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Jacques Cartier

© NAC

Entdecker und Seefahrer
Erste Reise (1534)
Zweite Reise (1535-1536)
Winter in Kanada (1535-1536)
Dritte Reise (1541-1542)
Literatur
Links

Kanada Geschichte

Entdecker und Seefahrer

Jacques Cartier wurde 1491 in St. Malo in Frankreich geboren. Als Bretone lag für ihn eine Karriere als Seemann nahe. Schon in jungen Jahren begann er zur See zu fahren und reiste unter anderem nach Brasilien und Neufundland, bevor er die drei Entdeckungsfahrten unternahm, für die er berühmt werden sollte. 1520 heiratete Jacques Catherine Des Granches, die Tochter des Polizeichefs von St. Malo. Damit wurde ihm der Zugang zu den höchsten Rängen der königlichen Militärverwaltung geebnet.

Mit seiner Erfahrung als Navigator fiel er dem König auf. Dieser sandte ihn auf drei Entdeckungsreisen nach Amerika. Nach 1542 zog er sich aus dem Dienst des Königs zurück und verbrachte den Rest seines Lebens in seinem Haus in Saint-Malo oder seinem Gut in Limoëlou, wo er am 1. September 1557 starb.
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Erste Reise (1534)

Vielleicht hat der Erfolg von Magellans Weltumsegelung (1519-1522) König Franz I. dazu motiviert, eine kürzere Route nach Asien nördlich des spanischen Einflussbereichs in der Neuen Welt über eine Nordwestpassage durch den amerikanischen Kontinent zu finden. Jedenfalls sandte er Jacques Cartier nach Amerika mit diesem Auftrag. Am 20. April 1534 brach dieser mit etwa 60 Seeleuten und zwei Schiffen von Saint-Malo auf und überquerte den Atlantik in 20 Tagen.

Von der Strait of Belle Isle folgte er dem Nordufer des St. Lorenz Golfs und bog dann nach Süden entlang der Küste Neufundlands ab. Die Insel war zu dieser Zeit bereits Ziel bretonischer Fischer und Walfänger. Auf seiner Weiterfahrt umfuhr er die Magdalenen Inseln, die Nordspitze Prince Edward Islands und warf seinen Anker in der Baie de Chaleurs. Dort glaubte er, eine Passage nach Asien entdeckt zu haben, musste aber feststellen, dass dies nicht der Fall war und wieder umkehren. In der Bucht war er auf eine Gruppe von Micmac Indianern gestoßen, die ihn freundlich begrüßten mit den Worten napeu tondamen assurtah (Wir kommen in Freundschaft). Am nächsten Tag wurde gefeiert und Handelswaren getauscht.

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Auf seiner Weiterfahrt zwang ihn ein Sturm in die Bucht von Gaspe, wo er mehr als 300 Bewohner aus Stadacona (dem späteren Quebec) antraf, die zum Fischen dorthin gekommen waren. Zwei Söhne des Häuptlings Donnacona, Domagaya und Taignoagny, fuhren von da an auf Cartiers Schiff mit und begleiteten ihn nach Frankreich.

Wegen schlechter Wetterbedingungen übersah Cartier die Einfahrt in den St. Lorenz Strom zwischen der Halbinsel Gaspe und Anticosti Island. Auf der Fahrt entlang des Nordufers der Insel entdeckte er zwar eine Passage, konnte dieser aber wegen widriger Winde und Strömungen nicht weiter ins Binnenland folgen. Kurz vor Winteranbruch kehrte Cartier zurück nach Frankreich, wohl wissend, dass eine zweite Expedition notwendig sein würde, um den St. Lorenz Strom als mögliche Nordwestpassage genauer zu erforschen.
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Zweite Reise (1535-1536)

Ein Jahr später brach Cartier erneut auf ausgerüstet für eine fünfzehnmonatige Reise, auf der er die beiden Ufer des St. Lorenz Stroms von Anticosti Island aus erkundete. Am 7. September 1535 ging er auf der Ile d'Orleans an Land. Dort verließen ihn seine beiden indianischen Begleiter, Domagaya und Taignoagny. In Stadacona (wo heute Quebec liegt) empfing ihn Donnacona freundlich. Es wurde gemeinsam gefeiert und Waren ausgetauscht.

Von der Ile d'Orleans aus erkundete Cartier die Umgebung auf der Suche nach einem passenden Ort, wo er den Winter verbringen konnte. An der Mündung des Lairet und Saint-Charles River fand er einen natürlichen und geschützten Hafen, der durch die umgebenden Berge vor den Winden geschützt war. Dort ließ er seine beiden größten Schiffe, die Grande Hermine und die Petite Hermine für den Winter ankern.

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Trotz der Versuche Donnaconas, Domagayas und Taignoagnys, die Weiterfahrt Cartiers nach Westen zu verhindern, brach dieser an Bord der Emerillion auf und erreichte das legendäre Hochelaga an der Stelle des heutigen Montreal. Weil sich seine beiden indianischen Dolmetscher geweigert hatten, ihn auf dieser Reise zu begleiten, mußte er sich mit Zeichensprache behelfen bei seinen Treffen mit den Bewohnern. Aus diesen Gesprächen glaubte er entnehmen zu können, dass im Westen Städte voll Gold auf ihre Entdeckung warteten.

Er stieg auf den Hügel, dem er den Namen Mont Real, königlicher Berg, gab, der noch heute diesen Namen trägt. Da die Stromschnellen von La Chine die Weiterfahrt auf dem St. Lorenz Strom nach Westen verhinderten, kehrte er aber schließlich um zu der Stelle, an der er seine anderen Schiffe zurückgelassen hatte.
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Winter in Kanada (1535-1536)

Der erste Winter in Kanada war eine harte Prüfung für die Besatzung Cartiers. Nahrungsmittel und Getränke gefroren in den Schiffslagerräumen, in denen man Zuflucht vor den Elementen suchte. Zudem fehlten vitaminhaltige Lebensmittel, und die Crew lebte hauptsächlich von getrocknetem oder gesalzenem Fleisch. Bald brach Skorbut unter den Seeleuten aus, eine Krankheit, die durch Mangel an Vitamin C verursacht wird. Damals jedoch waren die Ursachen dieser Krankheit unbekannt. Bis Mitte Februar waren fast alle Besatzungsmitglieder krank.

Hinzu kam, dass Cartier sich unter den Indianern nicht sicher fühlte. Er befürchtete einen Angriff, sobald sie merkten, dass seine Männer krank waren. Daher befahl er diesen, Lärm zu machen, immer wenn die Eingeborenen sich näherten. Die Rettung kam jedoch von den Indianern.

Domagaya war während des Winters ebenfalls an Skorbut erkrankt, was Cartier nicht verborgen blieb. Kurze Zeit später war er wieder gesund, und Domagaya erzählte ihm, dass er durch einen Heiltrank aus der Rinde und den Nadeln der Weißzeder geheilt worden war. Annedda, eine Art Tee, wurde der gesamten Schiffscrew verabreicht. Nur 25 Seeleute starben in diesem Winter. Der Rest überlebte dank der Pflege durch Domagaya.

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Trotz dieser Hilfe blieb die Spannung zwischen den Franzosen und den Indianern bestehen. Cartier hatte einen Palisadenzaum um seine Schiffe errichten lassen. Aber dieser reichte nicht aus, die Bedenken der Seefahrer zu besänftigen. Domagaya und Taignoagny versuchten die anderen Dorfbewohner davon abzuhalten, mit den Seeleuten Waren einzutauschen, die in ihren Augen wertlos waren. Trotz eines gemeinsamen Festes blieb die Stimmung gespannt.

Als Häuptling Donnacona und seine Männer im April von einer zweimonatigen Jagd zurückkehrten und unbekannte Männer mitbrachten, befürchtete Cartier einen Angriff. Kurzerhand ließ er Donnacona, Domagaya und Taignoagny gefangennehmen. Solange sie seine Geiseln waren, waren er und seine Männer sicher. Außerdem konnten sie dem französischen König von den großen Reichtümern Kanadas erzählen, von denen er während seines Aufenthalts bei ihnen gehört hatte.
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Dritte Reise (1541-1542)

Die indianischen Geiseln waren in ihren Erzählungen von den Reichtümern Kanadas so überzeugend, dass König Franz I. 1542 eine Expedition unter der Leitung von Jean-Francois de la Rocque, Sieur de Roberval, ausschickte mit dem Auftrag das Land zu besiedeln. Cartier war ein Jahr vor diesem nach Kanada zurückgekehrt und hatte ein Fort an der Mündung des Saguenay Rivers angelegt und Stadacona wieder besucht. Er hatte, wie er dachte, Diamanten und Gold gesammelt, in Wahrheit aber nur Quartz und Eisenpyrit gefunden. Bei seinem zweiten Besuch in Hochelaga mußte er erkennen, dass die Weiterfahrt auf dem St. Lorenz Strom hinter den Stromschnellen von La Chine schwierig war.

Er verbrachte den Winter in seinem Fort, das er Charlesbourg-Royal genannt hatte. In diesem Jahr wurden 35 seiner Männer in Indianerüberfällen getötet. Die Indianer waren den Franzosen nicht mehr freundlich gesinnt, als sie erkannten, dass diese gekommen waren, um sich niederzulassen.

Die angeblichen Edelmetallfunde veranlassten Jacques Cartier, im nächsten Frühjahr möglichst schnell nach Frankreich zurückzukehren. Unterwegs traf er die Schiffe Robervals, dessen Siedlungsversuch zum Scheitern verurteilt war. Erst im Mutterland erkannte er, dass das, was er für Gold und Diamanten gehalten hatte, wertlos war. Erst im 16. Jahrhundert wurde der nächste Versuch unternommen, Quebec zu besiedeln.
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Links

Karte der ersten Reise von Jacques Cartier
Karte der zweiten Reise von Jacques Cartier
Karte der dritten Reise Cartiers nach Kanada

Literatur

http://www.travelworldonline.de/jacquescartier.html

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