uns zurück in vergangene Zeiten. “Die Häuser stammen bis aus dem 13. und 14. Jahrhundert”, erklärt uns Yvonne Bähler vom Touristenbüro. “Allerdings sahen sie nicht immer so aus. Erst als die Stadt durch die Steuern, die am Zufluss des Rheins in den Bodensee erhoben wurden, immer reicher wurde, begann man die Fassaden der Gebäude mit den Wandmalereien zu verzieren, die heute an vielen Häusern in der Altstadt von Stein am Rhein zu sehen sind.”

 

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Dass diese Kunst nicht ausgestorben ist, zeigt sich bei unserem Stadtrundgang. Manche der Häuserfronten ziert ein Gemälde, das neueren Datums ist. Die Fassadenmalerei hat sich hier bis in die Moderne fortgesetzt. “Und wir leben ganz gut davon”, lacht Yvonne Bähler und meint: “Tausende von Tagesausflüglern kommen Jahr für Jahr hierher, von denen die Stadt heute ihr Haupteinkommen bezieht.”

 

Fachwerkhäuser in Stein am Rhein
Fachwerkhäuser in Stein am Rhein
Fachwerkgiebel in Stein am Rhein
Fachwerkgiebel
Biergarten Schild in Stein am Rhein
Ein etwas irreführendes Biergarten Schild
Fassadenmalerei
Fassadenmalereien in Stein am Rhein

 

Ausflugsziel am Rhein

Wir bemerken nicht viel davon, sind wir doch an einem regnerischen Dienstagnachmittag Mitte Juni hier. Gerade noch rechtzeitig, bevor die Urlauber aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hierher kommen, um sich dieses Kleinod am unteren Rhein näher anzuschauen. Auf unserem Bummel durch die Hauptstraße kommen wir allerdings aus dem Staunen nicht mehr heraus. An einer Hauswand winden sich Kletterpflanzen bis zum Dachfirst hinauf. Dazwischen ragt eines der hübschen Ladenschilder durchs Grün, das darauf hinweist, dass sich im dazugehörigen Haus einmal eine Weberei befand. An einer anderen Fassade kündigt ein nicht ganz passendes Schild mit schönen Weinreben einen Biergarten hinter der Front des Hauses an. Jeder Gasthof und sogar die Eisdiele schmücken sich mit Schildern, die davon künden, was die Kunden hinter den historischen Mauern vorfinden werden.

 

Brücke über den Rhein
Die Brücke über den Rhein

 

Stein am Rhein – die Lage machte es reich

Stein am Rhein liegt als eine der wenigen Schweizer Städte auf beiden Seiten des Rheins und ist mit einer Brücke verbunden, die über den Fluß führt. Reich geworden ist sie vor allem wegen ihrer Lage an einer recht seichten Stelle im Rhein. Wenn die Wassermassen nicht ausreichten, damit die Handelsschiffe die flachen Flußstellen auf dem Weg zum Bodensee durchqueren konnten, mussten die Waren ausgeladen werden und auf dem Landweg weiter transportiert werden – eine gute Möglichkeit, um die Händler zur Kasse zu bitten. Und das tat man offensichtlich in ausreichendem Maße, entwickelte sich Stein am Rhein doch zu einem wahren Schmuckstück unter den Schweizer Grenzorten.

 

Innenhof
Innenhof des Bürgerasyls
Bürgerasyl
Bürgerasyl
Bettlerstube
Die Bettlerstube
Armenspeisung
Hier wird die Armenspeisung vorbereitet

 

Dass es nicht allen Bürgern der Stadt so gut ging, kann man in Stein am Rhein auch sehen. Wir besuchen das ehemalige Bürgerasyl, das unmittelbar an die Touristeninformation der Stadt angrenzt. Dort hat man historische Mauerreste freigelegt und zeigt in einigen Nischen, wofür es einst diente: hier wurden Delinquenten arrestiert. In der sogenannten Bettlerstube wurden Landstreicher, Bettler, verarmte Handwerksburschen oder auch Betrunkene untergebracht. An einer der Wände finden wir eine kleine Durchreiche, durch die Speisen an die Armen verteilt wurden. Diese stammt angeblich erst aus dem 19. Jahrhundert.

 

Wirtshaus Zum Rothen Ochsen
Beim Rothen Ochsen gibt’s Wein

 

Wo kann man in Stein am Rhein essen ?

Immer wieder stoßen wir auf unserem Stadtrundgang durch den Ort auf Schilder, die auf die Gasthöfe hinweisen, die entlang der Hauptstraße durch die Altstadt und am Rheinufer nach Kunden Ausschau halten. Beim Rothen Ochsen gibt es Schweizer Weine, das Salmenstübli preist Speisen aller Art an, und in der Schoggibox solle es mehr als 300 Sorten Schweizer Schokolade geben. Wir sind leider etwas zu früh dran, hat diese doch noch geschlossen, als wir daran vorbeikommen, sonst hätte ich hier bestimmt nicht widerstehen können.

 

Salmenstübli
Das Salmenstübli kündigt verschiedene Speisen an

 

So kehren wir schließlich im Restaurant Rheingerbe am Rheinufer ein, das einst, wie uns die Wirtin erzählt, tatsächlich eine Gerberei beherbergte. Wir machen hier Rast, um das Pilgermahl zu kosten, das zur Zeit dort den Gästen angeboten wird. Wie es uns geschmeckt hat, und was dabei serviert wurde, könnt Ihr hier nachlesen. Eines ist sicher: hungrig bleibt man in Stein am Rhein nicht.

 

Restaurant Rheingerbe
Restaurant Rheingerbe

 

Stein am Rhein ist für Mittelalterfreunde und alle, die sich für lebendige Historie interessieren, auf jeden Fall einen Besuch wert. Als besonders sehenswert empfanden wir das Klostermuseum St. Georgen mit seinen gut erhaltenen Klostereinrichtungen aus der Zeit zwischen dem 12. – 16. Jahrhundert. Wir bedauern nur – wieder einmal – dass wir zu wenig Zeit hatten, um uns alle Sehenswürdigkeiten der Stadt anzusehen. Aber es gibt ja immer die Möglichkeit, noch einmal zurück zu kehren. Und das lohnt auf jeden Fall in dieser kleinen Stadt am Unterlauf des Rheins.

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Quelle: eigene Recherchen vor Ort. Wir bedanken uns bei Untersee Tourismus für die freundliche Einladung. Unsere Meinung bleibt unsere eigene.

Text:  © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos:  © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

2 Responses

  1. Fida
    | Antworten

    Ich besuchte Stein am Rhein endlich einmal wieder – im Oktober. Ich liebe dieses Städtchen. Leider konnte ich erst am späten Nachmittag Photos machen da der Nebel einfach zu Dicht war. Als dich die Nebelschwaden aber lichteten, gab das wundervoll stimmige Fotos und schlussendlich kam ein stahlblauer Himmel zum Vorschein. Meine Geduld wurde also belohnt. Nicht dass es eine Strafe war den ganzen Tag im Städtchen rumzulaufen. Das gab mir mehr Zeit für das Bürgerasyl, die Kirche St. Johann, die Abtei St. Georgen und für´s flanieren :) Und natürlich für Kaffee und Zwetschgenkuchen!

    • Monika Fuchs
      | Antworten

      Bei uns war die Zeit leider begrenzt, weil wir mit dem Boot weiter fuhren in Richtung Bodensee. Ich wäre gerne noch länger dort geblieben und hätte mir das Museum Lindwurm angeschaut. Aber das war bestimmt nicht mein letzter Besuch in Stein am Rhein.

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