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Drei Tage in Bad Bük, einem der Thermalbäder in Ungarn

Vier Jahreszeiten Pool in der Bük Therme
Vier Jahreszeiten Pool in der Bük Therme

Bad Bük, eines der größten Thermalbäder in Ungarn

Bad Bük, eines der Thermalbäder in Ungarn, liegt nur wenige Kilometer vom Burgenland entfernt. Bis zur Grenzstadt Sopron sind es 46 Kilometer. Nach Wien ist es etwa genauso weit wie zum Plattensee. Die Einladung des Hunguest Hotel Repce Gold* macht uns neugierig. Bisher war ich erst ein Mal in Ungarn. Das war in Budapest vor vielen Jahren. Umso gespannter bin ich auf das, was uns auf dem ungarischen Land erwartet.

Bad Büks Heilwässer entdeckte man in den 1950er Jahren. Damals hoffte man in Bük Ungarn Öl zu finden. Statt auf Öl stieß man bei den Bohrungen auf heißes Wasser. 1957 schoss eine 70 Meter hohe Wassersäule aus dem Bohrloch. Die Bohrer hatten in 1282 Metern Tiefe Thermalwasser entdeckt. Dieses stellte sich als Goldgrube heraus. Das 58°C heiße Wasser veränderte das Leben in Bük. Das Thermalbad Bük wurde zum Besuchermagnet für Kurzurlauber. Jene, die ein Wochenende abseits des Alltags suchen, sind hier richtig.

 

Eines der Freiluftbecken im Thermalbad Bük
Eines der Freiluftbecken im Thermalbad Bük – Bük Therme Bilder

 

Im Thermalbad Bük

Du findest in Bükfürdö ein Heil-, Strand- und Erlebnisbad, eine Saunawelt und ein Medical Wellness Zentrum. Eine Massage wirkt Wunder. Eine Aroma-Massage lockert Verspannungen, die die Arbeit am Schreibtisch mit sich bringt. Anschließend hast Du die Wahl unter 34 Pools mit unterschiedlichen Wassertemperaturen und Wässern. Dort kannst Du Dein Entspannungs-wochenende fortsetzen. Auf mehr als 5000 Quadratmetern finden Besucher jeden Alters das Richtige.

 

Morgens in der Erlebnistherme in Bad Bük
Morgens in der Erlebnistherme in Bad Bük

 

Bad Bük für Familien

Im Thermalbad Bük erleben Familien mit Kindern abwechslungsreiche Badetage. Gleichzeitig gibt es Orte für Ruhesuchende. Im Park gibt es Sport- und Spielplätze für Kinder, Kinderbecken und einen Wasserspielplatz. Am Familienpool Acapulco ruhen sich die Eltern in Hängematten aus. Kinder plantschen inzwischen in der Wellen- und Springbucht. Rutschen sorgen für Abenteuer.

 

 

Spaß im Erlebnisbad

Ein Sprudelbad erfrischt im Erlebnisbad. Kinder können die Haifischhöhle erkunden. Im Heilwasser im Herzpool entspannen sich die Erwachsenen.

 

 

Ruhe in der Saunawelt

Textilfrei ist die Saunawelt in Bad Bük. Hier kannst Du Dich entspannen in der Aroma Dampfsauna. Die finnische Steinsauna oder die finnische Waldsauna versetzen Dich in den hohen Norden. Nach Kräutern duftet es in der Kräuterkabine ebenso wie in der Aromasauna. Abenteuerlustige trauen sich in die Teufelsauna. Oder sie kühlen sich ab in der Eiskabine.

 

 

Wobei hilft das Thermalwasser von Bad Bük?

Das Heilwasser in der Therme enthält Mineralstoffe, die bei Rheuma und Bewegungsbeschwerden und bei gynäkologischen Problemen helfen. Setzt man das Wasser für eine Trinkkur ein, behandelt es Verdauungsprobleme.

 

Das brauchst Du für einen Thermenbesuch

 

 

Gleich nebenan: das Hunguest Hotel Repce Gold

Als sehr praktisch erweist sich die Übernachtung im Hunguest Hotel Repce Gold. Dieses Bad Bük Hotel ist über einen Bademantelgang mit der Therme verbunden. Das ist für einen Besuch der Therme Bük sehr angenehm. So können Wertsachen im Safe und Kleidung im Zimmer bleiben. Mit dem Armband, das im Zimmerpreis beinhaltet ist, haben wir Zugang zum Heilbad, den Strand und dem Erlebnisbad. (Der Zugang zur Saunawelt kostet extra.) Das macht unseren Aufenthalt in Bad Bük besonders abwechslungsreich.

VIP Suite im vierten Stock des Hotels

Untergebracht sind wir in der VIP Suite im obersten Stock des Hotels. Zu dieser gehört ein großes Wohnzimmer mit Schreibtisch, Sofa und Sesseln und einer Schrankwand mit Flachbild-Fernseher. In einem der Schränke befinden sich ein Safe und eine Minibar.

 

 

Eine Überraschung ist der riesige Badebereich. Das private Jacuzzi bietet Platz für zwei. Auf einem Beistelltisch ist Platz für Sektgläser und andere Getränke. So kann der Whirlpool für einen romantischen Abend zu zweit genutzt werden. Großzügig ist das daran anschließende Badezimmer mit Dusche, zwei Waschbecken und Toilette.

 

 

Viel Raum haben wir auch im Schlafzimmer. Bei geöffneten Balkontüren schlafen wir hervorragend im großen Doppelbett. Es gibt einen zweiten Flachbild-Fernseher und eine zweite Minibar. Außerdem schließt sich daran noch eine weitere Toilette an. Sehr schön finden wir den riesigen Balkon, der um die beiden Seiten der Suite verläuft.

 

 

Obwohl die Suite ein wenig in die Jahre gekommen ist und Gebrauchsspuren aufweist, fühlen wir uns darin wohl.

Essen im Hunguest Hotel Repce Gold

Im Hotelrestaurant des Hunguest Hotel Repce Gold gibt es morgens und abends Buffet. Nun bin ich kein Freund von Hotel-Buffets. Die sind mir zu unpersönlich. Ich ziehe es vor, am Tisch bedient zu werden. Dies bietet dieses Hotel nicht an.

 

 

Die Auswahl an Essen ist groß. Es gibt regionale und internationale Speisen. Wurst, Schinken, eine große Auswahl an Antipasti, Marmeladen, Kuchen, Obst, Müslis und warme Eierspeisen serviert man zum Frühstück. Dazu Weißbrot und Brötchen. Kaffee und Saft kommen aus dem Automaten. Beim Abendbuffet gibt’s eine große Auswahl an warmen Speisen. Von Fisch über Fleischgerichte bis hin zu fleischloser Kost gibt’s alles.

Wir waren an einem Wochenende in Bad Bük, an dem Ungarn seinen Nationalfeiertag begeht. An einem Abend gab’s Live Musik und Tanzvorführungen in Speisesaal. An einem anderen waren die Tische in den Nationalfarben Ungarns gedeckt und mit Kerzen geschmückt.

Besuch in der Kemecés Csárda in Szakony

Sehr gut gefallen hat uns unser Abend in einer ungarischen Csárda. Wir nutzen das Angebot des Hotels für ein Abendessen in einem landestypischen Restaurant. Csárdas entstanden in Ungarn im 19. Jahrhundert. Es waren einfache Kneipen, die Reisenden Essen, Trinken und Übernachtung anboten. Platz für Pferde und Kutschen musste vorhanden sein. Sie befanden sich gewöhnlich eine Tagesreise von Ortschaften entfernt. Dies ist bei der Csárda, die wir besuchen, allerdings nicht der Fall. Sie liegt mitten im Ort Szakony.

 

Csarda
Csarda

 

Traditionelle Csárdas lagen deswegen so weit außerhalb von Ortschaften, weil man der Kontrolle der Behörden entgehen wollte. Steuerbeamte waren nicht begeistert davon, einen Tag für die Anreise zu benötigen, um eine dieser Kneipen zu kontrollieren. Um genügend Gäste zu bekommen, lagen die meisten Csárdas an Straßen, die zu Märkten führten. Dies wussten auch Straßenräuber zu schätzen. Sie übernachteten gern in diesen Gasthäusern, mussten sie dort doch keine Verfolgung durch die Gendarmen befürchten.

Diese Geschichten besingen viele ungarische Volkslieder. Überhaupt spielt Musik eine große Rolle in Csárdas. Auch unser Besuch wird begleitet von einem Alleinunterhalter, der den Gästen im Laufe des Abends immer mehr einheizt. Den Tänzern zuzuschauen, mit welchen Verrenkungen sie sich im Takt der Musik bewegen, macht Spaß. Gute Laune ist vorprogrammiert.

 

 

Typisch ungarisch essen in einer Csárda

Wir freuen uns auf die ungarischen Spezialitäten in der Kemecés Csárda. Es wird aufgetischt. Und wie! Soviel, dass der Tisch sich biegt. Nicht auf Tellern, sondern in Schüsseln, aus denen sich jeder bedient. Nudelsuppe. Eine Fleischauswahl aus Gänseschlegeln, Schweinerouladen und geräucherten Haxen. Nichts für Veganer. Dazu Paprika, Kartoffeln, Reis, Tomaten, Krautsalat und andere Gemüsesorten. Das beste sind die Quark- und Mohnstrudel zum Nachtisch.

 

 

Die Tatsache, dass die anderen Gäste fast alle Ungarn sind, macht unseren Besuch noch spannender. Wir sitzen mit einer ungarischen Familie am Tisch. Obwohl keiner von uns die Sprache des anderen spricht, amüsieren wir uns königlich. Mit Händen und Füßen und mithilfe von Petar’s Notizblock bekommen wir mit, dass es sich um eine Großmutter mit ihren beiden Töchtern und ihrem Schwiegersohn handelt. Dieser verwaltet eine Poststelle in einem kleinen Ort. Als sie unsere Namen erfahren, lassen sie Lieder auf uns singen. Oma zeigt mir stolz Fotos von ihren drei Enkeln. “Einen von dieser Tochter, die anderen beiden von jener.” Auf Ungarisch natürlich. Aber ihre Gesten sind eindeutig. Es ist ein Abend, wie wir ihn lange nicht erlebt haben. Voller Gastfreundschaft. Mit netten Menschen. Witzig und mit viel Lachen.

 

 

Dafür sorgt auch der Wirt der Csárda, der vor dem Dessert ein paar Gäste dazu einlädt, sich im Strudelmachen zu üben. Angefeuert von den übrigen Gästen versuchen die beiden Freiwilligen den Strudelteig so dünn auszuziehen, dass man durch ihn Zeitung lesen kann. Dem Mann gelingt das besser als seiner weiblichen Begleitung. Diese nimmt das Gelächter jedoch nicht übel. Stattdessen versucht sie, die Löcher zu schließen, die sie in den dünnen Teig gerissen hat. Die Strudel, die wir anschließend auf unserem Dessertteller bekommen, sind perfekt. Und schmecken einfach köstlich!

Wenn Du jetzt Lust bekommen hast, das selbst einmal zu erleben, findest Du hier praktische Informationen für die Anreise:



Reiseorganisation:

Therme Bük Anfahrt

Der nächstgelegene Flughafen ist Wien Schwechat. Lufthansa, Austrian Airlines und Swiss fliegen nach Wien.

Weiterreise mit Mietwagen oder Shuttle:

Mietwagen günstig und bequem online buchen* Das Hunguest Hotel Repce Gold bietet auf Anfrage einen Shuttle-Service an.

Weitere Unterkünfte in Bad Bük hier buchen:

Hotels in Bükfürdö*


Weitere Slow Travel Erlebnisse gibt’s hier.

Quelle: eigene Recherchen vor Ort. Wir waren eingeladen vom Hunguest Hotel Repce Gold in Bad Bük. Wir bedanken uns bei 50Plus Hotels für die Organisation der Reise. Unsere Meinung bleibt davon unberührt.

Text: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos: © Copyright Monika Fuchs, TravelWorldOnline

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Monika und Petar Fuchs in Graz

Monika Fuchs und Petar Fuchs sind die Herausgeber des Slow Travel und Genuss Reiseblogs TravelWorldOnline Traveller. Sie veröffentlichen dieses Blog seit 2005.

Ihre Themen sind

Monika Fuchs ist Autorin und Fotografin des Blogs und schreibt als freie Journalistin für DIE ZEIT Online und Reisemagazine wie 360° Kanada, 360° USA, touristik aktuell, etc. Außerdem verfasst sie Reiseführer über Destinationen und Genuss Reiseziele in aller Welt. Petar Fuchs produziert die Videos auf diesem Blog sowie auf YouTube.

Weitere Informationen über Monika und Petar Fuchs.

4 Responses

  1. Michaela
    | Antworten

    Zu einem Glas Sekt in diesem privaten Jacuzzi würde ich auf keinem Fall “nein” sagen. Was macht denn eigentlich die Teufelsauna so teuflisch?
    Liebe Grüße,
    Michaela

    • Monika & Petar Fuchs
      | Antworten

      Hallo Michaela,

      in der Teufelssauna schwitzt Du bei 100° C. Ganz schön teuflisch, würde ich sagen. Drinnen war ich allerdings nicht. Das war mir dann doch zu heiß.

      Liebe Grüße,
      Monika

  2. Diana
    | Antworten

    Liebe Monika,
    zunächst hörte sich das Ganze gar nicht spannend für mich an und nun würde ich am liebsten gleich nach Bük fahren und vor allem eine Czárda besuchen. Deine Beschreibung hat mir so viel Lust darauf gemacht. Hast Du das mit dem Zeitung lesen durch den Strudel selbst beurteilen können?
    Ich mag Hotels mit einem direkten Zugang zu Thermen, das ist für mich ein wichtiges Kriterium, wenn ich ein Wellness-Hotel buche. Aber anders als Du, liebe ich Buffets. Ich finde es so toll, von vielen Dingen etwas probieren zu können.
    LG Diana

    • Monika & Petar Fuchs
      | Antworten

      Liebe Diana,

      das mit dem Zeitung lesen konnte ich zwar nicht ausprobieren, aber das Muster des Holztisches unter dem Teig konnten wir gut erkennen :D. Hotels mit direktem Zugang zu Thermen finden wir auch klasse. Das macht einen Thermenbesuch so viel angenehmer. Und was die Buffets anbelangt, da bin ich wohl etwas beeinflusst durch meine Zeit als Reiseleiterin. Denn die meisten Hotels boten auf diesen Reisen Buffets an. Heute sind mir Boutique-Hotels mit einem guten Restaurant und a la carte Menü lieber.

      Liebe Grüße,
      Monika

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